Senf dazu: Surface & Co mit ARM - wer jetzt kauft, muss blind kaufen

Microsoft und seine Hardware-Partner bieten die neuen Notebooks mit den Prozessoren der Qualcomm Snapdragon X-Serie auf ARM-Basis zwar schon zur Vorbestellung an, doch müssen interessierte Kunden offenbar einen Sprung ins kalte Wasser wagen - Vorabtests sind nicht möglich.
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ARM / Microsoft / WinFuture

Microsoft im Kontrollwahn

Microsoft übt rund um die Einführung der neuen Generation von ARM-basierten PCs mit den neuen Qualcomm Snapdragon X Elite und X Plus Prozessoren mit ihren zehn oder 12 starken ARM-Kernen massiv Kontrolle aus, um das Narrativ bestimmen zu können. Dies hört man derzeit immer wieder von verschiedenen Pressevertretern und Geräteherstellern, wenn es darum geht, die neuen ARM-PCs unter die Lupe zu nehmen.

Allgemein gilt, dass die neuen ARM-Laptops von Microsoft, Dell, HP, Asus, Acer, Samsung und Lenovo allesamt nicht vor Mitte Juni in den Handel kommen. In den meisten Fällen wurde der 18. Juni als frühester Verfügbarkeitstermin genannt. Allerdings scheint auch die Verfügbarkeit von Testgeräten durch Microsofts Vorgaben stark beschränkt zu werden.

Testgeräte erst mit Marktstart verfügbar

Wie wir von diversen Kollegen aus Deutschland, anderen europäischen Ländern und den USA zu Ohren bekamen, verhindern offenbar Vorgaben von Microsoft auch bei den anderen Hardware-Partnern, dass Medienvertreter vorab Zugriff auf Testgeräte bekommen. Von mehreren asiatischen PC-Herstellern war zu hören, dass sie vor dem 18. Juni schlichtweg keine Samples bereitstellen können.

Das neue Microsoft Surface Pro mit Snapdragon X im Video

Dass dies an Vorgaben von Microsoft liegt, will keiner der Hersteller offiziell bestätigen, hinter vorgehaltener Hand war jedoch mehrfach zu hören, dass die Redmonder hier volle Kontrolle ausüben. Selbst beim Chip-Partner Qualcomm gibt man sich verschlossen und verweist bei Anfragen stets an Microsoft oder die PC-Hersteller. Wer also hofft, vor dem Marktstart am 18. Juni 2024 Testberichte rund um die neuen ARM-PCs zu lesen, um vielleicht eine Entscheidung über einen potenziellen Kauf eines der Geräte zu treffen, schaut in die Röhre.

Kunden sollen praktisch blind kaufen

Angesichts des Umstands, dass die neu vorgestellten Laptops aus der Microsoft Surface-Serie und den neuen Produktreihen von Acer, Asus, Dell, HP, Samsung und Lenovo mit Preisen ab mindestens 1200 Euro (Surface Pro 11, ohne Keyboard) bzw. 1299 Euro (HP Omnibook X) in den deutschen Handel starten sollen, scheint die Strategie, Vorbestellungen in großem Ausmaß anzubieten und zu fördern, gleichzeitig aber die Veröffentlichung unabhängiger Tests stark zu maßregeln, äußerst fraglich.

Sollen die Kunden tatsächlich weit über 1000 Euro in Geräte stecken, zu denen keinerlei unabhängige Tests vorab möglich sind? Wie so oft dürften nur ausgesuchte US-Medien mit Samples der neuen ARM-basierten Geräte versorgt werden, wobei sich laut Hörensagen unter Medienvertretern abzeichnet, dass nur Microsoft bereits vorab Testgeräte bereitstellt, sodass wir zum Termin der generellen Verfügbarkeit wohl vor allem Tests zu den Surface-Modellen zu sehen bekommen dürften.

Für die Hardware-Partner von Microsoft bedeutet die "harte Hand" der Redmonder wohl, dass sie, ähnlich wie Medienvertreter außerhalb der USA, im Reigen um den Marktstart der neuen ARM-PCs nur "die zweite Geige" spielen. Letztlich schadet dies sowohl den Verkaufsaussichten als auch den Kunden, die unter Umständen viel Geld ausgeben, um ungetestete Hardware möglichst früh zu erwerben.
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