Amazon will Alexa bald KI-gesprächiger machen - aber gegen Aufpreis

Nicht wenige Nutzer von Alexa-fähigen Geräten haben seit geraumer Zeit den Eindruck, dass der Sprachassistent "dümmer" wurde. Jetzt will Amazon Alexa eine KI-gestützte Überarbeitung verpassen, durch die der Assistent "gesprächiger" werden soll. Allerdings nur gegen Geld.
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Alexa soll bald (wieder) mehr können - und kosten

Laut einem Bericht des US-Wirtschaftssenders CNBC, der sich dabei auf Quellen aus dem Umfeld von Amazon stützt, wird Alexa noch in diesem Jahr in einer neuen, "gesprächigeren" Version präsentiert, um damit gegen die Chatbots von Anbietern wie OpenAI, Google und Microsoft anzutreten. Amazon will den verbesserten Sprachassistenten aber nicht als Teil des zuletzt immer weiter verteuerten Prime-Abonnements anbieten, sondern dafür zusätzliche Gebühren verlangen.

Noch steht zwar nicht fest, wie die Preisgestaltung aussehen soll, doch dem Bericht zufolge will Amazon mit den zu erhebenden Zusatzgebühren dafür sorgen, dass die Kosten für den Betrieb und die Entwicklung hinter der verbesserten Alexa-Version aufgefangen werden. Offenbar soll das Angebot also von vornherein so gestaltet sein, dass es sich möglichst selbst finanziert.

Amazon-eigenes Sprachmodell 'Titan' als Basis

Als Basis der neuen Alexa-Version will Amazon laut CNBC sein eigenes Large Language Model (LLM) einsetzen, das unter der Bezeichnung "Titan" entwickelt wird. Angeblich ist auch Konzerngründer Jeff Bezos an der Arbeit an dem neuen KI-basierten Sprachassistenten beteiligt und bringt sich dabei stark ein. Für das Unternehmen ist angeblich vor allem die extrem hohe Zahl von weltweit verkauften Alexa-fähigen Geräten als potenzielle Kundschaft interessant. Bis 2023 wurden laut früheren Berichten über 500 Millionen Alexa-Devices verkauft.

Aktuell geht man davon aus, dass pro auszuführender KI-Anfrage an die neue Alexa-Version Kosten in Höhe von rund zwei Cent entstehen könnten. Intern wurde deshalb unter anderem ein monatlicher Abo-Preis von rund 20 Dollar diskutiert, während andere interne Entscheider darauf pochen, einen einstelligen Dollarpreis anzustreben, um gegen konkurrierende Angebote von OpenAI & Co zu bestehen.

Einer der Gründe dafür, dass Amazon jetzt wieder mehr in Alexa investiert, soll darin bestehen, dass Bezos-Nachfolger Andy Jassy höchstpersönlich zuletzt stark enttäuscht über die Entwicklung des Sprachassistenten in den letzten Jahren war. So hatte das Produkt in Folge der Coronavirus-Pandemie eine niedrigere Priorität erhalten - es wurde also im Grunde einfach vernachlässigt.

Im Alexa-Team bekam man deshalb den Eindruck, dass man letztlich nur einen "teuren Wecker", eine "Wetterauskunft" und einen "Spotify-Player" entwickelt hatte, wird eine Quelle zitiert. Konzern-CEO Jassy war unter anderem stark frustriert, als ihm Alexa die Frage nach dem Ergebnis einer Sportveranstaltung nicht beantworten konnte, obwohl die Antwort ohne großen Aufwand online zu finden war.

Wann und zu welchem Preis die neue, KI-gestützte Ausgabe von Alexa an den Start gehen soll, ist noch offen. Auch dürfte die Antwort auf die Frage nach einer weltweiten Verfügbarkeit in mehr Sprachen als Englisch höchst spannend werden.

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Zusammenfassung
  • Viele Nutzer finden, dass Alexa "dümmer" geworden ist
  • Amazon plant eine KI-gestützte Überarbeitung von Alexa
  • Die neue, "gesprächigere" Version soll noch 2024 erscheinen
  • Amazon will für die verbesserte Alexa zusätzliche Gebühren verlangen
  • Basis der neuen Alexa-Version ist Amazons "Titan"-Sprachmodell
  • Jeff Bezos ist stark in die Entwicklung des neuen Sprachassistenten involviert
  • Über 500 Millionen Alexa-Devices wurden bis 2023 verkauft
  • Pro KI-Anfrage könnten Kosten von rund zwei Cent entstehen
  • Ein monatlicher Abo-Preis von rund 20 Dollar wird diskutiert
  • Andy Jassy ist enttäuscht über die Entwicklung von Alexa in den letzten Jahren
  • Im Alexa-Team herrscht Frustration über die bisherigen Funktionen

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