Sparen trotz Rekordgewinnen:
Bei Google rumort es intern gewaltig

Vor kurzem hat Alphabet blendende Geschäftszahlen vorgelegt, wir sprachen damals von einem "Rundum-Glücklich-Paket". Das gilt aber vor allem für Anleger, denn Mitarbeiter können sich dieser Euphorie nicht anschließen. Im Gegenteil, intern wird der Unmut immer größer.
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Sektkorken knallen nur bei Anlegern

Seit Ende April herrscht bei Google und auch den Alphabet-Anlegern beste Stimmung: Denn der Suchmaschinenkonzern konnte hervorragende Zahlen bekannt geben und hat auch erstmals eine Dividende ausgeschüttet. Man kann also durchaus von einer "Es knallen die Sektkorken"-Stimmung sprechen. Das Problem: Den Google-Mitarbeitern selbst ist nicht zum Feiern zumute.

Denn wie CNBC berichtet, weht dem Top-Management von Google ein scharfer Wind entgegen. CEO Sundar Pichai und Finanzchefin Ruth Porat wurden vor kurzem bei einem internen Meeting mit scharfer Kritik konfrontiert. Denn Mitarbeiter fragen sich, wie lange die strikten Sparmaßnahmen noch aufrecht sein sollen, wenn man gleichzeitig blendende Zahlen vermeldet.

In einem Kommentar in einem für das Meeting eingerichteten Feedback-Forum hieß es etwa: "Wir haben einen deutlichen Rückgang der Arbeitsmoral, zunehmendes Misstrauen und eine Kluft zwischen der Führung und der Belegschaft festgestellt ... Wie will die Führung diese Probleme angehen und das Vertrauen, die Arbeitsmoral und den Zusammenhalt wiederherstellen, die die Grundlage für den Erfolg unseres Unternehmens waren?"


Damit wird die Stimmung intern nicht unbedingt besser, im Gegenteil. In den vergangenen Jahren hat sich Google bei seinen Angestellten immer unpopulärer gemacht, dazu zählen der Bürozwang nach der Pandemie, Cloud-Verträge mit dem Militär und vor allem auch ein massiver Stellenabbau.

Und das bedeutet, dass der oben zitierte Kommentar alles andere als ein Einzelfall war bzw. ist: "Trotz der hervorragenden Leistungen und Rekordgewinne des Unternehmens haben viele Googler keine nennenswerten Gehaltserhöhungen erhalten. Wann wird die Vergütung der Mitarbeiter den Erfolg des Unternehmens angemessen widerspiegeln und gibt es eine bewusste Entscheidung, die Löhne aufgrund der Abkühlung des Arbeitsmarktes niedrig zu halten?"

CFO Porat dazu: "Unsere Priorität ist es, in Wachstum zu investieren. Die Einnahmen sollten schneller wachsen als die Ausgaben." Immerhin gab sie aber auch zu, dass das Unternehmen auch Fehler gemacht habe, auch wenn das nur ein Argument ist, um den aktuellen Kurz zu verteidigen: "Das Problem ist, dass wir das vor ein paar Jahren - genauer gesagt vor zwei Jahren - auf den Kopf gestellt haben und die Ausgaben schneller gewachsen sind als die Einnahmen." Das nahm sie aber als Begründung, dass sich das aber eben nicht wiederholen dürfe und das Unternehmen weiterhin vorsichtig agieren müsse.

Zusammenfassung
  • Alphabet hat kürzlich beeindruckende Geschäftszahlen veröffentlicht
  • Google-Mitarbeiter zeigen sich unzufrieden trotz der guten Unternehmenslage
  • Interne Kritik an Google-CEOs bei einem Meeting wegen anhaltender Sparmaßnahmen
  • Feedback von Mitarbeitern zeigt sinkende Arbeitsmoral und zunehmendes Misstrauen
  • Angestellte fordern eine bessere Vergütung, die den Unternehmenserfolg widerspiegelt
  • CFO Ruth Porat betont die Notwendigkeit, die Ausgaben langsamer wachsen zu lassen
  • Mitarbeiterunmut steigt durch Maßnahmen wie Bürozwang und Stellenabbau

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