Vom Labor in die Praxis: Natriumbatterien gehen in Massenproduktion

Mit ein wenig Verspätung startet das US-Unternehmen Natron Energy jetzt die Massenproduktion von Natrium-Ionen-Batteriezellen. Diese Stromspeicher sind in der Praxis bisher kaum zu finden, bieten aber den Vorteil, ohne Lithium auszukommen.
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Viele Vorteile gegenüber Lithium-Ionen-Akkus

Die Natrium-Ionen-Akkus wurden bisher insbesondere durch Veröffentlichungen aus den Laboren mit Aufmerksamkeit bedacht. In vielen Bereichen sind sie auch heute noch immer keine echte Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien, da sie nicht deren Energiedichte erreichen. Man müsste so beispielsweise in Elektroautos wesentlich schwerere Speicherpacks einbauen, um auf ähnliche Reichweiten zu kommen.

Allerdings bietet die Natrium-Ionen-Technologie auch große Vorteile. So sind die Akkus sicherer und überleben deutlich mehr Ladezyklen. Hinzu kommt, dass Natrium als hauptsächliches Material sehr viel häufiger vorkommt als Lithium und entsprechend billiger ist. Zudem sind die benötigten Materialien nahezu überall in großen Mengen verfügbar und eine Abhängigkeit von Überseeimporten besteht nicht unbedingt.

Natron Energy gibt einen Einblick in seine erste Produktionsanlage

Das macht die neuen Batterien besonders für Anwendungen interessant, in denen man viele billige und langlebige Batterien benötigt und wo es auf das Gewicht nicht so sehr ankommt. Das ist vornehmlich bei den großen Grid-Speichern der Fall, die Strom aus erneuerbaren Quellen für Zeiten schwächerer Versorgung zwischenspeichern. Der Hochlauf der Massenproduktion trifft hier genau auf einen Zeitpunkt, an dem die Investitionen in solche Speicheranlagen massiv nach oben gehen.

Verspäteter Start

Das 2013 gegründete Unternehmen Natron ist einer der Pioniere dieser neuen Welle der Natrium-Ionen-Forschung und -Innovation. Und während die meisten Natrium-Ionen-Designs noch im Labor entwickelt werden, hat Natron eine der ersten großen Produktionsanlagen weltweit in Betrieb genommen. "Natrium-Ionen-Batterien bieten eine einzigartige Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien, mit höherer Leistung, schnellerer Wiederaufladung, längerer Lebensdauer und einer absolut sicheren und stabilen Chemie", beschrieb Natron-Gründer und Co-CEO Colin Wessells die Vorzüge des Produkts.

Laut Natron laden und entladen sich seine Batterien 10-mal schneller als Lithium-Ionen-Batterien, was die Batterien zu einem erstklassigen Kandidaten für die Speicherung von Reservestrom macht. Auch die geschätzte Lebensdauer von 50.000 Zyklen ist für diesen Anwendungsfall hilfreich, da die teuren Großsysteme sehr viel länger ohne den Austausch von Speicherzellen durchkommen.

Die Firma wolle eigentlich bereits im letzten Jahr mit der Massenproduktion starten, allerdings kam es zu einigen Verzögerungen. Nun ist es aber soweit und die Fabrik in Holland, Michigan, startet erst einmal mit der Herstellung von 600 Megawatt Speicherkapazität pro Jahr. Die Fertigungsanlage soll dabei als Modell für weitere Werke dienen, die zukünftig noch deutlich größere Mengen hervorbringen.

Zusammenfassung
  • Natron Energy startet Massenproduktion von Natrium-Ionen-Batteriezellen
  • Natrium-Ionen-Batterien sind eine umweltfreundlichere Alternative zu Lithium-Ionen
  • Die Akkus haben eine höhere Sicherheit und überstehen mehr Ladezyklen
  • Natrium ist häufiger und günstiger als Lithium, Materialien sind leicht verfügbar
  • Ideal für große Grid-Speicher, die erneuerbare Energie zwischenspeichern
  • Natron hat als Pionier eine der ersten großen Produktionsanlagen eröffnet
  • Die Batterien von Natron laden sich deutlich schneller und sind langlebiger
  • Produktion in Michigan beginnt mit 600 Megawatt Kapazität pro Jahr

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