Astroscale: Erstes automatisches Rendezvous mit Weltraumschrott
Der Umgang mit dem immer umfangreicher werdenden Weltraumschrott beschäftigt die verschiedenen Raumfahrt-Akteure schon länger. In Japan wurde nun die erste praktische Mission durchgeführt, auf deren Basis das Einsammeln des Mülls möglich werden soll.
Es war allerdings das erste Mal, dass es jemandem gelungen ist, ein Rendezvous mit einem so großen Stück Weltraummüll zu haben. Das Problem dabei ist die Bewegungsdynamik bei Orbitalflügen. Denn anders als in den üblichen Science-Fiction-Filmen kann man hier nicht ein Ziel ins Visier nehmen, die Schubdüsen zünden und erwarten, dass man automatisch näher herankommt. Denn Beschleunigung sorgt einfach nur dafür, dass man in einen höheren Orbit aufsteigt - dann kann man schnell weiter vom Ziel weg sein, als man dachte.
Solche Rendezvous-Manöver sind bei Zielen, deren Bewegung man genau kennt, inzwischen relativ gut umsetzbar - so sind die Flüge zur Raumstation ISS längst Routine. Anders sieht es allerdings aus, wenn ein autonom agierender Satellit zu einem Stück Weltraumschrott fliegen soll, dessen Kurs man nicht im letzten Detail kennt, und dem man sich auch in einer Position nähern muss, die später unter anderem ein ungefährliches Docking-Manöver ermöglicht.
Astroscale nimmt vor allem große Teile Weltraumschrott ins Visier. Diese sind nicht nur einfacher zu finden und anzufliegen. Sie bergen auch das größere Risiko, bei Kollisionen zu hunderten kleineren Partikeln zu zerbrechen, die das Gefahrenpotenzial dann deutlich potenzieren.
Siehe auch:
Raketenstufe im Visier
Das vom Unternehmen Astroscale entwickelte und durchgeführte Projekt hört sich im ersten Moment recht banal an: Ein Satellit hat ein 15 Jahre altes Stück Weltraumschrott aufgespürt, sich ihm sehr weit angenähert und es aus nächster Nähe fotografiert. Bei dem Objekt handelte es sich um ein ausgebranntes Raketensegment, das etwa 11 mal 4 Meter groß ist und eine Masse von drei Tonnen hat.Es war allerdings das erste Mal, dass es jemandem gelungen ist, ein Rendezvous mit einem so großen Stück Weltraummüll zu haben. Das Problem dabei ist die Bewegungsdynamik bei Orbitalflügen. Denn anders als in den üblichen Science-Fiction-Filmen kann man hier nicht ein Ziel ins Visier nehmen, die Schubdüsen zünden und erwarten, dass man automatisch näher herankommt. Denn Beschleunigung sorgt einfach nur dafür, dass man in einen höheren Orbit aufsteigt - dann kann man schnell weiter vom Ziel weg sein, als man dachte.
So nähert sich der Schrottsammler einer alten Raketenstufe
Solche Rendezvous-Manöver sind bei Zielen, deren Bewegung man genau kennt, inzwischen relativ gut umsetzbar - so sind die Flüge zur Raumstation ISS längst Routine. Anders sieht es allerdings aus, wenn ein autonom agierender Satellit zu einem Stück Weltraumschrott fliegen soll, dessen Kurs man nicht im letzten Detail kennt, und dem man sich auch in einer Position nähern muss, die später unter anderem ein ungefährliches Docking-Manöver ermöglicht.
Docking folgt
Bei der aktuellen Mission ging es daher vor allem darum, die Sensoren und die Software zu testen, die für einen sicheren Betrieb in der Nähe benötigt werden. In den nächsten Jahren soll dann ein erster Versuch unternommen werden, einen Klumpen Schrott vom Himmel zu holen, so das Unternehmen. Dafür würde der Satellit an das Objekt andocken und es auf einen Kurs bringen, der ein zügiges Verglühen in der Atmosphäre verspricht.Astroscale nimmt vor allem große Teile Weltraumschrott ins Visier. Diese sind nicht nur einfacher zu finden und anzufliegen. Sie bergen auch das größere Risiko, bei Kollisionen zu hunderten kleineren Partikeln zu zerbrechen, die das Gefahrenpotenzial dann deutlich potenzieren.
Zusammenfassung
- Japan führte erste Mission zum Einsammeln von Weltraumschrott durch
- Astroscale entwickelte Projekt zum Aufspüren und Fotografieren von Weltraummüll
- Erfolgreiches Rendezvous mit großem, altem Raketensegment
- Bewegungsdynamik bei Orbitalflügen erschwert Annäherung an Ziele
- Rendezvous-Manöver gut umsetzbar bei bekannten Bewegungsmustern, z.B. ISS
- Mission testete Sensoren und Software für sichere Annäherungen im Orbit
- Zukünftige Missionen zielen darauf ab, große Weltraummüllteile sicher zu entfernen
- Große Objekte bergen höheres Risiko und sind einfacher zu managen
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