Equatic: Neuartiger CO2-Abscheider nutzt Meerwasser und liefert H2
Ein Startup aus Singapur bringt eine neuartige Anlage an den Start, mit der der Umwelt Kohlendioxid entzogen werden soll. Diese bringt gleich zwei weitere Lösungen mit: Die Entsorgung des Treibhausgases sowie Wasserstoff als übrigbleibenden Energieträger.
Anlagen zur Kohlendioxid-Abscheidung aus der Luft stehen meist in der Kritik, weil sie mit hohem Aufwand nur relativ wenig Gas aus der Luft holen und anschließend ein Weg gefunden werden muss, was man mit diesem anstellt. Diese Frage stellt sich bei dem Equatic-System aber nicht: Hier wird das Kohlendioxid direkt an Mineralien gebunden. Es entsteht Kalziumkarbonat, aus dem auch Muschel- und Schneckenschalen bestehen. Dieses kann problemlos wieder zur langfristigen Lagerung ins Meer gespült werden.
Das gereinigte Meerwasser kommt ebenfalls zurück und hat das Potenzial, erneut Kohlendioxid zu binden. Bei dem Prozess entsteht aber auch Wasserstoff, der entnommen und als Energieträger oder Rohstoff für die chemische Industrie verkauft werden kann.
Die Menge ist weiterhin nur klein - sie entspricht dem Jahresausstoß von gerade einmal 870 PKW. Allerdings ist das System relativ einfach zu skalieren, sodass man bis Ende 2026 vielleicht schon auf 100.000 Tonnen im Jahr kommt. Und als modulares Projekt könnte man es quasi überall nachbauen, wo man auf überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen zurückgreifen kann.
Auch wenn die Entwicklung solcher Anlagen durchaus Hoffnungen weckt, ist doch klar, dass diese kein "Weiter so" in unserer bisherigen Lebensweise ermöglichen werden. Selbst wenn viele dieser Systeme gebaut werden, können sie doch im besten Fall einen Beitrag dazu leisten, die bei allem Willen nicht vermeidbaren Kohlendioxid-Emissionen zu kompensieren.
Siehe auch:
Weniger saure Meere
Im Gegensatz zu anderen Systemen, mit denen Kohlendioxid aus der Luft gefiltert wird, greift das neue System von der Firma Equatic auf Meerwasser zurück, berichtet CNN. Das ist durchaus sinnvoll, denn 30 Prozent des von der Menschheit in die Atmosphäre geblasenen Kohlendioxids aus fossilen Energieträgern wurde in den Ozeanen gebunden. Dort macht sich das Gas als Kohlensäure in Form einer zunehmenden Versauerung bemerkbar.Anlagen zur Kohlendioxid-Abscheidung aus der Luft stehen meist in der Kritik, weil sie mit hohem Aufwand nur relativ wenig Gas aus der Luft holen und anschließend ein Weg gefunden werden muss, was man mit diesem anstellt. Diese Frage stellt sich bei dem Equatic-System aber nicht: Hier wird das Kohlendioxid direkt an Mineralien gebunden. Es entsteht Kalziumkarbonat, aus dem auch Muschel- und Schneckenschalen bestehen. Dieses kann problemlos wieder zur langfristigen Lagerung ins Meer gespült werden.
Das gereinigte Meerwasser kommt ebenfalls zurück und hat das Potenzial, erneut Kohlendioxid zu binden. Bei dem Prozess entsteht aber auch Wasserstoff, der entnommen und als Energieträger oder Rohstoff für die chemische Industrie verkauft werden kann.
Skalierbar - aber begrenzt
Das grundlegende Verfahren wurde bereits mit Pilotanlagen an University of California in Los Angeles und in Singapur erprobt. Hierbei gelangten die beteiligten Forscher zu diversen Erkenntnissen, die nun in den Bau der ersten Großanlage einflossen. Diese soll 20 Millionen Dollar kosten und jährlich 3.650 Tonnen Kohlendioxid entfernen können.Die Menge ist weiterhin nur klein - sie entspricht dem Jahresausstoß von gerade einmal 870 PKW. Allerdings ist das System relativ einfach zu skalieren, sodass man bis Ende 2026 vielleicht schon auf 100.000 Tonnen im Jahr kommt. Und als modulares Projekt könnte man es quasi überall nachbauen, wo man auf überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen zurückgreifen kann.
Auch wenn die Entwicklung solcher Anlagen durchaus Hoffnungen weckt, ist doch klar, dass diese kein "Weiter so" in unserer bisherigen Lebensweise ermöglichen werden. Selbst wenn viele dieser Systeme gebaut werden, können sie doch im besten Fall einen Beitrag dazu leisten, die bei allem Willen nicht vermeidbaren Kohlendioxid-Emissionen zu kompensieren.
Zusammenfassung
- Startup aus Singapur entwickelt CO₂-Entnahmeanlage
- Neuartiges System nutzt Meerwasser zur CO₂-Filtration
- Gebundenes CO₂ wird zu Kalziumkarbonat verarbeitet
- Nebenprodukt Wasserstoff als potenzieller Energieträger
- Pilotprojekte in Los Angeles und Singapur erfolgreich
- Erste Großanlage plant jährliche Entfernung von 3650 Tonnen CO₂
- Systeme sind skalierbar und modular einsetzbar
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