Solarkrise: Auch Solarwatt denkt über Werksschließung nach

Der Druck chinesischer Photovoltaik-Hersteller ist nicht nur für den Solarzellen-Produzenten Meyer-Burger ein Problem. Auch der Dresdner Modulfertiger Solarwatt hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen und denkt über eine Fabrikschließung nach.
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Fertigung vor dem Aus

Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus erklärte gegenüber dem Handelsblatt, dass es keine nennenswerte Solarindustrie in Europa mehr geben werde, wenn nicht bald Lösungen gefunden und umgesetzt würden. Das liefe dem Vorhaben der EU-Kommission, sich bei wichtigen Zukunftstechnologien wie eben Solarzellen unabhängiger vom Weltmarkt zu machen, völlig entgegen.

Was das Dresdner Unternehmen konkret angeht, werde wohl bis zum Ende dieses Jahres entschieden werden müssen, ob man die eigene Fabrik weiterhin betreiben kann, so Neuhaus. In dem Werk werden aktuell Photovoltaik-Module und auch Batteriespeicher produziert. Schon im letzten Jahr entließ das Unternehmen 85 Mitarbeiter, weil die Nachfrage zu gering war.


Insgesamt sind derzeit rund 600 Menschen für Solarwatt tätig. Die Produktion selbst - beziehungsweise ihre Schließung - würde etwa 120 Personen betreffen. Auch ohne das Werk könnte man aber insbesondere den Bereich Forschung und Entwicklung weiterführen und dann mit Auftragsfertigern in Asien arbeiten.

Keine einfache Lösung

Das Kernproblem besteht darin, dass die hiesigen Hersteller nicht mit den Dumping-Preisen der großen chinesischen Produzenten mithalten können. Dies führte dazu, dass selbst in den Zeiten, in denen die Nachfrage nach Solaranlagen kaum schnell genug gedeckt werden konnte, kein außerordentlicher Boom bei den Produzenten ankam.

Inzwischen haben diese sogar verstärkt Probleme, ihre Module loszuwerden, da die Preise höher sind als bei den Wettbewerbern. Von staatlicher Seite sieht man aber auch wenig Sinn darin, darauf einfach mit Subventionen zu reagieren - denn das würde wohl ein dauerhaftes Fass ohne Boden werden. Daher denkt man in der Politik über andere Maßnahmen nach - wie beispielsweise Quoten, nach denen bei bestimmten Photovoltaik-Projekten ein gewisser Teil der Hardware von heimischen Herstellern kommen muss. Auch Förderungen könnten davon abhängig gemacht werden.

Zusammenfassung
  • Chinesische PV-Hersteller setzen Meyer-Burger unter Druck
  • Solarwatt aus Dresden erwägt Fabrikschließung
  • EU-Kommission will Unabhängigkeit bei Solarzellen
  • Solarwatt könnte bis Jahresende über Produktion entscheiden
  • 85 Mitarbeiter wegen geringer Nachfrage entlassen
  • 600 Angestellte bei Solarwatt, 120 in Produktion betroffen
  • Deutsche Hersteller können nicht mit chinesischen Preisen konkurrieren

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