Flaute im All: Kosmische Strahlung erhöht Risiko für Erektionsstörungen

Kosmische Strahlung während des Raumflugs könnte das Risiko von Erektionsstörungen bei Astronauten unabhängig von anderen Faktoren wie dem Alter erhöhen. Das geht aus einer neuen Studie hervor, mit der sich die NASA derzeit beschäftigt.
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Menschen bleiben länger im All

Die neue Ära der bemannten Raumfahrt hat begonnen: Im Rahmen der Artemis-II-Mission der NASA ist für das nächste Jahr ein bemannter Flug zum Mond in der Orion-Raumkapsel geplant. Bei diesem Unterfangen werden die Astronauten zwar nur die Mondumlaufbahn erreichen, aber diese Mission soll den Weg für einen siebentägigen Aufenthalt in der Nähe des Mond-Südpols ebnen.

Um sicherzustellen, dass die Menschheit auf längere Aufenthalte im Weltraum, zu denen später auch lange Reisen zum Mars gehören könnten, vorbereitet ist, untersuchen Wissenschaftler die Auswirkungen des Weltraums auf die menschliche Gesundheit. Dazu gehören Experimente, die sich mit den Auswirkungen der Weltraumumgebung auf die sexuelle Gesundheit befassen.


Neue Forschungsarbeiten deuten an, dass kosmische Strahlung und die Mikrogravitation im Weltraum das Gefäßgewebe beeinträchtigen. Das kann unter anderem zu Erektionsstörungen führen, und die Forschungsergebnisse zeigen, dass eine solche Störung auch nach der Rückkehr der Astronauten zur Erde und einer langen Erholungsphase fortbestehen könnte.

Auf der Erde ist der Mensch durch die Magnetosphäre unseres Planeten vor den hochenergetischen geladenen Teilchen geschützt, die die kosmische Strahlung ausmachen. Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) sind künstlich abgeschirmt. Auf dem Mond und dem Mars werden die Astronauten jedoch weit weniger wirksam vor den Partikeln geschützt sein.

Erektile Dysfunktion nach Weltraummissionen

Anstatt die Menschen ohne ausreichende Vorbereitung dieser Situation auszusetzen, gibt es nun Versuche an Ratten, um die Auswirkungen der kosmischen Strahlung und der Mikrogravitation auf erektile Dysfunktion vor bevorstehenden Weltraummissionen zu berechnen.

"Während erektile Dysfunktion mehr als die Hälfte der Männer über 40 Jahren betrifft und einen wichtigen Faktor für die Lebenszufriedenheit darstellt, sind die Auswirkungen der Raumfahrt auf die erektile Funktion noch weitestgehend unklar", schrieb das Forschungsteam in der neuen Studie. Infografik Mars, Saturn, Neptun & Co.: Die entfernten Nachbarn unserer ErdeMars, Saturn, Neptun & Co.: Die entfernten Nachbarn unserer Erde

Versuch im Space Radiation Laboratory der NASA

Als Versuchsobjekte dienten 86 männliche Ratten. Die Ratten wurden in dem von der NASA betriebenen Space Radiation Laboratory in New York simulierter Mikrogravitation und simulierter galaktischer kosmischer Strahlung ausgesetzt.

Bei der Analyse des Gewebes der Ratten ein Jahr später wurde festgestellt, dass selbst eine geringe Exposition zu einem Anstieg des oxidativen Stresses geführt hatte, der Zellen, Proteine und die DNA schädigen kann. Oxidativer Stress kann zur Alterung beitragen und könnte eine Rolle bei der Entwicklung einer Reihe von Gesundheitszuständen spielen, darunter Diabetes, Krebs und neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer.

Er wurde auch mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Erektionsstörungen durch eine koordinierte Reaktion auf Gefäßgewebeschäden in Verbindung gebracht. So wird angenommen, dass die Exposition gegenüber kosmischer Strahlung durch oxidativen Stress die Funktion der Arterie beeinträchtigt, die das Schwellkörpergewebe mit Blut versorgt. Das Team fand auch heraus, dass die Mikrogravitation eine ähnliche negative Auswirkung auf die erektile Dysfunktion hat, allerdings war dieser Effekt weniger ausgeprägt.

"Während die negativen Auswirkungen der galaktischen kosmischen Strahlung lang anhaltend waren, deuten die funktionellen Verbesserungen, die durch die akute Beeinflussung der Redox- und Stickoxidwege in den Geweben hervorgerufen wurden, darauf hin, dass die erektile Dysfunktion behandelbar sein könnte", ist das Fazit der ersten Studien-Auswertung.

Zusammenfassung
  • Kosmische Strahlung könnte Erektionsstörungen fördern.
  • Artemis-II-Mission plant bemannten Mondflug im nächsten Jahr.
  • Studien zur Gesundheit im Weltraum.
  • Forschung zeigt Beeinträchtigung des Gefäßgewebes durch Strahlung.
  • Rattenversuche simulieren Weltraumauswirkungen auf erektile Funktion.
  • Oxidativer Stress durch Strahlung schädigt Zellen.

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