Geldregen für Qualcomm geht weiter:
Apple bekommt 5G nicht hin

Apple hat offenbar noch immer Probleme bei der Entwicklung seines hauseigenen 5G-Modems, das in kommenden Generationen des iPhone verwendet werden soll. Für den Zulieferer Qualcomm sind dies gute Nachrichten, bringt der Modem-Deal doch Milliarden ein.
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Qualcomm

Apple-eigenes 5G-Modem frühestens Ende 2025

Es wird wohl noch länger dauern, bis Apple auf die bisher von Qualcomm zugelieferten Modems für das iPhone und seine anderen Produkte verzichten kann, um deren 5G-Konnektivität zu gewährleisten. Selbst das 2025 erwartete iPhone 17 wird möglicherweise nicht mit einem Apple-eigenen 5G-Modem ausgestattet sein, berichtet der US-Wirtschaftsdienst Bloomberg.

Laut dem Bericht, der vom normalerweise bestens informierten Apple-Spezialisten Mark Gurman stammt, ist man "noch Jahre davon entfernt", eigene 5G-Modems in iPhone & Co einzusetzen. Es habe erneut Verzögerungen gegeben, nachdem Apple die Einführung seiner eigenen 5G-Modems bereits mehrfach verschieben musste.


Zuletzt war angeblich geplant, ab 2024 eigene 5G-Modems zu verbauen, doch jetzt werde man auch einen verlängerten Launch-Zeitraum, der für das Frühjahr 2025 geplant war, mit großer Wahrscheinlichkeit verpassen, heißt es. Apple strebe die Einführung eigener Modems für 5G-Netze zum jetzigen Zeitpunkt für das Ende des Jahres 2025 bzw. den Anfang des Jahres 2026 an, so der Bericht weiter.

Apple-Modem zuerst im iPhone SE erwartet

Als erstes Modell mit Apple-eigenem 5G-Modem soll der US-Computerkonzern eine neue Version des günstigen iPhone SE anbieten wollen. Die Entwickler kämpfen offenbar mit einer ganzen Reihe von Problemen, weshalb man noch in einem relativ frühen Stadium steckt - und das seit Jahren. Man werde unter Umständen mehrere Jahre hinter der Konkurrenz zurückhängen, werden Apple-Mitarbeiter zitiert.

Eine Variante des Apple 5G-Modems soll derzeit noch keine Unterstützung für mmWave 5G-Netze bieten, während die Entwickler auch diverse Probleme mit Programmcode haben, den man mit der Übernahme der 5G-Sparte von Intel erworben hat. Viel Code habe neu geschrieben werden müssen und es gibt wohl auch Probleme mit vorhandenen Features, die nach der Integration neuer Funktionen nicht mehr nutzbar sind.

Apple-Mitarbeiter verzweifeln allmählich

Gleichzeitig muss Apple angeblich auch einigen Aufwand betreiben, um die Verletzung von Patenten des bisherigen Modem-Lieferanten Qualcomm zu vermeiden. Gurman zufolge hieß es von einem Apple-Mitarbeiter, dass man sich frage, weshalb Apple geglaubt habe, man könne ein gescheitertes Projekt von Intel übernehmen und damit Erfolg haben.

Apple beabsichtigt, sich mit der Entwicklung eigener 5G-Modems aus der sehr kostspieligen Abhängigkeit von Qualcomm zu lösen. 2017 hatte Apple Qualcomm verklagt, weil man die Lizenzkosten für dessen Modems für übertrieben teuer hielt. Das iPhone 11 kam deshalb ohne Qualcomm-Modems auf den Markt, Apple verwendete stattdessen Intel-Chips. Später konnte Intel aber nicht mehr die hohen Anforderungen von Apple erfüllen, sodass die ersten 5G-fähigen iPhones wieder mit Qualcomm-Technik daherkamen.

Erst vor einigen Monaten verlängerten Qualcomm und Apple ihre Zusammenarbeit rund um Modems für einige weitere Jahre bis mindestens Ende 2026. Apple hat somit noch mehr Zeit, eigene 5G-Modems als Alternative zu Qualcomms Produkten zu entwickeln. Der Mobilfunk-Chipspezialist kann sich unterdessen weiter auf zig Milliarden an Einnahmen aus dem Verkauf seiner Modems an Apple freuen.
Zusammenfassung
  • Apple kämpft mit 5G-Modem-Entwicklung
  • Qualcomm profitiert weiterhin finanziell
  • iPhone 17 eventuell ohne Apple-5G-Modem
  • Eigene Modems frühestens Ende 2025
  • iPhone SE könnte erstes Modell sein
  • Probleme mit mmWave-Unterstützung und Code
  • Vermeidung von Qualcomm-Patentverletzungen
  • Lizenzstreit führte zu Intel-Modem-Nutzung
  • Qualcomm-Apple-Deal bis Ende 2026 verlängert

Siehe auch:


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