Lebensgefahr: Betrüger verkaufen auf Amazon KI-generierte Pilzbücher
Um ohne viel Arbeit etwas schnelles Geld zu machen, verkaufen zwielichtige Anbieter seit einiger Zeit KI-generierte Bücher über Amazon. Was bisher nur ärgerlich war, kann jetzt lebensgefährlich werden - denn als lukrative Marktnische wurden Bücher über Pilzarten entdeckt.
"Es gibt Hunderte von Giftpilzen in Nordamerika, von denen einige tödlich sind", erklärte Sigrid Jakob, Präsidentin der New York Mycological Society, gegenüber dem US-Magazin 404media. "Sie können beliebten essbaren Arten ähnlich sehen. Eine schlechte Beschreibung in einem Buch kann jemanden dazu verleiten, einen giftigen Pilz zu essen."
Bisher ist es für Nutzer schwer, zu erkennen, ob ein Buch tatsächlich von einem Experten oder aber von einer KI geschrieben wurde. Entsprechende Kennzeichnungen gibt es bisher nicht. Allerdings lassen sich Indizien ausfindig machen. Sinnvoll ist es beispielsweise ohnehin, auch außerhalb der Verkaufsplattform nach dem Autor zu suchen. Wenn sich hier keine Anhaltspunkte finden lassen, dass das Buchthema zu seinem Fachgebiet gehört, sollte man die Finger davon lassen.
Insbesondere wenn es um die korrekte Bestimmung essbarer und giftiger Pilze geht, solle man hier besondere Sorgfalt walten lassen - und sich vielleicht ohnehin nicht auf Bücher verlassen. Denn einige Arten ähneln sich so stark, dass selbst Experten nicht einmal eine Garantie geben würden, wenn sie das jeweilige Exemplar nicht in die Hand bekommen, sondern nur mit einem Foto arbeiten sollen. In der aktuellen Pilzsaison finden sich in vielen Regionen Beratungsstellen, an die man sich wenden kann. Hierzulande kann man bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie ein ganzes Netzwerk an Beratern finden.
Siehe auch:
- Zwielichtige Anbieter verkaufen KI-generierte Bücher auf Amazon
- Gefährlich: KI-generierte Pilzbücher mit falschen Informationen
- New York Mycological Society warnt vor solchen Publikationen
- Schwierig, KI-generierte Bücher von Expertenwerken zu unterscheiden
- Besondere Vorsicht bei Bestimmung essbarer und giftiger Pilze geboten
- Beratungsstellen und Expertennetzwerke bieten sichere Alternativen.
Experten-Verband warnt
Die New York Mycological Society (NYMS), in der Pilzexperten zusammengeschlossen sind, warnte jetzt auf allen ihr zur Verfügung stehenden Kanälen, dass man sich vor entsprechenden Publikationen in Acht nehmen sollte. Denn Bestimmungsbücher, die von einer KI zusammengestellt werden, sind in der Regel von minderer Qualität."Es gibt Hunderte von Giftpilzen in Nordamerika, von denen einige tödlich sind", erklärte Sigrid Jakob, Präsidentin der New York Mycological Society, gegenüber dem US-Magazin 404media. "Sie können beliebten essbaren Arten ähnlich sehen. Eine schlechte Beschreibung in einem Buch kann jemanden dazu verleiten, einen giftigen Pilz zu essen."
Bisher ist es für Nutzer schwer, zu erkennen, ob ein Buch tatsächlich von einem Experten oder aber von einer KI geschrieben wurde. Entsprechende Kennzeichnungen gibt es bisher nicht. Allerdings lassen sich Indizien ausfindig machen. Sinnvoll ist es beispielsweise ohnehin, auch außerhalb der Verkaufsplattform nach dem Autor zu suchen. Wenn sich hier keine Anhaltspunkte finden lassen, dass das Buchthema zu seinem Fachgebiet gehört, sollte man die Finger davon lassen.
Besser vor Ort
Verdacht können auch die Autoren-Beschreibungen auf Amazon erregen: Sie beginnen meist mit einer anekdotischen Geschichte, warum sich der Verfasser für ein Thema interessiert. Während bei echten Experten oft sehr konkret auf ihre fachliche Arbeit verwiesen wird, sind die Hinweise bei den KI-Büchern eher vage. Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von KI-Erkennungs-Tools wie ZeroGPT.Insbesondere wenn es um die korrekte Bestimmung essbarer und giftiger Pilze geht, solle man hier besondere Sorgfalt walten lassen - und sich vielleicht ohnehin nicht auf Bücher verlassen. Denn einige Arten ähneln sich so stark, dass selbst Experten nicht einmal eine Garantie geben würden, wenn sie das jeweilige Exemplar nicht in die Hand bekommen, sondern nur mit einem Foto arbeiten sollen. In der aktuellen Pilzsaison finden sich in vielen Regionen Beratungsstellen, an die man sich wenden kann. Hierzulande kann man bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie ein ganzes Netzwerk an Beratern finden.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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