FTC gegen Amazon: Millionen werden zum Prime-Abo "überlistet"

Die US-amerikanische Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) hat sich dieser Tage mit Microsoft einen prominenten Gegner gesucht, doch das ist offenbar nicht genug. Denn nun knöpft man sich den Handelsriesen Amazon und dessen Prime-Abonnement vor.
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Heute beginnen im Fall FTC gegen Microsoft die ersten gerichtlichen Anhörungen, es ist der erste Schritt im Endgame zu einer Entscheidung, ob der Redmonder Konzern den Spiele-Publisher Activision Blizzard übernehmen darf. Doch die Federal Trade Commission fordert bereits den nächsten Tech-Riesen heraus, denn man wirft Amazon vor, bei seinem Prime-Abo unlauter zu agieren.

Konkret wird der Handelsgigant beschuldigt, dass Millionen US-amerikanische Verbraucher ein Prime-Abo ohne explizite bzw. eindeutige Zustimmung abgeschlossen hätten. Außerdem ist die FTC der Ansicht, dass Amazon es seinen Kunden unnötig schwer macht, wenn diese das Abonnement kündigen wollen.

Amazon soll Verbraucher täuschen

Die FTC reichte ihre Klage an einem Bundesgericht in Seattle ein, dort hat Amazon auch seinen Hauptsitz. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wirft die Behörde Amazon vor, "wissentlich Millionen von Verbrauchern getäuscht" zu haben, damit sich diese "unwissentlich bei Amazon Prime anmelden".


Amazon habe dabei "manipulative, betrügerische oder irreführende Benutzeroberflächendesigns verwendet, die als 'Dark Patterns' bekannt sind", so die FTC. Auf diese Weise würden Verbraucher dazu gebracht, "sich für automatisch verlängernde Prime-Abonnements anzumelden".

Amazon hat die Vorwürfe zurückgewiesen und schreibt in einem Statement, dass die Behauptungen der FTC "faktisch und rechtlich falsch" seien. "Die Wahrheit ist, dass die Kunden Prime lieben, und wir haben es so konzipiert, dass es für die Kunden klar und einfach ist, sich für eine Prime-Mitgliedschaft anzumelden oder sie zu kündigen", so Amazon weiter.

Das Unternehmen macht der Behörde seinerseits Vorwürfe und schreibt, dass es "besorgniserregend" sei, "dass die FTC diese Klage angekündigt hat, ohne uns darüber zu informieren, inmitten unserer Gespräche mit FTC-Mitarbeitern, um sicherzustellen, dass sie die Fakten, den Kontext und die rechtlichen Fragen verstehen, und bevor wir in der Lage waren, einen Dialog mit den Kommissaren selbst zu führen".

Zusammenfassung
  • FTC klagt Amazon wegen Prime-Abo an
  • Vorwurf: Millionen US-Amerikaner hätten Abo ohne Zustimmung
  • Kündigung erschwert, "Dark Patterns" verwendet
  • Amazon: Vorwürfe "faktisch und rechtlich falsch"
  • Amazon: FTC informierte nicht, bevor Klage angekündigt

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