Qualcomms hohe Hürden: ARM-CPUs in Windows-PCs haben es schwer

Qualcomm will ab diesem Herbst mit seinen neuen, starken "Oryon"-CPUs groß im PC-Markt durchstarten. Trotz aller vollmundigen Ankündigungen des Chipriesen sind die PC-Hersteller aber wohl noch immer skeptisch, sodass es noch einige Hürden zu überwinden gibt.
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Laut dem taiwanesischen Branchendienst DigiTimes herrscht bei den PC-Herstellern noch immer Vorsicht, was die Chancen von Qualcomms ARM-basierten CPUs in PCs und Windows-PCs im Speziellen angeht. Seit der Einführung der ersten Generation von Qualcomms erstem PC-Chip, dem Snapdragon 8cx, geht "der Markt" dem Bericht zufolge aber nicht davon aus, dass die neuen ARM-Chips nicht mit den Produkten der bestehenden Anbieter mithalten können.


Erst mit dem Erfolg der "Apple Silicon-Plattformen ließen die PC-Hersteller den Gedanken zu, dass ARM-SoCs nicht nur eine Nebenrolle im Ökosystem spielen könnten. Allerdings fehlt Qualcomm die gleiche Marken-"Aura", weshalb der US-Konzern es bis heute nicht geschafft hat, das "Wintel"-System zu durchbrechen. Mit der zweiten und dritten Generation des Snapdragon 8cx konnte Qualcomm deshalb bisher nicht sonderlich punkten, auch weil die Performance noch immer nicht überwältigend ausfiel.

Erst nach der Coronapandemie und dem Trend hin zu KI-gestütztem Computing tut sich jetzt angeblich eine Chance für Qualcomm auf. Der Konzern wählte deshalb den gleichen Weg wie Apple, nämlich die Entwicklung von Custom-ARM-Kernen für die neuen "Oryon"-CPUs. Durch eine enge Kooperation mit Microsoft soll außerdem eine bessere Abstimmung zwischen Soft- und Hardware erreicht werden, wie Apple es seit einigen Jahren mit seinen Systemen vormacht.

PC-Hersteller scheuen Kosten für den Architekturwechsel

Damit ist es für die PC-Hersteller aber noch nicht getan. Durch den Wechsel der CPU-Architektur müssen sie im Grunde alle Teile auf dem Mainboard neu anpassen und die Zertifizierung für Ersatzteile erneut vornehmen lassen. Die Kosten für diesen Prozess können angeblich enorm hoch ausfallen, weshalb die Hersteller diese Ausgaben bisher meist scheuen. Da es keine Garantie dafür gibt, dass die fertigen Geräte sich ordentlich verkaufen und skalierbar effizient gefertigt werden können, fällt die Bereitschaft zu Investitionen gering aus.

Qualcomm hat vor allem zwei Argumente, wenn es darum geht, das "Wintel"-Duopol zu durchbrechen, heißt es unter Berufung auf in Taiwan ansässige Hersteller von Peripheriechips. Die Energieeffizienz der ARM-CPUs und die Performance bei KI-Anwendungen sollen Qualcomm zugutekommen. Außerdem soll Microsoft tatsächlich bereit sein, eine hohe Integration von Software und Hardware zu ermöglichen. Dabei müssen Qualcomms Pläne sich aber mit Microsofts Vision einer neuen Definition des PCs decken, heißt es. Sobald sich die Einstellung von Microsoft ändere, seien auch die Notebook- und PC-Hersteller eher bereit, sich einzubringen.

Qualcomms Erfolg rund um den Snapdragon 8cx Gen4, dessen Oryon-Kerne von einem Team aus früheren Apple-Chipdesignern entwickelt werden, hängt also von einer geänderten Einstellung aufseiten der Markenanbieter von PC-Systemen ab, so der Bericht. Noch wichtiger sei aber, wie gut die Performance letztlich wirklich ausfällt.

Zusammenfassung
  • Qualcomm will mit neuen "Oryon"-CPUs groß im PC-Markt durchstarten.
  • Skepsis bei PC-Herstellern, ob ARM-CPUs mithalten können.
  • Apple Silicon-Plattform änderte Einstellung zu ARM-SoCs.
  • Qualcomm muss Marken-"Aura" aufbauen und Performance steigern.
  • Microsoft und Qualcomm kooperieren.
  • PC-Hersteller müssen Mainboards anpassen und neu zertifizieren.
  • Erfolg von Qualcomm hängt von Markenanbietern ab.

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