Kindle Scribe im Langzeittest:
Gut zum Schreiben, suboptimal zum Lesen
Es dauert zwar etwas, bis man sich an die jeweiligen Menüs bzw. die Stiftbedienung gewöhnt hat, aber letztlich geht das schnell. Die Einstellungsmöglichkeiten für den Scribe könnten definitiv umfangreicher sein. Denn allzu weit von der Kindle-Software entfernt sich Amazon nicht. Das hat zwar für langjährige Kindle-Nutzer auch Vorteile, weil sie sich sofort zu Hause fühlen werden, all jene, die den Scribe neu gekauft haben, um damit Notizen zu erstellen, werden möglicherweise etwas enttäuscht sein.
Das liegt daran, dass die Software nicht für Stift-Nutzung optimiert ist. Angepasst ja, aber eben nicht direkt darauf zugeschnitten. Das merkt man beim Schreiben selbst, etwa bei der eingeschränkten Möglichkeit zu Notizen innerhalb von PDF-Dokumenten.
Seit dem Update möglich: mehrere Schreibmodi
Noch mehr merkt man das aber bei der Weiterverarbeitung der Notizen. Denn hier sind die Möglichkeiten stark begrenzt. Im Wesentlichen kann man nämlich nur die auf dem Scribe erstellen Notizen und Skizzen exportieren, und zwar so wie sie sind.
Der Scribe ist derzeit auch nur begrenzt mit anderen Programmen kompatibel. Man kann im Wesentlichen nur seine handschriftlichen Notizen per PDF sowie Mail verschicken, ein Weiterreichen an Office-Anwendungen wie Word ist nicht möglich.
Das soll zwar noch kommen, Amazon spricht bereits seit dem Ende des Vorjahres von "bald" - bisher lässt sich dieses Feature allerdings nicht blicken. Ähnliches gilt für die Synchronisation mit externen Cloud-Diensten wie Dropbox und Google Drive. Das soll noch kommen, auch hier ist jedoch nicht näher bekannt, wann genau.
Nach vielen Wochen im Einsatz haben wir gehofft, dass sich all diese in Aussicht gestellten Features zumindest teilweise blicken lassen, doch Amazon lässt sich hier ungewöhnlich viel Zeit. Einige Kleinigkeiten hat man zwar doch angesprochen, darunter etwa das Anlegen von Unterordnern, die großen Baustellen im Handling bzw. der Weiterverarbeitung der angelegten Notizen und Skizzen bleiben.
Ob sich dieses Geld auch tatsächlich lohnt, ist vor allem eine Frage des Einsatzgebietes. Wer zum Lesen einen Kindle mit großem Display sucht bzw. den Scribe deshalb in Erwägung zieht, sollte sich das gut überlegen. Das liegt, wie zuvor erwähnt, am Gewicht des Geräts. Denn den schönen, großen Bildschirm "erkauft" man sich mit dem Umstand, dass das Ding einfach (zu) schwer ist. Wenn man das Buch oder den bisherigen Kindle am liebsten auf den Tisch oder den Schoß legt: kein Problem. Wer den Reader in der Luft hält, der sollte sich das indes gut überlegen.
Wer ein digitales Notizbuch sucht, weil er endlich das viele Papier auf dem chronisch chaotischen Schreibtisch (Anmerkung des Autors: Schuldig im Sinne der Anklage!) loswerden will oder aus einem sonstigen Grund viel und häufig mitschreibt, der wird im Scribe einen überaus praktischen Begleiter finden.
Man kann es wohl mit einem Vergleich aus dem Sport am besten zusammenfassen: In der A-Note - in diesem Fall der Hardware und deren Handhabung - macht der Scribe alles richtig, man kann von Top-Leistung sprechen. In der B-Note - den erstellten Dokumenten und deren Weiterverarbeitung - indes gibt es Abzüge, und zwar signifikante.
Die gute Nachricht: Die B-Note kann Amazon noch korrigieren. Die Schlechte: Das dauert schon jetzt etwas zu lange - und Amazon muss hier dringend aufs Gaspedal steigen, wenn man den Scribe zu jenem Erfolg verhelfen will, den der Reader eigentlich verdienen würde.
Das liegt daran, dass die Software nicht für Stift-Nutzung optimiert ist. Angepasst ja, aber eben nicht direkt darauf zugeschnitten. Das merkt man beim Schreiben selbst, etwa bei der eingeschränkten Möglichkeit zu Notizen innerhalb von PDF-Dokumenten.
Update macht es besser, aber nicht perfekt
Mittlerweile hat Amazon hier zwar nachgebessert und ein Software-Update veröffentlicht. Dieses brachte neue Schreibmodi - zusätzlich zum Kugelschreiber den Füllfederhalter, Marker und Bleistift - mit sich, diese erweisen sich als sinnvolle Ergänzung. Der Bleistift-Modus wird sicherlich alle freuen, die skizzieren und zeichnen wollen. Denn hier spielen Neigung und Druck des Scribe-Stiftes eine Rolle, damit wird ein Bleistift gut nachgeahmt.
Seit dem Update möglich: mehrere Schreibmodi
Noch mehr merkt man das aber bei der Weiterverarbeitung der Notizen. Denn hier sind die Möglichkeiten stark begrenzt. Im Wesentlichen kann man nämlich nur die auf dem Scribe erstellen Notizen und Skizzen exportieren, und zwar so wie sie sind.
Exportieren mangelhaft
So gibt es beispielsweise bzw. allen voran keine Handschrift-Erkennung. Auf Tablets schafft diese einen enormen Mehrwert, denn in vielen Fällen will man schließlich die Notizen entsprechend maschinell erfassen. Es wäre unmöglich oder besser gesagt extrem zeitraubend gewesen, diesen Test auf dem Kindle Scribe mit dem Stift zu schreiben, um ihn später hier zu veröffentlichen - denn man hätte die Notizen abtippen müssen (vom späteren Dechiffrieren der eigenen Saukralle ganz zu schweigen).Der Scribe ist derzeit auch nur begrenzt mit anderen Programmen kompatibel. Man kann im Wesentlichen nur seine handschriftlichen Notizen per PDF sowie Mail verschicken, ein Weiterreichen an Office-Anwendungen wie Word ist nicht möglich.
Das soll zwar noch kommen, Amazon spricht bereits seit dem Ende des Vorjahres von "bald" - bisher lässt sich dieses Feature allerdings nicht blicken. Ähnliches gilt für die Synchronisation mit externen Cloud-Diensten wie Dropbox und Google Drive. Das soll noch kommen, auch hier ist jedoch nicht näher bekannt, wann genau.
Nach vielen Wochen im Einsatz haben wir gehofft, dass sich all diese in Aussicht gestellten Features zumindest teilweise blicken lassen, doch Amazon lässt sich hier ungewöhnlich viel Zeit. Einige Kleinigkeiten hat man zwar doch angesprochen, darunter etwa das Anlegen von Unterordnern, die großen Baustellen im Handling bzw. der Weiterverarbeitung der angelegten Notizen und Skizzen bleiben.
Fazit
Der Kindle Scribe ist nicht nur der größte Amazon-Reader, er ist auch der bisher teuerste. Denn mit rund 370 Euro mit Standardstift und sogar 400 mit dem (empfehlenswerten) Premium-Eingabestift ist das Gerät alles andere als ein Schnäppchen.Ob sich dieses Geld auch tatsächlich lohnt, ist vor allem eine Frage des Einsatzgebietes. Wer zum Lesen einen Kindle mit großem Display sucht bzw. den Scribe deshalb in Erwägung zieht, sollte sich das gut überlegen. Das liegt, wie zuvor erwähnt, am Gewicht des Geräts. Denn den schönen, großen Bildschirm "erkauft" man sich mit dem Umstand, dass das Ding einfach (zu) schwer ist. Wenn man das Buch oder den bisherigen Kindle am liebsten auf den Tisch oder den Schoß legt: kein Problem. Wer den Reader in der Luft hält, der sollte sich das indes gut überlegen.
Wer ein digitales Notizbuch sucht, weil er endlich das viele Papier auf dem chronisch chaotischen Schreibtisch (Anmerkung des Autors: Schuldig im Sinne der Anklage!) loswerden will oder aus einem sonstigen Grund viel und häufig mitschreibt, der wird im Scribe einen überaus praktischen Begleiter finden.
Man kann es wohl mit einem Vergleich aus dem Sport am besten zusammenfassen: In der A-Note - in diesem Fall der Hardware und deren Handhabung - macht der Scribe alles richtig, man kann von Top-Leistung sprechen. In der B-Note - den erstellten Dokumenten und deren Weiterverarbeitung - indes gibt es Abzüge, und zwar signifikante.
Die gute Nachricht: Die B-Note kann Amazon noch korrigieren. Die Schlechte: Das dauert schon jetzt etwas zu lange - und Amazon muss hier dringend aufs Gaspedal steigen, wenn man den Scribe zu jenem Erfolg verhelfen will, den der Reader eigentlich verdienen würde.
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