Betrüger "klonen" per KI Stimme, täuschen Kindesentführung vor

Es ist ein Anruf, der bei allen Panik auslösen würde, nämlich von Entführern, die behaupten, dass sie ein Kind in ihrer Gewalt haben. Als Beweis haben sie eine "echte" Aufnahme der Stimme des Kindes. Doch was ist, wenn das alles so nicht stimmt und mit KI-Hilfe erschwindelt wurde?
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Künstliche Intelligenzen sind heutzutage omnipräsent. Sie erschaffen nicht nur menschlich klingende Texte und täuschend echt aussehende Bilder, sondern sind auch in der Lage Stimmen zu "imitieren". Das hat nun zu einem Fall geführt, der eine betrügerische und kriminelle Masche darstellt, die mehr als widerwärtig ist.

Denn laut einem Bericht der New York Post bzw. des Lokalsenders WKYT hat eine Frau aus Arizona namens Jennifer DeStefano einen Anruf bekommen, der allem Anschein nach von Entführern stammte. Unbekannte verlangten ein Lösegeld in Höhe von einer Million Dollar und ließen die Tochter auch zum Beweis sprechen. Doch dabei handelt es sich um eine per KI-generierte Aufnahme.


"Ich habe Ihre Tochter"

Doch diese Aufzeichnung war täuschend echt: "Ich habe nicht eine Sekunde daran gezweifelt, dass sie es war", sagt DeStefano. "Das ist der verrückte Teil, der mich zutiefst erschüttert hat." Ihre 15-jährige Tochter Brie war eigentlich auf einem Skiausflug und die Mutter bekam eines Tages einen Anruf, in dem ihre Tochter sagt, dass sie Mist gebaut habe: "Dann ging dieser Mann ans Telefon und sagte: 'Hören Sie zu. Ich habe Ihre Tochter. Ich sage dir, wie es ablaufen wird. Du rufst die Polizei, du rufst irgendjemanden an, ich werde sie mit Drogen vollpumpen. Ich werde mit ihr machen, was ich will, und sie dann in Mexiko absetzen."

DeStefano fiel zunächst darauf ein, sagte aber auch, dass sie keine Million besitze - woraufhin der angebliche Entführer auf 50.000 Dollar herunterging. Zum Zeitpunkt des Anrufs war sie allerdings von anderen Müttern umgeben, diese riefen nicht nur umgehend die Polizei an, sondern auch DeStefanos Mann. Dieser konnte schnell bestätigen, dass die Tochter in Sicherheit ist.

Sensibles nicht öffentlich machen

Dan Mayo von FBI bestätigte, dass es seit einer Weile vermehrt zu solchen Anrufen kommt. Die erforderlichen Daten bekommen die Betrüger über soziale Medien, Name, Telefonnummer und weitere persönliche Informationen sind dort relativ leicht abgreifbar, die Stimme bekommt man einfach über öffentlich einsehbare Videos.

Mayo empfiehlt deshalb, öffentliche Profile zu vermeiden: "Man muss diese Dinge unter Verschluss halten. Das Problem ist, dass man, wenn man sie öffentlich macht, es zulässt, dass man von solchen Leuten betrogen wird. Denn sie suchen nach öffentlichen Profilen, die so viele Informationen wie möglich über einen enthalten, und wenn sie diese in die Finger bekommen, werden sie diese auch einsetzen."

Siehe auch:

Zusammenfassung
  • KI-Hilfe ermöglicht es, menschlich klingende Stimmen zu imitieren.
  • Eine Frau aus Arizona erhielt einen Anruf von Entführern, die behaupteten, ihre Tochter zu haben.
  • Der Anruf enthielt eine Aufnahme der Stimme des Kindes, die per KI generiert wurde.
  • Betrüger bekommen die Daten über soziale Medien, um diese Masche anzuwenden.
  • FBI-Agent Mayo empfiehlt, öffentliche Profile zu vermeiden, um Betrug zu verhindern.
  • Die Betrüger wurden entlarvt, aber die Masche ist mehr als widerwärtig.

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