China: Kein Ende der Mega-Dürre in Sicht - mit Folgen für die Industrie

China wird weiterhin von der schlimmsten Dürre im Griff gehalten, an die man sich in dem Land erinnern kann. Dies bringt zunehmend auch die globalen Lieferketten in neue Schwierigkeiten, da die großen Produktions-Anlagen nicht mehr genug Energie bekommen.
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In einigen Regionen wurden bereits ganze Industriezweige für mehrere Tage heruntergefahren. Betroffen ist vor allem die Provinz Sichuan, in der verschiedene Werke der Halbleiter-Branche und auch Produzenten von Batterie-Lithium ansässig sind, weil sie dort normalerweise billigen Strom aus den großen Wasserkraftwerken erhielten.

Inzwischen können diese aber nur noch einen Bruchteil der Energie liefern, auf die sie ausgelegt sind. Denn es fehlt großflächig an Wasser. Der Poyang Hu, der größte Süßwassersee Chinas, ist bereits auf ein Viertel seiner Größe zusammengeschrumpft. Und vom mächtigen Jangtse, dem drittgrößten Fluss der Welt, ist nur noch ein Rinnsal geblieben.

Langfristige Folgen absehbar

Selbst wenn in der nächsten Zeit die sehnlich erwarteten Regenfälle kommen sollten, dürfte es sich noch längere Zeit hinziehen, bis es zu einer Normalisierung der Lage kommt. Die Stromengpässe wirken sich dabei zunehmend auch auf andere Landesteile aus, die von den großen Wasserkraftwerken mitversorgt wurden und das betrifft natürlich ebenso die Atom- und Kohlekraftwerke, denen jetzt ebenso das Kühlwasser fehlt. Insofern ist derzeit überhaupt noch nicht klar, wann auch die produzierende Industrie wieder voll in ihre Tätigkeit einsteigen kann - auch wenn die kompletten Werksschließungen jetzt wohl erst einmal vorbei sind.

Experten gehen inzwischen davon aus, dass die aktuelle Dürre in China auch längerfristige Auswirkungen haben wird. Denn die verschiedenen Branchen weltweit, die das Land lange als idealen Produktionsstandort ausgemacht hatten, dürften sich angesichts der nun gemachten Erfahrungen zwangsweise neu orientieren. Um sich angesichts der fortschreitenden Klimakrise gegen massive Produktionsausfälle zu wappnen, dürfte man dazu übergehen, die Lieferketten und Standorte stärker zu dezentralisieren.

Siehe auch: Klimakrise: Strom fehlt - China muss viele IT-Fabriken schließen
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