Frankreich will AKW-Betreiber EDF jetzt komplett verstaatlichen
Der französische Energieversorger EDF soll komplett verstaatlicht werden. Die Regierung will rund zehn Milliarden Euro einsetzen, um die anderen Anteilseigner auszuzahlen - Widerstand dürfte es angesichts der Lage kaum geben.
Das liegt teils daran, dass die von der Regierung gebotenen 12 Euro je Aktie immerhin um mehr als 50 Prozent über dem letzten Schlusskurs lagen. Seitens der Anleger dürfte auch klar sein, dass es wohl nur noch wenige Gelegenheiten geben wird, so viel Geld mit einem Verkauf von EDF-Aktien zu machen. Denn der Konzern steckt seit längerer Zeit in der Krise und durch die Zukunftsplanungen von politischer Seite kann kaum Hoffnung auf Besserung entstehen.
Derzeit sitzt die EDF auf einem maroden Park von Kernkraftwerken. Bereits seit Monaten sind viele Anlagen nicht mehr am Netz, weil die alten Systeme immer mehr Fehler aufweisen. In den letzten Wochen kam noch die Dürre hinzu, die wegen des Mangels an ausreichendem Kühlwasser weitere Reaktoren in die Abschaltung zwang. Derzeit stellt sich die Situation so dar, dass mehr als die Hälfte der 56 Reaktoren keinen Strom produziert und viele von ihnen wohl erst nach hohen Investitionen in Wartungsarbeiten wieder ans Netz können. Und für diese hat das hochverschuldete Unternehmen bereits jetzt kaum Geld.
Trotz allem setzt man in Paris weiter auf Kernkraft und plant jetzt erst einmal den Bau sechs neuer Reaktoren. Es gibt wenig Gründe anzunehmen, dass diese im Rahmen ihres Finanzplans fertiggestellt werden können. Allerdings hofft man in der französischen Regierung, durch die Verstaatlichung der EDF eine Neuorganisation umsetzen zu können, die das Unternehmen wieder auf Kurs bringt. Die Rechnung wird so auf jeden Fall der Bürger zu tragen haben - entweder über Steuermittel, an die das Staatsunternehmen dann gebunden wäre, oder aber über den Strompreis.
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Derzeit sitzt die EDF auf einem maroden Park von Kernkraftwerken. Bereits seit Monaten sind viele Anlagen nicht mehr am Netz, weil die alten Systeme immer mehr Fehler aufweisen. In den letzten Wochen kam noch die Dürre hinzu, die wegen des Mangels an ausreichendem Kühlwasser weitere Reaktoren in die Abschaltung zwang. Derzeit stellt sich die Situation so dar, dass mehr als die Hälfte der 56 Reaktoren keinen Strom produziert und viele von ihnen wohl erst nach hohen Investitionen in Wartungsarbeiten wieder ans Netz können. Und für diese hat das hochverschuldete Unternehmen bereits jetzt kaum Geld.
Immer neue Gelder
Das dürfte sich in der nächsten Zeit auch nicht wirklich bessern. Denn die EDF hat immer noch mit dem Bau des neuen Druckwasserreaktors in Flammanville zu kämpfen. Dieser sollte bereits vor zehn Jahren ans Netz gehen, was aber noch immer nicht der Fall ist. Die Baukosten sind im Zuge dessen bereits von geplanten 3 Milliarden auf rund 19 Milliarden Euro gestiegen.Trotz allem setzt man in Paris weiter auf Kernkraft und plant jetzt erst einmal den Bau sechs neuer Reaktoren. Es gibt wenig Gründe anzunehmen, dass diese im Rahmen ihres Finanzplans fertiggestellt werden können. Allerdings hofft man in der französischen Regierung, durch die Verstaatlichung der EDF eine Neuorganisation umsetzen zu können, die das Unternehmen wieder auf Kurs bringt. Die Rechnung wird so auf jeden Fall der Bürger zu tragen haben - entweder über Steuermittel, an die das Staatsunternehmen dann gebunden wäre, oder aber über den Strompreis.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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