Netflix: Start des günstigen Abos mit Werbung erst für 2023 geplant

Netflix bestätigt den Verlust von beinahe einer Million Abonnenten. Große Hoffnung setzt der Streaming-Dienst in günstigere, durch Werbung finanzierte Tarife. Mit diesen ist jedoch nicht vor 2023 zu rechnen, wie das Unternehmen im Zuge der Ankündigung von Finanzzahlen bekanntgibt.
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Während im Vorfeld ein noch größerer Mitgliederschwund prognostiziert wurde, sinkt die Anzahl zahlender Abonnenten im zweiten Quartal 2022 um etwa 970.000 auf insgesamt 220,67 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr steht somit weiterhin ein Plus von mehr als 11 Millionen Kunden unter dem Strich, was sich ebenfalls positiv auf die finanzielle Lage des Unternehmens auswirkt. Der Umsatz lag mit 7,97 Milliarden US-Dollar über dem der zurückliegenden Quartale, der Nettogewinn von 1,44 Milliarden US-Dollar allerdings nur knapp über dem Vorjahresniveau.


Teure Produktionen und Pläne für Werbeunterbrechungen

Die verlorenen Abonnenten plant Netflix im dritten Quartal zurückzugewinnen, so zumindest lautet die Prognose. Das Finale der vierten Staffel von Stranger Things und die 200-Millionen-Dollar-Produktion The Gray Man sollen bereits im Juli für einen gewissen Aufschwung sorgen. Während die Zahlen nach dem Corona-Boom jedoch derzeit eher nach Stagnation wirken, stellt der Streaming-Anbieter im Hintergrund die Weichen für eine Verbesserung der Gesamtsituation - zumindest in Hinsicht auf die Finanz- und Mitgliederzahlen.

Langsam aber sicher nehmen die Pläne eines durch Werbung finanzierten und somit günstigeren Netflix-Tarifs Formen an. Kürzlich hatte das Unternehmen bestätigt, für die Umsetzung unter anderem Microsoft ins Boot zu holen. Netflix wird das neue Abonnement jedoch nicht wie vermutet bereits in diesem, sondern frühestens zu Beginn des nächsten Jahres einführen. Dabei ist der Start vorerst nur für eine Handvoll Märkte geplant, in denen die Werbeausgaben hoch sind. Ob und wann das werbefinanzierte Abo nach Deutschland kommt, ist somit weiterhin unklar.

Abgespecktes Portfolio und Pläne gegen Account-Sharing

Grund für die Verzögerungen scheinen Verträge mit diversen Studios zu sein, die keine zusätzlichen Werbemaßnahmen vorsehen. Anstatt die Auswahl an Filmen und Serien für potenzielle Kunden des Werbeabos zu verkleinern, versucht das Unternehmen die Probleme mit seinen Vertragspartnern aus der Welt zu schaffen und so auch im günstigeren Tarif ein vollumfängliches Programm zu liefern.

Abseits davon versucht Netflix im Verlauf des Jahres am Account-Sharing vieler Kunden mitzuverdienen. Mehr als 100 Millionen Haushalte sollen über den Streaming-Dienst verfügen, ohne direkt dafür zu bezahlen. Erst in dieser Woche gab das Unternehmen dazu weitere Pläne bekannt, unter anderem die einer neuen Gebühr für zusätzliche Haushalte.

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