Friss oder geh: Netflix verpasst kritischen Mitarbeitern einen Maulkorb
Netflix surfte lange auf einer Erfolgswelle, das Wachstum kannte kaum Grenzen und entsprechend konnte man Kritik und Probleme abschütteln. Aktuell läuft es aber nicht gut und das legt Wunden offen. Internen Frust "bekämpft" Netflix mit einer neuen Passage zur Unternehmenskultur.
Netflix hat Anfang 2022 zum ersten Mal seit einer gefühlten und wohl auch faktischen Ewigkeit Abonnenten verloren, in den ersten drei Monaten dieses Jahres hatte der Streaming-Marktführer rund 200.000 zahlende Kunden weniger als im letzten Quartal 2021.
Das ist für ein so auf Wachstum getrimmtes Unternehmen wie Netflix eine regelrechte Katastrophe. Seither herrscht im Hauptquartier Los Gatos schiere Panik und man überlegt, wie man diesem Negativtrend Einhalt gebieten kann - und plant Maßnahmen gegen Passwort-Sharing und auch ein werbefinanziertes Abonnement.
Auch intern hat man seit einer Weile Probleme, es gab beispielsweise viel Ärger um Witze und Aussagen des Stand-Up-Komikers Dave Chappelle. Dieser hat in einem Comedy-Special transphobe Aussagen gemacht und damit einige Netflix-Mitarbeiter gegen die Führung des Dienstes aufgebracht. Die hielt ihrem Star aber die Stange und will nun kritische Stimmen kategorisch unterdrücken.
"Deshalb bieten wir eine große Auswahl an Fernsehsendungen und Filmen an, von denen einige provokativ sein können", schreibt Netflix weiter. "Nicht jeder wird alles in unserem Service mögen oder damit einverstanden sein."
Angestellte müssen dann auch die folgenden Sätze schlucken: "Als Mitarbeiter unterstützen wir den Grundsatz, dass Netflix eine Vielfalt an Geschichten anbietet, auch wenn wir einige Titel als konträr zu unseren eigenen persönlichen Werten empfinden. Je nach Rolle muss man vielleicht an Titeln arbeiten, die man als schädlich empfindet. Wenn es jemandem schwerfällt, unsere inhaltliche Breite zu unterstützen, ist Netflix vielleicht nicht der beste Ort für (diese Person)."
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Das ist für ein so auf Wachstum getrimmtes Unternehmen wie Netflix eine regelrechte Katastrophe. Seither herrscht im Hauptquartier Los Gatos schiere Panik und man überlegt, wie man diesem Negativtrend Einhalt gebieten kann - und plant Maßnahmen gegen Passwort-Sharing und auch ein werbefinanziertes Abonnement.
Auch intern hat man seit einer Weile Probleme, es gab beispielsweise viel Ärger um Witze und Aussagen des Stand-Up-Komikers Dave Chappelle. Dieser hat in einem Comedy-Special transphobe Aussagen gemacht und damit einige Netflix-Mitarbeiter gegen die Führung des Dienstes aufgebracht. Die hielt ihrem Star aber die Stange und will nun kritische Stimmen kategorisch unterdrücken.
Wem das nicht passt, kann gehen
Denn wie Variety berichtet, hat Netflix nun seine Leitlinien zur "Netflix-Kultur" aktualisiert. Denn dort heißt es in einer (bisher nur in der englischen Fassung verfügbaren) neuen Passage mit dem Titel "Artistic Expression", dass es eine große Chance sowie Herausforderung sei, die "Welt zu unterhalten", da die "Zuschauer sehr unterschiedliche Geschmäcker und Sichtweisen" hätten."Deshalb bieten wir eine große Auswahl an Fernsehsendungen und Filmen an, von denen einige provokativ sein können", schreibt Netflix weiter. "Nicht jeder wird alles in unserem Service mögen oder damit einverstanden sein."
Angestellte müssen dann auch die folgenden Sätze schlucken: "Als Mitarbeiter unterstützen wir den Grundsatz, dass Netflix eine Vielfalt an Geschichten anbietet, auch wenn wir einige Titel als konträr zu unseren eigenen persönlichen Werten empfinden. Je nach Rolle muss man vielleicht an Titeln arbeiten, die man als schädlich empfindet. Wenn es jemandem schwerfällt, unsere inhaltliche Breite zu unterstützen, ist Netflix vielleicht nicht der beste Ort für (diese Person)."
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