iMessage: Grüne Nachrichten üben Druck zum iPhone-Kauf aus
Die Farbgebung der Nachrichten in Apples iMessage trägt dazu bei, vor allem Jugendliche unter Druck zu setzen, sich ebenfalls ein iPhone zuzulegen. Der Effekt erklärt auch Apples Weigerung, eine iMessage-App für Android zu entwickeln.
Nachrichten anderer Nutzer der in iOS integrierten Nachrichten-App werden mit einem blauen Hintergrund dargestellt. Wenn der Kommunikationspartner hingegen von einem Android-Smartphone aus per SMS schreibt, sind die Mitteilungen grün hinterlegt - und das ist nicht nur eine Kennzeichnung der verschiedenen Übermittlungswege, sondern letztlich auch ein Hinweis auf einen anderen verfügbaren Funktionsumfang.
Viel wichtiger für Apple ist hingegen das daraus entstehende so genannte Nudging. Dabei handelt es sich um einen Effekt, der in der Marketing-Welt weithin bekannt ist: Statt plumper Werbemitteilungen setzt man hier auf einen sehr subtilen, aber nicht weniger effektiven sozialen Druck, der letztlich zu bestimmten Entscheidungen führt - wie etwa darüber, welches Produkt man am Ende kaufen wird.
Hier dürfte sich auch eine Erklärung dafür finden, warum Apple dem immer wieder aufkommenden Druck, iMessage auch auf Android bereitzustellen, nicht nachgeben will. Denn dann würde man ein durchaus nicht zu verachtendes Verkaufsargument für die eigenen iPhones aus der Hand geben. Und während Apple-Manager immer wieder auf verschiedene technische Schwierigkeiten bei einer Portierung verweisen, dürfte klar sein, dass Apples überaus fähige Marketing-Abteilung die Chat-Farben ziemlich genau einzuschätzen weiß.
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Viel wichtiger für Apple ist hingegen das daraus entstehende so genannte Nudging. Dabei handelt es sich um einen Effekt, der in der Marketing-Welt weithin bekannt ist: Statt plumper Werbemitteilungen setzt man hier auf einen sehr subtilen, aber nicht weniger effektiven sozialen Druck, der letztlich zu bestimmten Entscheidungen führt - wie etwa darüber, welches Produkt man am Ende kaufen wird.
Dazugehören ist wichtig
Und dies funktioniert bei iMessage sehr gut, wie das Wall Street Journal aufzeigt. Demnach gibt es zahlreiche Nutzer, die letztlich zum "blauen Kreis" gehören wollen. Das betrifft natürlich insbesondere Freundeskreise, in denen ohnehin bereits die meisten Nutzer über ein iPhone verfügen. Hier ist man nicht nur dann direkt als "Außenstehender" erkennbar, wenn man anderen beispielsweise im Café gegenübersitzt und zum Smartphone greift. Auch in den Chatverläufen ist klar zwischen den iOS-Nutzern und den Anderen getrennt.Hier dürfte sich auch eine Erklärung dafür finden, warum Apple dem immer wieder aufkommenden Druck, iMessage auch auf Android bereitzustellen, nicht nachgeben will. Denn dann würde man ein durchaus nicht zu verachtendes Verkaufsargument für die eigenen iPhones aus der Hand geben. Und während Apple-Manager immer wieder auf verschiedene technische Schwierigkeiten bei einer Portierung verweisen, dürfte klar sein, dass Apples überaus fähige Marketing-Abteilung die Chat-Farben ziemlich genau einzuschätzen weiß.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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