Jahreswechsel: Y2K22-Bug verhindert Mail-Versand über Exchange
Ein schwerwiegender Fehler bei der Datums-Konvertierung von Microsoft Exchange sorgt dafür, dass zahlreiche Server weltweit keine E-Mails mehr zustellen können. Administratoren haben jedoch die Option, auf einen einfachen Workaround zurückzugreifen, um den Bug zu beheben.
Wer einen On-Premises Exchange-Server betreibt, wurde zum Jahreswechsel von einem verheerenden Fehler überrascht. Die Systeme konnten keine Mails mehr transportieren. Den Administratoren wurde nur die Fehlermeldung, dass der Datums-Wert "2201010001" nicht in einen Integer konvertiert werden kann, angezeigt. Der maximale Wert für einen 32-Bit-Integer mit Vorzeichen beträgt "2147483647", sodass sich die Variable nicht speichern lässt.
Das hat für ein Problem in einem Update für die "MS Filtering Engine" gesorgt. Die Software hat die Möglichkeit, Schadsoftware zu erkennen und wird regelmäßig aktualisiert. Das Programm besitzt eine zehn Ziffern lange Versionsnummer, die mit dem aktuellen Jahr beginnt. Da die neueste Version am 1. Januar 2022 veröffentlicht wurde und in einer 32-Bit großen Integer-Variable gespeichert wird, konnte der Wert nicht korrekt verarbeitet werden. Die fehlenden Filter sorgen dafür, dass gar keine Mails mehr freigegeben wurden. Der Bug betrifft alle selbst gehosteten Exchange-Versionen. Outlook-365-Kunden sind also nicht betroffen.
Bisher haben sich die Redmonder noch nicht zu dem Problem geäußert. Es wäre allerdings denkbar, dass die zuständigen Entwickler den Bug relativ schnell beheben. Microsoft soll bereits ein Update bereitgestellt haben. Einigen Administratoren zufolge wird der Fehler damit jedoch nicht behoben. Wann ein funktionsfähiger Patch erscheint, ist also noch unklar.
Siehe auch:
Admins können einen Workaround nutzen
Wie einige Reddit-Nutzer berichten, kann der Anti-Malware-Filter deaktiviert werden. Anschließend werden sämtliche E-Mails wieder zugestellt. Solange der Speicherplatz nicht vollständig erschöpft wurde, werden dann auch alle zunächst geblockten Nachrichten wieder transportiert. Um den Filter zu deaktivieren, muss das "Disable-AntiMalwareScanning.ps1"-Skript aus dem Installations-Verzeichnis ausgeführt und der Dienst neu gestartet werden.Bisher haben sich die Redmonder noch nicht zu dem Problem geäußert. Es wäre allerdings denkbar, dass die zuständigen Entwickler den Bug relativ schnell beheben. Microsoft soll bereits ein Update bereitgestellt haben. Einigen Administratoren zufolge wird der Fehler damit jedoch nicht behoben. Wann ein funktionsfähiger Patch erscheint, ist also noch unklar.
Update 2. Januar 2022: Microsoft hat sich trotz Feiertage und Notbesetzung bereits zu dem Y2K22-Bug geäußert - und einen Hotfix bereitgestellt.
Siehe auch:
- In Deutschland sind 12.000 Exchange-Server problemlos angreifbar
- Microsoft Exchange: Russische Entwickler arbeiten an Server-Ersatz
- Interne E-Mails: Hacker nutzen Exchange-Lücke mit fiesem Trick aus
- Massive Sicherheitsprobleme durch alte Exchange Server in Deutschland
- Neue Exchange-Angriffe: Hacker nutzen bekannte Sicherheitslücke
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