Highspeed überall bleibt Wunschtraum: mmWave-5G rechnet sich kaum

Das sogenannte mmWave-5G wird seit jeher als nächster wirklich großer Schritt in Sachen Mobilfunk vermarktet, soll es nach dem Willen der Fürsprecher doch enorme Übertragungsraten und eine Vernetzung endlos vieler Geräte und Gegenstände bringen. Die Realität sieht anders aus. Wie das Magazin SDX Central unter Berufung auf den Analysten Earl Lum von EJL Wireless Research berichtet, schrumpft die Wahrscheinlichkeit einer weitreichenden Verwendung von mmWave-5G zusehends, weil sich für die Netzbetreiber mittlerweile abzeichnet, dass die Kosten für einen flächendeckenden Einsatz schlichtweg den Nutzen bei weitem übersteigen.

Viel Geld investiert, wenig Nutzung

Weil mmWave-5G aufgrund hoher Frequenzen und dadurch stark verringerter Reichweiten die Installation endlos vieler Basisstationen voraussetzen würde, scheuen die Operator zunehmend den breiten Einsatz, so Lum. Der US-Netzbetreiber Verizon, der zu den Vorreitern rund um mmWave-5G gehörte, engagierte sich Anfangs seiner Meinung auch nur deshalb so stark für diesen Bereich, weil das Unternehmen schlichtweg keine Lizenzen für andere 5G-Frequenzen erwerben konnte.

Zwar hat Verizon allein in diesem Jahr nach eigenen Angaben mehr als 14.000 mmWave-Zellen installiert, doch hält sich deren Nutzung wohl stark in Grenzen. Selbst der Chef von Verizon hatte zuletzt das nur noch recht vorsichtige Ziel ausgegeben, mindestens fünf Prozent des Netzverkehrs in städtischen Umgebungen im Netz seines Unternehmens per mmWave-5G abwickeln zu wollen.

Unabhängige Beobachter stellten jedoch fest, dass Verizons 5G "Ultra Wideband", so die Marketing-Bezeichnung, die der Konzern verwendet, nur rund 0,5 Prozent der 5G-Verbindungen in den USA ausmachte. Für Verizon und andere mmWave-Netzbetreiber sei es deshalb extrem schwierig, die hohen Kosten für den Ausbau ihrer Infrastruktur zu rechtfertigen.

mmWave-Zellen haben zu geringen Radius

Lum zufolge deckten bei Tests in der US-Westküstenmetropole San Diego und deren Vorort Chula Vista die meisten mmWave-Zellen nur einen Bereich im Umkreis von jeweils durchschnittlich rund 150 Metern ab. Zwar ließen sich per mmWave-5G Übertragungsraten im Gigabit-Bereich realisieren, doch in der Praxis sei dies wirtschaftlich kaum in der Fläche realisierbar.

In der Realität würden die mmWave-Signale meist von Bäumen, Gebäuden und diversen anderen Hindernissen ausgebremst, so dass man Millionen teure Basisstationen installieren müsste, um eine breitere Abdeckung zu erreichen. Dies sei schlichtweg nicht möglich, so dass für mmWave-5G nur noch wenige brauchbare Nutzungsszenarien übrig bleiben, so Lum.

Selbst für Nischenszenarien kaum lohnenswert

Bei einem Preis der Small-Cell-Basisstationen zwischen 7500 und 10.000 Dollar und den Kosten von Funkmasten von bis zu 50.000 Dollar, sowie Zusatzkosten für geologische Untersuchungen und die Glasfaser-Infrastruktur für den Anschluss der Zellen an das eigentliche Backbone, seien die Kosten einfach viel zu hoch.

Verizon und andere Netzbetreiber würden deshalb zunehmend nur noch Nischenanwendungen per mmWave-5G bedienen, während sie sich auf den Ausbau der Sub-6-GHz-Netze konzentrieren. Die niedrigeren Frequenzen würden eine weiterreichende Abdeckung ermöglichen, auch wenn die Übertragungsraten im Schnitt deutlich niedriger ausfallen.

Tatsächlich hat Verizon bereits begonnen, sich auf das sogenannte Midband zu konzentrieren, während in Europa und anderswo ohnehin kaum mmWave-5G verwendet wird und den meisten Endgeräten hierzulande ohnehin die entsprechende Hardware-Unterstützung fehlt. Auf Nutzerseite ist dies bei mmWave-Netzen übrigens ebenfalls ein Problem: die schnellere Funktechnik benötigt mehr Energie, was sich negativ auf die Laufzeit von Smartphones und andere Geräte auswirkt. Samsung, Mobilfunk, Test, 5G Samsung, Mobilfunk, Test, 5G Samsung
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