Media Markt & Saturn von Ransomware-Attacke betroffen, Kassen offline

Die größte deutsche Einzelhandelskette für Elektronikprodukte Media Markt & Saturn ist offenbar einem Ransomware-Angriff zum Opfer gefallen. Derzeit sind die Server für das Kassensystem der zahlreichen Märkte nicht mehr nutzbar. Das Problem besteht europaweit. Wie niederländische Medien und Mitarbeiter von Media Markt und Saturn auf Twitter zuerst meldeten, gab es eine Ransomware-Attacke auf die Elektronikmärkte der Ceconomy-Gruppe. Noch ist unklar, wie umfangreich die Attacke ist und ob dabei Kundendaten in falsche Hände geraten sind. Mittlerweile hat eine Unternehmenssprecherin den Angriff gegenüber den Kollegen von Heise bestätigt. Infografik: Die Top 10 Online-Shops in DeutschlandAmazon, Otto, Zalando & Co: Die Top 10 Online-Shops in Deutschland

Attacke auf Windows-Server zwingt Kassen europaweit offline

Demnach wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag von einer Gruppe eine Cyber-Attacke durchgeführt, von der alle Landesgesellschaften von MediaMarktSaturn betroffen sind. Neben Deutschland sind also auch die anderen europäischen Niederlassungen betroffen. Media Markt betreibt auch Filialen in den Niederlanden, Belgien, Spanien, Italien, Schweden, Griechenland, Polen, Österreich und der Schweiz.

Die Online-Shops von Media Markt und Saturn sollen von dem Angriff nicht betroffen sein, so dass für die Kunden derzeit kein Handlungsbedarf besteht, heißt es weiter. Die Filialen sollen weiter geöffnet bleiben, wobei der Verkauf von örtlich vorhandener Ware weiterläuft. Neue Bestellungen, Rückgaben oder Abholungen sind laut Meldungen aus den Niederlanden derzeit aber nicht möglich.

Tausende Server angeblich verschüsselt

Derzeit untersucht MediaMarktSaturn nach Angaben der Sprecherin mit Hilfe von internen und externen Experten, wie groß der durch die Angreifer entstandene Schaden ist. Laut internen Mitteilungen, die offenbar an die Märkte des Elektronikeinzelhändlers verschickt wurden, ist davon die Rede, dass rund 3100 Windows-Server mit einem Krypto-Virus infiziert worden sein sollen.

Die auf den Rechnern hinterlegten Daten seien von einem Trojaner verschlüsselt worden, wobei auch die Systeme des Warenwirtschaftssystems in den Märkten betroffen sein sollen. Die Mitarbeiter der einzelnen Geschäfte wurden angeblich aufgefordert, ihre Kassen von den Netzwerken vor Ort zu trennen und den Kunden gegenüber um Verständnis zu bitten, aber keine weiteren Auskünfte zu erteilen.

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