Pegasus: Staatstrojaner auf Handys vieler Journalisten und Anwälte

Erneut sorgt ein Hersteller von Staatstrojanern für Schlagzeilen: Die Tools der israelischen NSO Group sollen in großem Umfang eingesetzt werden, um Journalisten, Anwälte und andere nichtkriminelle Nutzer zu bespitzeln.
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Laut einem Bericht der BBC ist eine Liste mit rund 50.000 Telefonnummern aufgetaucht, die zu Geräten gehören, die von der Pegasus-Malware angegriffen wurden. Bei diesem Schadcode handelt es sich um Spionage-Tools aus dem Hause NSO, die unter anderem auch an Behörden diverser autoritärer Staaten oder auch an Regierungen mit zumindest entsprechenden Tendenzen verkauft wurden.

Laut dem Marketing des Herstellers ist die Software natürlich für den Kampf gegen Kriminelle und Terroristen vorgesehen. Was man darunter versteht, ist aber ohnehin aus Sicht so mancher Regierung eine reine Definitionsfrage. Journalisten und Anwälte fallen für manchen Machthaber durchaus in diese Kategorie.

Wertvolle Exploits

Die Telefonnummern auf der Liste verteilen sich im Grund über die ganze Welt - es gibt allerdings einige klare Schwerpunkte. So konzentrieren sich größere Gruppen auf Länder wie Aserbaidschan, Bahrain, Indien, Kasachstan, Mexiko, Marokko, Ruanda, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und auch das EU-Mitglied Ungarn. Es ist nicht bekannt, ob wirklich alle enthaltenen Nummern derzeit auch von Pegasus bespitzelt werden - Stichproben ergaben allerdings keine Geräte, die nicht mit der Malware infiziert waren.

Und anhand der Nachverfolgung, wem die Nummern gehören, ergaben sich auch einige pikante Details. So sind unter anderem auch mehrere Personen aus dem Umfeld Jamal Khashoggis betroffen. Dabei handelt es sich um einen saudiarabischen Journalisten, der im Exil lebte und während eines notwendig gewordenen Besuchs in einer Botschaft seines Heimatlandes brutal ermordet wurde.

Die Pegasus-Software der NSO Group kann sowohl gegen Android- als auch iOS-Geräte eingesetzt werden. Der Hersteller verfügt dabei offenbar kaum über Grenzen, wenn es um die Beschaffung von Exploits geht. So soll die aktuellste Version von iOS mit Pegasus infiziert werden können, indem man einfach eine Textnachricht an das anvisierte iPhone schickt - eine Nutzer-Interaktion ist nicht notwendig. Ein solcher Exploit dürfte auf dem Markt mindestens einige Millionen Euro kosten.

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