Olympia in Tokio erlebt Debüt von E-Sports - es ist aber sehr eigenwillig

Die Olympischen Spiele in Tokio sollten bereits 2020 stattfinden, doch sie mussten wegen der Pandemie verschoben werden. Und auch aktuell ist nicht klar, ob sie stattfinden werden. Sollte das der Fall sein, dann wird es auch erstmals E-Sport zu sehen geben - mit einem großen Aber.
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Von 23. Juli bis zum 8. August 2021 sollen in der japanischen Hauptstadt die Olympischen Sommerspiele 2020 über die Bühne gehen. Wörter wie "vielleicht" oder "wahrscheinlich" können in Zeiten der Corona-Pandemie jedoch nicht weggelassen werden, zudem die Veranstaltung in Japan höchst umstritten ist. Sollte die Olympische Flamme aber wie geplant in diesem Sommer in Tokio brennen, dann wird man auch erstmals E-Sports zu sehen bekommen - oder besser gesagt kurz zuvor.

Olympic Virtual Series

Denn das Internationale Olympische Komitee (IOC) veranstaltet kurz vor den Sommerspielen die Olympic Virtual Series, das ist das erste virtuelle Sport-Event der olympischen Geschichte. Damit reagiert das IOC zögerlich, aber doch auf den schon viele Jahre anhaltenden Trend zu E-Sport.

Allerdings sollten sich E-Sport-Fans bei diesem olympischen Turnier bzw. Rahmenprogramm kein Fortnite, Overwatch oder League of Legends erwarten. Die Spieleliste des IOC ist freundlich gesagt eigenwillig. Denn das IOC hat insgesamt fünf Sportarten ausgewählt, nämlich Motorsport, Radfahren, Baseball, Segeln und Rudern.


Der wohl bekannteste Titel der Veranstaltung ist das Rennspiel Gran Turismo Sport, andere sind nicht unbedingt das, was Gamer in der Regel mit ihrem Hobby assoziieren. So berichtet The Verge, dass das Rennradfahren über eine Anwendung namens Zwift abläuft: Hier kann ein Rad oder Heimtrainer mit einem PC, Tablet oder Smartphone gepaart werden, man strampelt also in der Realität, bewegt sich aber im virtuellen Raum per Rad fort.

Das ist auch Absicht, erklärt IOC-Sport Director Kit McConnell: "Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass wir eine sportbasierte und sportfokussierte Organisation bleiben. Wir möchten, dass sich die Olympic Virtual Series weiterhin auf Sporttitel konzentriert."

Die Olympic Virtual Series wird E-Sport-Fans sicherlich enttäuschen, das IOC hält sich aber für die Zukunft die Tür offen, auch andere und "echte" Titel der Szene aufzunehmen - auch deshalb, weil immer mehr Sportler auch Videospiele nutzen: "Wir glauben nicht, dass es eine gegenseitige Exklusivität zwischen der E-Sport-Community und der traditionellen Sport-Community gibt", sagte McConnell.

Medaillen werden derzeit nicht vergeben, in einer Roadmap erwägt das IOC, dass das im Jahr 2028 in Los Angeles der Fall sein könnte. Derzeit sieht es aber nicht danach aus, als würde das auch für Overwatch, Fortnite und Co. gelten.
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