Lieferando macht Restaurants mit 50.000 Schatten-Webseiten abhängig
Der Essens-Lieferdienst Lieferando stellt sich gern als nützlicher Zusatz-Service für Restaurants dar. Mit tausenden Webseiten drängt sich die Firma aber zwischen Gaststätten und ihre Kunden - bis hin zu einer Monopolstellung.
Bisher galt Lieferando eigentlich als zusätzliche Möglichkeit für Restaurants, die Küchenerzeugnisse auch an Kunden loszuwerden, die nicht vor Ort essen wollen. Denn der Dienstleister nahm ihnen einen guten Teil des aufwendigen Liefergeschäftes ab. Die Rolle der Firma ändert sich aber zusehends. Das geht aus einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Rundfunks hervor.
Viele Restaurants besitzen eigene Webseiten, auf denen Kunden Kontaktinformationen vorfinden. Wird darüber bestellt und vom Lokal selbst geliefert, fallen die Provisionen für Lieferando weg und es bleibt mehr Geld beim Restaurant hängen. Da diese am Essen ohnehin nur vergleichsweise wenig verdienen, können sie hier jeden Cent mehr gut gebrauchen. Lieferando versucht sich aber mit eigenen Webseiten in den Vordergrund zu drängen.
Seitens des Lieferdienstes wird dies als Zusatzservice eingestuft, durch den die Gaststätten sich nicht selbst um einen Online-Auftritt kümmern müssten. Experten im Kartellrecht halten diese Praxis allerdings für problematisch. Hier kann ein Missbrauch der Marktmacht vorliegen - insbesondere in der aktuellen Corona-Situaion, in der den Restaurants außer dem Liefergeschäft kaum etwas bleibt. Hinzu kommt auch noch eine Partnerschaft Lieferandos mit Google, über die es möglich ist, direkt aus den Google-Suchergebnissen heraus Essen zu bestellen, was dann über den Lieferdienst abgewickelt wird.
Eine genaue Bewertung müsste allerdings das Bundeskartellamt vornehmen, das den Markt nach eigenen Angaben zwar beobachtet, bisher aber nicht aktiv wurde. Die andere Option wäre es, dass ein Restaurant sich in die juristische Schlacht mit dem Konzern wirft - was aber finanziell für die kleinen Unternehmen faktisch nicht zu stemmen ist.
Viele Restaurants besitzen eigene Webseiten, auf denen Kunden Kontaktinformationen vorfinden. Wird darüber bestellt und vom Lokal selbst geliefert, fallen die Provisionen für Lieferando weg und es bleibt mehr Geld beim Restaurant hängen. Da diese am Essen ohnehin nur vergleichsweise wenig verdienen, können sie hier jeden Cent mehr gut gebrauchen. Lieferando versucht sich aber mit eigenen Webseiten in den Vordergrund zu drängen.
Gatekeeper mit Wegezoll
Hier wird der Eindruck erweckt, es handle sich um den Online-Auftritt des jeweiligen Lokals. Die Bestelloption führt aber direkt zu Lieferando. Und mit den deutlich besseren Möglichkeiten des Lieferdienstes im Online-Marketing sind diese "Schattenseiten" in den Google-Suchergebnissen in der Regel deutlich besser platziert als die originale Seite des Restaurants. Der Lieferando-Mutterkonzern Just Eat Takeaway hat dem Vernehmen nach in Europa über 120.000 Domains für solche Zwecke registriert, rund 50.000 davon werden wohl für Webseiten genutzt, die Kunden deutscher Restaurants abfangen.Seitens des Lieferdienstes wird dies als Zusatzservice eingestuft, durch den die Gaststätten sich nicht selbst um einen Online-Auftritt kümmern müssten. Experten im Kartellrecht halten diese Praxis allerdings für problematisch. Hier kann ein Missbrauch der Marktmacht vorliegen - insbesondere in der aktuellen Corona-Situaion, in der den Restaurants außer dem Liefergeschäft kaum etwas bleibt. Hinzu kommt auch noch eine Partnerschaft Lieferandos mit Google, über die es möglich ist, direkt aus den Google-Suchergebnissen heraus Essen zu bestellen, was dann über den Lieferdienst abgewickelt wird.
Eine genaue Bewertung müsste allerdings das Bundeskartellamt vornehmen, das den Markt nach eigenen Angaben zwar beobachtet, bisher aber nicht aktiv wurde. Die andere Option wäre es, dass ein Restaurant sich in die juristische Schlacht mit dem Konzern wirft - was aber finanziell für die kleinen Unternehmen faktisch nicht zu stemmen ist.
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Christian Kahle
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