Video-Streaming: EU will das Geoblocking endlich weiter aufweichen

In Brüssel ist man mit der weiterhin bestehenden Fragmentierung der Inhalte bei Video-Streamern nicht zufrieden. Die EU-Kommission prüft daher nun, wie das eigentlich angestrebte Verbot des so genannten Geoblockings in der Praxis schärfer umgesetzt werden kann.
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Die Inhalte-Anbieter und vor allem auch die Rechte-Inhaber sind immer noch bestrebt, Lizenzen streng an nationale Märkte zu koppeln. Durch entsprechende Regelungen seitens der EU-Kommission ist inzwischen zumindest ein Stand erreicht, nach dem der Kunde eines Videostreaming-Angebotes die Inhalte zumindest auch abrufen kann, wenn er in einem anderen EU-Land Urlaub macht. Dauerhaft lassen sich die Zugänge aber nicht in anderen Ländern nutzen.

In Brüssel will man aber hin zu einem einheitlichen digitalen Binnenmarkt in der gesamten EU. Daher beginnt man bei der Kommission jetzt mit einer tiefergehenden Prüfung, inwiefern die Geoblocking-Regeln nicht noch weiter verschärft werden können. Dabei geht es nicht einfach nur darum, dass niemand beim Reisen in Europa auf seine Abos verzichten muss. Vielmehr will man dafür sorgen, dass EU-Bürger überall die gleichen Chancen haben, auf Inhalte zuzugreifen.

Starke Unterschiede

Hier gibt es derzeit noch erhebliche Unterschiede. Im Durchschnitt hat ein Europäer an seinem Wohnort beispielsweise nur Zugang zu 14 Prozent aller Filme, die im gesamten EU-Gebiet digital verfügbar sind. Und hier gibt es auch noch gravierende regionale Abweichungen. Ein Nutzer in Deutschland kann immerhin 43,1 Prozent aller Inhalte ansehen, die von den Digital-Diensten bereitgestellt werden, in Griechenland liegt die Quote hingegen bei mageren 1,3 Prozent. Ein solch eklatantes Ungleichgewicht ist aus Sicht der EU nicht hinnehmbar.

Der Weg zu einem einheitlichen Binnenmarkt kann aber nicht einfach per Anordnung geebnet werden. Das musste die EU-Kommission bereits im Mobilfunk lernen. Auch hier ist es nicht möglich, SIM-Karten bei einem beliebigen Anbieter in der EU zu kaufen und zu gleichen Konditionen wie in dessen Heimatmarkt überall zu verwenden.

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