Amazon: Marktmacht wird mit vielen Arbeitsunfällen erkauft
Die enorme Marktmacht erkauft der Handelskonzern Amazon auch mit der Gesundheit seiner Beschäftigten. Auch die immer weiter fortschreitende Automatisierung führt weiterhin nicht dazu, dass die große Zahl von Arbeitsverletzungen in den Logistikzentren sinkt.
Laut einem Bericht des US-Magazins TechCrunch, der sich auf einen Bericht der nichtkommerziellen Nachrichten-Organisation Reveal beruft, wurden laut den internen Statistiken Amazons im vergangenen Jahr rund 14.000 ernste Arbeitsunfälle in den US-Niederlassungen verzeichnet. Als ernst gelten Vorfälle, die dazu führen, dass die Tätigkeit anschließend nur eingeschränkt fortgeführt werden kann oder der Mitarbeiter komplett in den Krankenstand gehen muss. Auch in Deutschland oder Großbritannien kommt es immer wieder zu Unfällen oder unterlassenen Hilfeleistungen.
Amazon betont immer wieder, wie viel man für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen tut. In der Praxis geht der Trend aber in eine komplett andere Richtung. Mit 7,7 Arbeitsunfällen pro hundert Beschäftigte lag der Wert im vergangenen Jahr nämlich 33 Prozent über dem vier Jahre zuvor registrierten Wert.
In einer Stellungnahme zu den bekannt gewordenen Daten erklärte ein Konzernsprecher lediglich, dass die zuständigen Autoren bei Reveal falsch informiert seien. Man sehe im Unternehmen vielmehr eine stetige Verbesserung des Arbeitsschutzes. Die als interne Verschlusssachen gekennzeichneten Memos, auf denen der Bericht beruht, vermerken hingegen recht offen, dass man sich beispielsweise 2018 eine 20-prozentige Reduzierung der Arbeitsunfälle zum Ziel gesetzt hatte, die Quote stattdessen aber gestiegen sei.
Amazon betont immer wieder, wie viel man für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen tut. In der Praxis geht der Trend aber in eine komplett andere Richtung. Mit 7,7 Arbeitsunfällen pro hundert Beschäftigte lag der Wert im vergangenen Jahr nämlich 33 Prozent über dem vier Jahre zuvor registrierten Wert.
Überdurchschnittliche Quoten
Doch nicht nur diese Entwicklung zeigt, dass die vermeintlichen Bemühungen nicht besonders hilfreich sind. Amazon steht auch im Vergleich zum Branchen-Durchschnitt nicht gerade gut da. In vergleichbaren Tätigkeiten über den Sektor hinweg liegt die Unfallquote bei Amazon fast doppelt so hoch wie anderswo. Aufschlüsselungen der Zahlen zeigen darüber hinaus, dass vor allem die enormen Amazon-Umsätze während der Stoßzeiten in einer Prime-Week oder im Vorweihnachtsgeschäft von vielen Mitarbeitern mit der körperlichen Unversehrtheit bezahlt wird.In einer Stellungnahme zu den bekannt gewordenen Daten erklärte ein Konzernsprecher lediglich, dass die zuständigen Autoren bei Reveal falsch informiert seien. Man sehe im Unternehmen vielmehr eine stetige Verbesserung des Arbeitsschutzes. Die als interne Verschlusssachen gekennzeichneten Memos, auf denen der Bericht beruht, vermerken hingegen recht offen, dass man sich beispielsweise 2018 eine 20-prozentige Reduzierung der Arbeitsunfälle zum Ziel gesetzt hatte, die Quote stattdessen aber gestiegen sei.
Siehe auch:
Thema:
Amazons Aktienkurs in Euro
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