Samsung-Erbe entschuldigt sich und will Familien-Dynastie beenden
Beim südkoreanischen Konzern Samsung deutet sich eine komplett neue Ära an. Lee Jae-yong, der faktisch die Geschicke des Unternehmens leitet, entschuldigte sich für diverse Skandale und will die Familien-Dynastie beenden.
Samsung ist der mächtigste Konzern in Südkorea und so eng mit dem Staat und der Gesellschaft verwoben, dass es manchmal schwierig ist, eine klare Trennlinie zu ziehen. Das bringt in einem Land, das sich eigentlich als Demokratie definiert, diverse Probleme mit sich. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Korruptionsskandalen und auch wenn es um die Rechte von Arbeitern und Angestellten ging, konnte das Unternehmen in der Regel darauf setzen, dass ihm die staatlichen Organe wohlgesonnen waren.
Das alles soll nun aber zu einem Ende kommen. Das zumindest ist das Signal, das von einer landesweit ausgestrahlten Pressekonferenz Lees ausgeht, wie die US-Tageszeitung New York Times berichtet. In dieser entschuldigte er sich öffentlich dafür, dass es in den zurückliegenden Jahren immer wieder zu Korruptionsfällen rund um Samsung gekommen sei. Der letzte große Fall mündete darin, dass die Staatspräsidentin Park Geun-hye ihr Amt niederlegen musste. Die juristische Aufarbeitung dessen ist noch immer nicht abgeschlossen.
Entschuldigungen gab es in der Geschichte des Unternehmens immer wieder, wenn ein weiterer Skandal hochkochte - geändert hat sich dann aber stets wenig. Daher geht Lee nun noch einen Schritt weiter, um die Ernsthaftigkeit seiner Erklärung zu untermauern. Die Probleme wären zuvorderst aus der Eigner- und Führungs-Struktur Samsungs entstanden, erklärte er. Und hier soll es nun einen Bruch geben. Lee wolle dafür sorgen, dass seine Kinder nicht in verantwortliche Positionen bei dem Unternehmen kommen und die Dynastie hinter dem Wirken des Konzerns ein Ende hat.
Weiterhin will Lee seinen eigenen Einfluss im Unternehmen nutzen, um auch andere Dinge zu verändern. "Von nun an will ich sicherstellen, dass Samsung seine Keine-Gewerkschaften-Politik nicht mehr vorgeworfen werden kann", führte er aus. Die Konzernführung werde das verfassungsmäßige Recht der Beschäftigten, sich in unabhängigen Gewerkschaften zusammenzuschließen, zukünftig vollständig respektieren. Dies dürfte wohl der erste Gradmesser dafür sein, an dem sich die Ernsthaftigkeit des neuen Kurses ablesen lassen wird.
Das alles soll nun aber zu einem Ende kommen. Das zumindest ist das Signal, das von einer landesweit ausgestrahlten Pressekonferenz Lees ausgeht, wie die US-Tageszeitung New York Times berichtet. In dieser entschuldigte er sich öffentlich dafür, dass es in den zurückliegenden Jahren immer wieder zu Korruptionsfällen rund um Samsung gekommen sei. Der letzte große Fall mündete darin, dass die Staatspräsidentin Park Geun-hye ihr Amt niederlegen musste. Die juristische Aufarbeitung dessen ist noch immer nicht abgeschlossen.
Gewerkschaften zukünftig willkommen
"Samsung hat sich nicht komplett an die Gesetze und die Ethik gehalten", räumte Lee nun ein. Und wenn man den Applaus dafür entgegennimmt, dass Samsung an der Spitze der Technologie-Branche steht, müsse man auf der anderen Seite auch die herben Kritiken ernst nehmen. "Es ist meine Schuld. Ich bitte um Verzeihung", führte Lee aus. Dieser wird formal zwar nur als stellvertretender Aufsichtsratschef geführt, als Enkel des Konzerngründers Lee Byung-chull ist er allerdings die dritte Generation einer Familien-Dynastie an der Spitze des Konzerns und ist damit faktisch die oberste Führungsfigur.Entschuldigungen gab es in der Geschichte des Unternehmens immer wieder, wenn ein weiterer Skandal hochkochte - geändert hat sich dann aber stets wenig. Daher geht Lee nun noch einen Schritt weiter, um die Ernsthaftigkeit seiner Erklärung zu untermauern. Die Probleme wären zuvorderst aus der Eigner- und Führungs-Struktur Samsungs entstanden, erklärte er. Und hier soll es nun einen Bruch geben. Lee wolle dafür sorgen, dass seine Kinder nicht in verantwortliche Positionen bei dem Unternehmen kommen und die Dynastie hinter dem Wirken des Konzerns ein Ende hat.
Weiterhin will Lee seinen eigenen Einfluss im Unternehmen nutzen, um auch andere Dinge zu verändern. "Von nun an will ich sicherstellen, dass Samsung seine Keine-Gewerkschaften-Politik nicht mehr vorgeworfen werden kann", führte er aus. Die Konzernführung werde das verfassungsmäßige Recht der Beschäftigten, sich in unabhängigen Gewerkschaften zusammenzuschließen, zukünftig vollständig respektieren. Dies dürfte wohl der erste Gradmesser dafür sein, an dem sich die Ernsthaftigkeit des neuen Kurses ablesen lassen wird.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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