"Ethik künstlicher Intelligenz":
Microsoft KI bekommt päpstliches Okay

Der Vatikan hat an einer Regelung für den ethischen Einsatz von künst­licher Intelligenz gearbeitet. Heute werden Microsoft-Präsident Brad Smith, IBM-Vize John Kelly und EU-Parlaments-Präsident David Sassoli das Dokument gemeinsam mit dem Papst unterzeichnen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Vorangegangen war dabei ein mehrtägiges Treffen mit Experten zum Thema künstlicher Intelligenz im Vatikan. Gemeinsam wurde ein Dokument verfasst, mit dem sich jetzt unter anderem Microsoft verpflichten will, für einen ethischen Einsatz von KIs zu sorgen.

Festgeschriebene ethische Grundsätze

In dem "Rome Call for AI Ethics" wurde festgeschrieben, wie die Technologie zum einen die Privatsphäre respektieren soll und dabei zuverlässig und unvoreingenommen arbeiten muss. Zum anderen geht es auch um das Problem, dass die Entscheidungen von KI-Systemen oft für Laien undurchschaubar sind. Die Regelungen sollen nun helfen, sich an ethische Grundsätze zu halten. Infografik: Künstliche Intelligenz im AufwärtstrendKünstliche Intelligenz im Aufwärtstrend Laut Reuters soll die Verpflichtung der Unternehmen Probleme früherer Technologie-Neuerungen umgehen. Als Beispiel wurden Gesichtserkennungssysteme genannt, die bei der Untersuchung von Verbrechen ebenso eingesetzt werden wie von Fortune-500-Unternehmen zur Überprüfung von Bewerbern. Insgesamt wurde dabei mit dem unvorsichtigen Umgang mit der neuen Technologie mehr Schaden als Nutzen herbeigeführt und Vorurteile gegen den Einsatz geschürt.

Spaltung zwischen Arm und Reich

Die Initiative des Vatikans für den ethischen Einsatz der KIs entstand aus der Besorgnis, die Papst Franziskus vor mehr als einem Jahr im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und der Auswirkungen auf die Gesellschaft äußerte: Ein Punkt war dabei, ob die Technologie für alle zugänglich sein wird, oder ob sie zu einer weiteren Spaltung zwischen Arm und Reich und den Mächtigen und Unterdrückten führen werde.

Zudem gibt es Bedenken, dass durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz viele Arbeitsplätze verloren gehen könnten. Es ist bisher noch unbekannt, welche anderen Technologieunternehmen das Dokument in Zukunft unterzeichnen werden. Auch wie die Unterzeichner die Prinzipien umsetzen werden, bleibt offen.

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