Arcades vor dem Aus: Japans berühmte Spielhallen könnten sterben

Japan, Elektronik, Tokio, Akihabara, Bezirk Bildquelle: Judith Scharnowski/CC0
Arcade- oder Spielhallen waren in den 1980ern weltweit jener Ort, in dem die Träume von Kindern und Jugendlichen wahr wurden. Im Westen star­ben sie aber mit dem Aufkommen von Heimkonsolen und -Computern aus. In Japan hielten sie sich jedoch - bis jetzt. Vor einigen Jahrzehnten bedeutete das Einwerfen einer Münze eine Reise zu Abenteuern und den Start aller nur denkbarer Geschick­lichkeits­heraus­forderungen. Spielhallen kennen viele Jüng­ere heute nur noch aus Serien und Filmen wie Stranger Things oder Tron, die Fas­zi­na­tion können aber wohl nur jene nachvollziehen, die damals aufgewachsen sind.

Denn wie erwähnt: Arcade-Automaten sieht man bei uns kaum noch. In Japan ist es hin­ge­gen anders, dort sind sie nach wie vor ein fixer Bestandteil von Elektronik- und Un­ter­hal­tungs­be­zir­ken, allen voran natürlich dem Computer- und Spiele-"Mekka" Akihabara in Tokio. Dort findet man Spielhallen mit alten, aber auch neuen Spielautoamten, denn Un­ter­neh­men wie Sega bedienen diese Nische nach wie vor.


Todesstoß durch Steuer

Damit könnte aber bald Schluss sein, wie Kotaku berichtet. Und für den Tod dieser "Spie­le­zen­tren" könnte eine im Hinblick auf Arcades nicht ganz durchdachte politische Maß­nah­me sein. Denn die japanische Regierung hat mit 1. Oktober die Verbrauchssteuer von acht auf zehn Prozent angehoben. Diese gilt nicht nur für Essen und Getränke, die in Restaurants serviert werden, sondern auch für Spielhallen.

"Ein-Münzen-Erfahrung"

Allergings sind damit nicht etwa Snacks ge­meint, die Steuer hat auch Auswirkung auf die Münzen, die zum Spielen eingeworfen wer­den. Denn die Automaten in Japan basieren seit Jahr­zehn­ten auf dem Einwerfen einer ein­zi­gen Münze - entweder 50 oder 100 Yen (ca. 43 bzw. 85 Cent). Diese "Ein-Münzen-Er­fah­rung" ist so tief in der japanischen Pop­kul­tur ver­an­kert, dass Spielhallenbetreiber Schwie­rig­kei­ten haben werden, die Steuer an die Kunden wei­ter­zu­ge­ben, sodass diese zwei Münzen ein­wer­fen - also 100 und 10 Yen.

Damit bleibt den Betreibern nur übrig, die Steuer aus eigener Tasche zu bezahlen - und das ist angesichts der bereits jetzt schwierigen wirtschaftlichen Lage in dieser Branche eine Art Todesurteil. Und bedeutet konkret, dass wahrscheinlich (sehr) viele dieser Spielhallen ver­schwin­den werden. Japan, Elektronik, Tokio, Akihabara, Bezirk Japan, Elektronik, Tokio, Akihabara, Bezirk Judith Scharnowski/CC0
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