Krankschreibung per Whatsapp:
Startup liefert AU-Schein gegen Geld
Ärzte raten, sich auch bei weniger schwerwiegenden Erkrankungen untersuchen zu lassen - hinter scheinbar harmlosen Erkältungen kann immer mehr stecken. Ein Startup aus Hamburg sieht das anders und will den Gang zum Arzt zumindest ab und zu mit einer Ferndiagnose per Whatsapp ablösen. Die Idee: zweimal im Jahr kann man sich die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gegen ein Entgelt auch per Chat abholen.
So bewirbt AU-Schein seinen Service (Screenshot au-schein.de)
Ansay sieht gerade in Erkältungen dabei das Paradebeispiel für Krankheiten, die gut per Ferndiagnose attestiert werden können. "Jeder weiß doch eigentlich, wann er eine Erkältung hat und was zu tun ist", wird der Gründer von Golem zitiert. "Dadurch werden Ärzte entlastet, die so mehr Zeit für andere Patienten haben", so die Meinung Ansays. Als Jurist sieht er sich in der perfekten Position, um sich im "Paragrafendschungel" auszukennen, sein Unternehmen basiere auf der Entdeckung "einer Lichtung".
Wie das junge Unternehmen angibt, habe man bisher für rund 10.000 Patienten eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Whatsapp ausgestellt, das Angebot sei auch schon von Kunden aus der Schweiz und Österreich genutzt worden: "Die Nachfrage steigt und ist stabil - selbst jetzt im Sommer", so Ansay. Gegen Missbrauch will sich das Startup mit einer Beschränkung absichern. Der Service kann nur zwei Mal im Jahr genutzt werden, die Maximaldauer der Krankschreibung beträgt drei Tage.
Wenn die Nase läuft, kann die AU auch per Whatsapp kommen
Wenn die Nase läuft und die Glieder schmerzen, dann ist die Selbstdiagnose scheinbar schnell gestellt: Erkältung. Genau auf dieser Idee hat der Hamburger Gründer Can Ansay jetzt ein ganzes Startup aufgebaut. Wie Golem in seinem ausführlichen Bericht schreibt, macht es das junge Unternehmen "AU-Schein" seit Ende 2018 möglich, sich per Whatsapp krankschreiben zu lassen. Die Voraussetzungen: Die Überweisung einer Gebühr per Paypal, die Beantwortung eines Fragebogens sowie die Angabe der Krankenversicherungsnummer. Schon wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zugestellt.
So bewirbt AU-Schein seinen Service (Screenshot au-schein.de)
Ansay sieht gerade in Erkältungen dabei das Paradebeispiel für Krankheiten, die gut per Ferndiagnose attestiert werden können. "Jeder weiß doch eigentlich, wann er eine Erkältung hat und was zu tun ist", wird der Gründer von Golem zitiert. "Dadurch werden Ärzte entlastet, die so mehr Zeit für andere Patienten haben", so die Meinung Ansays. Als Jurist sieht er sich in der perfekten Position, um sich im "Paragrafendschungel" auszukennen, sein Unternehmen basiere auf der Entdeckung "einer Lichtung".
Neue Regeln spielen in die Karten
Dem Startup hilft dabei auch eine Anpassung der Rechtslage in Deutschland. Bis Mai 2018 hatte das "ausschließliche Fernbehandlungsverbot" in allen Bundesländern dafür gesorgt, dass Ärzte Patienten mindestens einmal persönlich untersucht haben müssen, bevor Krankenscheine per Ferndiagnose ausgestellt werden durften. Eine vom Deutschen Ärztetag beschlossene Lockerung sorgt aber dafür, dass in fast allen Bundesländern diese Vorgabe nicht mehr gilt, "wenn dies ärztlich vertretbar ist". Ansay nutzt für sein Startup Privatärzte in Schleswig-Holstein.Wie das junge Unternehmen angibt, habe man bisher für rund 10.000 Patienten eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Whatsapp ausgestellt, das Angebot sei auch schon von Kunden aus der Schweiz und Österreich genutzt worden: "Die Nachfrage steigt und ist stabil - selbst jetzt im Sommer", so Ansay. Gegen Missbrauch will sich das Startup mit einer Beschränkung absichern. Der Service kann nur zwei Mal im Jahr genutzt werden, die Maximaldauer der Krankschreibung beträgt drei Tage.
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