Facebooks Moderatoren: Wenn Inhalte nicht mal das Schlimmste sind
Damit im Social Network Facebook nicht das völlige Chaos ausbricht, ist ein ganzes Heer von Moderatoren mit der Sichtung von Inhalten beschäftigt. Da diese in der betriebswirtschaftlichen Rechnung aber nur kosten und nichts einbringen, müssen sie ihre schwierige Arbeit teilweise unter schlimmsten Bedingungen erledigen.
Einen besonders krassen Fall hat das US-Magazin The Verge jetzt aufgedeckt. Dabei dreht es sich um ein Moderations-Zentrum, das vom externen Betreiber Cognizant betrieben wird. Die Bedingungen sind hier dermaßen schlecht, dass mehrere Angestellte bereit waren, gegen ihre Stillschweigeverpflichtung zu verstoßen, was schwerwiegende Folgen für sie haben kann. Bisher gab es vor allem Berichte über den massiven Druck und eine mangelhafte psychologische Betreuung - doch das ist in diesem Fall eher nur die Spitze des Eisberges.
Das Problem dürfte hier anfangs vor allem darin bestanden haben, dass die Niederlassung in Tampa aus irgendwelchen Gründen nie die von Facebook geforderte 98-prozentige Genauigkeit bei Einordnung gemeldeter Inhalte nach den Community-Standards erreichte. In der Folge stieg der Druck immer weiter an - und wenig überraschend wurde es dadurch nicht gerade besser. Denn die Arbeitsbedingungen verschlimmerten sich auf vielfältige Weise.
Sogar einen Todesfall gab es in der Niederlassung zu beklagen. Während der Nachtschicht erlitt ein Mann einen Herzinfarkt. Hinreichende Erste-Hilfe-Ausrüstung fand sich im Gebäude aber nicht und die alarmierten Rettungssanitäter fanden den Ort des Geschehens nur schwer, da das Moderations-Zentrum in einem Gewerbegebiet liegt, das nachts kaum beleuchtet und schon gar nicht belebt ist. Die Betreiber-Firma betont, dass nicht gesagt sei, dass der Job ursächlich für den Herzanfall war. Ob der Mann unter anderen Bedingungen noch leben könnte, muss aber eben doch gefragt werden.
Der Verstorbene gehörte zu jenen Beschäftigten, die sich von den vollmundigen Versprechungen Cognizants haben ködern lassen. Die Firma bezahlt zwar nur den Mindestlohn, lockt aber mit Aussichten auf eine abwechslungsreiche Tätigkeit, Aufstiegschancen und vielleicht sogar einer direkten Übernahme des Arbeitsvertrages durch Facebook. In der Praxis muss man sich hingegen mit einer Flut an Verschwörungstheorien, Gewalt und vielem mehr beschäftigen, ohne eine ausreichende Betreuung zu bekommen.
Siehe auch: Trauma durch schockierende Inhalte: Ex-Mitarbeiterin verklagt Facebook
Das Problem dürfte hier anfangs vor allem darin bestanden haben, dass die Niederlassung in Tampa aus irgendwelchen Gründen nie die von Facebook geforderte 98-prozentige Genauigkeit bei Einordnung gemeldeter Inhalte nach den Community-Standards erreichte. In der Folge stieg der Druck immer weiter an - und wenig überraschend wurde es dadurch nicht gerade besser. Denn die Arbeitsbedingungen verschlimmerten sich auf vielfältige Weise.
Klicken bis in den Tod
Unter anderem sind die Arbeitstaktungen so hoch, dass die noch bestehenden Pausenzeiten schlicht nicht ausreichen, um beispielsweise auf die Toilette zu gehen. Daher kommt es dann auch vor, dass Mitarbeiter nach dem Schichtwechsel an einen Arbeitsplatz kommen, an dem ein Kollege zuvor seine Notdurft direkt in den Papierkorb entrichtete.Sogar einen Todesfall gab es in der Niederlassung zu beklagen. Während der Nachtschicht erlitt ein Mann einen Herzinfarkt. Hinreichende Erste-Hilfe-Ausrüstung fand sich im Gebäude aber nicht und die alarmierten Rettungssanitäter fanden den Ort des Geschehens nur schwer, da das Moderations-Zentrum in einem Gewerbegebiet liegt, das nachts kaum beleuchtet und schon gar nicht belebt ist. Die Betreiber-Firma betont, dass nicht gesagt sei, dass der Job ursächlich für den Herzanfall war. Ob der Mann unter anderen Bedingungen noch leben könnte, muss aber eben doch gefragt werden.
Der Verstorbene gehörte zu jenen Beschäftigten, die sich von den vollmundigen Versprechungen Cognizants haben ködern lassen. Die Firma bezahlt zwar nur den Mindestlohn, lockt aber mit Aussichten auf eine abwechslungsreiche Tätigkeit, Aufstiegschancen und vielleicht sogar einer direkten Übernahme des Arbeitsvertrages durch Facebook. In der Praxis muss man sich hingegen mit einer Flut an Verschwörungstheorien, Gewalt und vielem mehr beschäftigen, ohne eine ausreichende Betreuung zu bekommen.
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