Umgang mit dem Staat: Ballmer hat einen Tipp für Facebook und Google
Als ehemaliger Microsoft-Chef, der den Konzern durch eine ziemlich schwierige Zeit führte, hat Steve Ballmer heute durchaus einige Tipps für andere große Tech-Konzerne anzubieten - insbesondere für Google und Facebook. Diese, so erklärte er, sollten sich unbedingt sehr genau mit dem Kartellverfahren auseinandersetzen, das die Redmonder um die Jahrtausendwende herum bewältigten.
"Erinnert euch an die Kartell-Klage des US-Justizministeriums gegen Microsoft", sagte Ballmer in einem Interview in Richtung der heutigen Führungskräfte in den großen Internet-Unternehmen, denen aller Voraussicht nach in der kommenden Zeit auch einige Auseinandersetzungen mit staatlichen Stellen bevorstehen. "Dieses Regierungs-Zeug ist eine ziemlich ernste Sache. Mit dem, was ich jetzt weiß, hätte ich die Streitpunkte damals schleunigst gelöst", erklärte Ballmer.
Gegen Microsoft wurde damals eines der ersten großen Wettbewerbsverfahren geführt. Unter anderem wurde dem Konzern vorgeworfen, die dominante Position bei Betriebssystemen für PCs ausgenutzt zu haben, um dem eigenen Browser zum Durchbruch zu verhelfen und die Konkurrenz von Netscape auszuschalten. Die ganze Sache endete nach vielen Jahren der Auseinandersetzung vor Gerichten damit, dass Microsoft hunderte Millionen Dollar Strafe zahlen musste und über viele Jahre ständig unter gesonderter Aufsicht von Behörden stand.
Daher sollte es seiner Ansicht nach darum gehen, zu akzeptieren, dass nichts um jeden Preis durchgesetzt werden muss. Und man müsse sich so mit den Sachen auseinandersetzen, dass die außenstehenden Menschen erkennen, dass man es ernst meint. "Dem entgegen erweckt die Tech-Industrie oft einen ziemlich arroganten Eindruck", sagte Ballmer - und dürfte damit nicht nur die Auftritte von Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor diversen politischen Gremien gemeint haben.
Gegen Microsoft wurde damals eines der ersten großen Wettbewerbsverfahren geführt. Unter anderem wurde dem Konzern vorgeworfen, die dominante Position bei Betriebssystemen für PCs ausgenutzt zu haben, um dem eigenen Browser zum Durchbruch zu verhelfen und die Konkurrenz von Netscape auszuschalten. Die ganze Sache endete nach vielen Jahren der Auseinandersetzung vor Gerichten damit, dass Microsoft hunderte Millionen Dollar Strafe zahlen musste und über viele Jahre ständig unter gesonderter Aufsicht von Behörden stand.
Microsoft war damals zu stur
"Wir hätten damals schauen müssen, dass wir die Sache viel früher aus der Welt schaffen", sagte Ballmer. Denn der Weg, den man gegangen ist, hat sich für das Unternehmen und darüber hinaus als nicht gerade hilfreich herausgestellt - auch, weil letztlich der Staat den längeren Atem hat. Angesichts der bisher schon erfolgten Warnschüsse gegen Unternehmen wie Google und Facebook sieht Ballmer eine Situation heraufziehen, in der die heutige Tech-Branche sich wieder auf eine ähnliche Situation zubewegt.Daher sollte es seiner Ansicht nach darum gehen, zu akzeptieren, dass nichts um jeden Preis durchgesetzt werden muss. Und man müsse sich so mit den Sachen auseinandersetzen, dass die außenstehenden Menschen erkennen, dass man es ernst meint. "Dem entgegen erweckt die Tech-Industrie oft einen ziemlich arroganten Eindruck", sagte Ballmer - und dürfte damit nicht nur die Auftritte von Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor diversen politischen Gremien gemeint haben.
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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