Zu anonym: EU plant starke Regulierung von Bitcoin und Co.
Wenn es nach den Vorstellungen von EU-Politikern geht, soll mit der Anonymität bei Kryptowährungen bald Schluss sein - zumindest theoretisch. Vertreter des Europäischen Parlaments, der EU-Kommission und die Regierungen mehrerer Mitgliedsstaaten haben sich auf eine stärkere Regulierung des bislang recht unkontrollierten Markts geeinigt.
In Gesetzesform gegossen sollen die neuen Regeln mit einer Neufassung der EU-Anti-Geldwäscherichtlichtlinie werden. Die Details dazu werden in den nächsten Wochen ausgearbeitet und dem Europäischen Parlament zur Abstimmung vorgelegt. Im Frühjahr 2018 sollen die neuen, auch Kryptowährungen betreffenden Regeln, dann bekannt gemacht und bis Ende 2019 in Kraft treten.
Ob eine EU-Regulierung erfolgreich ist, mag bezweifelt werden. Es ist davon auszugehen, dass Terroristen und Kriminelle wie auch schon beim Bargeld einfach in Schattenmärkte abtauchen. Auf diesen müssen sie dann wahrscheinlich mangels Liquidität mit schlechteren Tauschkursen rechnen, könnten aber trotzdem weiterhin unentdeckt handeln.
Geldwäsche im Fokus
Im Blick haben die Politiker dabei nach eigenen Angaben vor allem die Finanzierung von Terrorismus, wie der grüne EU-Abgeordnete und Attac Deutschland-Gründungsmitglied Sven Giegold auf seinem Blog erläutert. Käufer und Verkäufer von Bitcoins und anderen Kryptowährungen sollen künftig per Gesetz zur Offenlegung ihrer Personendaten auf Tauschplattformen verpflichtet werden.In Gesetzesform gegossen sollen die neuen Regeln mit einer Neufassung der EU-Anti-Geldwäscherichtlichtlinie werden. Die Details dazu werden in den nächsten Wochen ausgearbeitet und dem Europäischen Parlament zur Abstimmung vorgelegt. Im Frühjahr 2018 sollen die neuen, auch Kryptowährungen betreffenden Regeln, dann bekannt gemacht und bis Ende 2019 in Kraft treten.
Lückenlose Kontrolle nicht möglich
Dass der anonyme Kryptowährungshandel nicht lückenlos kontrolliert werden kann, sollte dabei klar sein. Vielmehr würde eine derart geänderte Rechtslage Handelsplattformen für Bitcoins und andere Digitalwährungen treffen, die im EU-Gebiet beheimatet sind. China geht mittlerweile einen sogar noch rigorosen Weg und hat im Sommer kurzerhand die wichtigsten heimischen Handelsplätze Zwangs-geschlossen. Ein zwischenzeitlicher Minicrash bei Bitcoins war die Folge. Viele chinesische Händler und Spekulanten der Bitcoin-Währung lassen sich dadurch aber nicht abhalten und tauschen mittlerweile über andere Wege miteinander.Ob eine EU-Regulierung erfolgreich ist, mag bezweifelt werden. Es ist davon auszugehen, dass Terroristen und Kriminelle wie auch schon beim Bargeld einfach in Schattenmärkte abtauchen. Auf diesen müssen sie dann wahrscheinlich mangels Liquidität mit schlechteren Tauschkursen rechnen, könnten aber trotzdem weiterhin unentdeckt handeln.
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