Yahoo schnüffelte sich jahrelang im US-Behördenauftrag durch E-Mails

Yahoo, Yahoo!, Relaunch, Homepage Bildquelle: Yahoo Deutschland
Ein Datenskandal jagt aktuell den nächsten beim abgewrackten Internet-Pionier Yahoo. Dieser soll jahrelang im Auftrag vom FBI die E-Mails seiner Nutzer auf bestimmte Schlüsselbegriffe hin gescannt haben. Das hat jetzt der Journalist Joseph Menn exklusiv für die Nachrichtenagentur Reuters aufgedeckt.
Menn schreibt, dass seine Informationen von mehreren Personen unabhängig voneinander bestätigt wurden. Sie alle haben in den zurückliegenden Jahren für Yahoo gearbeitet und waren in die entsprechenden Arbeiten für die US-Behörden eingespannt. Yahoo habe demnach über Jahre regelmäßig neue Listen mit Schlüsselwörtern erhalten, nach denen der Konzern dann automatisiert in den Nutzer-E-Mails und deren Anhängen gesucht hat. Ein entsprechendes Reporting an das FBI gehörte ebenfalls dazu.

Gesetzestreue Erfüllung

Das perfide daran: Yahoo hat laut dem Reuters-Bericht als einziges bekanntes Unternehmen mit dieser Schnüffel-Aktion gesetzestreu den Staatsauftrag erfüllt, während sich andere Konzerne wie Microsoft oder Google zumindest nach öffentlichen Aussagen nicht an dem Missachten des Datenschutz-Geheimnisses ihrer Nutzer gegenüber beteiligen wollten.

Entsprechend hat Yahoo laut Reuters auch auf die Anfrage nach der Scan-Aktion im Auftrag des FBI reagiert, schreibt Menn: "Yahoo ist ein gesetzestreues Unternehmen, und richtet sich nach den Gesetzen der USA." Mehr hatte der Konzern dazu nicht zu sagen, man darf nun selbst einen Interpretationsversuch starten, was das bedeuten soll.

Siehe auch: Erste Klagen nach Yahoos Datenleck, FBI war schon 2014 eingeschaltet

Die Reaktionen auf diese Scan-Aktion im Auftrag der US-Regierung fiel im Internet schon entsprechend aus. Edward Snowden hat gleich bei Twitter kommentiert und empfiehlt allen Nutzern, ihre Accounts noch heute zu schließen:

Die Rolle des Sicherheitschefs

Der Reuters-Bericht hat noch eine Randnotiz, die einigen Internet-Nutzern zu denken geben sollte. Der damalige Yahoo-Mitverantwortliche Sicherheitschef Alex Stamos ist mittlerweile in gleicher Position bei Facebook tätig. Er soll damals im Streit um die FBI-Anfrage bei Yahoo gekündigt haben. Auf eine Anfrage von Reuters wollte er sich nicht zu dem Vorfall bei Yahoo äußern. Man kann auch nur hoffen, dass er die "Yahoo-Philosophie", als gesetzestreuer US-Amerikaner das Ausschnüffeln zu unterstützen, nicht mit nach Facebook genommen hat.

Mehr dazu: Gericht fragt sich, wie Yahoo an gelöschte Emails kommen konnte

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