Bank-Konten von Android-Nutzern leergeräumt

Die Berliner Polizei hat heute vor einer Welle von betrügerischen Geldabbuchungen gewarnt, von denen Online-Banking-Nutzer betroffen sind, die das weit verbreitete SMS-TAN- beziehungsweise mTAN-Verfahren verwenden.

In den letzten Wochen seien beim Landeskriminalamt Berlin mehrere entsprechende Strafanzeigen eingegangen, hieß es. In allen Fällen sei die per SMS übermittelte mTAN für das Online-Banking abgefangen oder umgeleitet worden. Betroffen waren bislang Bankkunden, die ein Smartphone mit Android-Betriebssystem nutzen.

Die Täter spähen dabei mittels eines Trojaners auf dem PC des Anwenders die Kontoverbindung aus. Weiterhin wird durch die Schadsoftware dem Bankkunden ein Fenster mit der Aufforderung zu einem zwingend notwendigen Sicherheitsupdate für das mTAN-Verfahren angezeigt, für das der Bankkunde seine Handynummer und das Handymodell angeben soll. Folgt der Bankkunde der Aufforderung und gibt die Daten ein, wird eine aktive SMS mit einem Link zum Sicherheitsupdate auf sein Smartphone geschickt.


Sofern das vermeintliche Sicherheitsupdate ausgeführt wurde, installiert sich eine Schadsoftware auf dem Smartphone, durch die die Täter Zugriff auf die an das Smartphone geschickten SMS und somit auch die auf diesem Weg zugestellten TANs bekommen. Durch die Täter können so nun Überweisungen vom Konto des Bankkunden in Auftrag gegeben werden. Auf diese Weise wird das Konto in der Regel vollständig auch inklusive des verfügbaren Überziehungsrahmens geleert. Eine Rückbuchung ist nicht möglich und auch der Versicherungsschutz der Bank dürfte nicht greifen, da das Problem im Grunde durch die Fahrlässigkeit des Nutzers zustande kam.

Die Polizei rät daher zu erhöhter Vorsicht, bei entsprechenden Meldungen. Im Zweifel sollte man sich lieber einmal mehr bei der eigenen Bank erkundigen, ob diese tatsächlich ein Software-Update für ihre Banking-Anwendungen bereitgestellt hat.

Der aktuelle Fall stellt dabei einen eher klassischen Angriff auf das Online-Banking dar. Allerdings ist das SMS-TAN-Verfahren auch nicht sicher, wenn das Mobiltelefon nicht mit Schad-Software infiziert ist. Denn die SMS-Übertragung an sich ist kein sicherer Kommunikationsweg. Einem Angreifer ist es durchaus möglich, sich zwischen Nutzer und Mobilfunkbetreiber zu setzen und die Nachrichten abzufangen. Eine entsprechende Warnung hatten gerade die australischen Netzbetreiber herausgegeben und die Banken zur Umstellung auf andere Authentifizierungs-Methoden aufgefordert.
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Für den, der auf so einen Trojanermist reinfällt, ist auch kein normales Onlinebanking sicher...
 
@cyberathlete: ich kenne persönlich ein Mädl, das an sich ziemlich clever ist, aber einmal 100 TANs in ein Formular eingegeben hat. Dagegen wirkt diese Fall ja echt noch recht seriös. Ich denk, dass viele Leute einfach sehr gutgläubig sind und leichte Opfer darstellen.
 
@elbosso: 100 TANs? eine ganze Liste? 1 TAN hat man doch schon für die Aktivierung verbraucht?!
 
[re:3] sk-m am 13.11.12 18:18 Uhr
(+2
@elbosso: geil, wie lange hat die den für die Überweisung gebraucht xD
 
@elbosso: ...es ist ein Mythos, daß überhaupt ein Mensch in jedem Moment und Bereich seines Lebens clever ist. Genau diese Annahme bei sich selbst führt dazu, daß man sich für unüberlistbar hält und aufhört, zu denken. Aber überhaupt: Nur in einer global chancengleichen Gesellschaft gäbe es keine Kriminalität - und davon ist sogar Deutschland weit entfernt.


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