Microsoft stellt Windows Server 8 erstmals vor

Microsoft präsentiert anlässlich der Entwicklerkonferenz BUILD Windows neben der Client-Version von Windows 8 auch erstmals die bisher geheimgehaltene neue Server-Version seines Betriebssystems.
Während man im Vorfeld der Veranstaltung verhältnismäßig umfangreich über Windows 8 informierte, gab es zu Windows 8 Server bisher kaum Informationen. Die Gründe für die sparsame Informationspolitik werden erst jetzt deutlich, denn wie die Client-Ausgabe erfährt auch die Server-Version eine extrem umfangreiche Überarbeitung, mit der Microsoft das Betriebssystem für die Cloud-Ära fit machen will.

300 Neuerungen auf Feedback-Basis
Windows 8 Server wird natürlich wieder ein Major-Release sein, bringt die neue Version doch mehr als 300 neue Funktionen und grundlegende Veränderungen im Bereich der Architektur mit sich. Die bestehenden Servertechnologien werden dabei erweitert, wobei die Cloud und ein deutlich vereinfachtes Management und eine zunehmende Automation in den Mittelpunkt rücken.

Die Entwicklung von Windows Server 8, so der offizielle Codename, begann vor fast eineinhalb Jahren. Aktuell nähert sich das Team dem Ende der Entwicklungsphase, so dass wohl noch in diesem Jahr eine Betaversion zur Verfügung stehen wird. Anfang 2012 ist dann mit einem Release Candidate zu rechnen, bevor gegen Mitte des kommenden Jahres der Release To Manufacturing (RTM) erfolgen dürfte.

Während der noch laufenden Entwicklungsphase wurden bisher die Rückmeldungen von gut 6000 größeren Partnern gesammelt und fast 30.000 Kunden zusätzlich befragt, um die Bedürfnisse von Unternehmen zu erkunden. Aufgrund dieses Feedbacks begann dann die Entwicklung, wobei man sich ausschließlich an den Wünschen der Kunden orientierte, statt einfach die von den Teams selbst geschaffenen Ziele umzusetzen.

Eine der wichtigsten Neuerungen stellt die Einführung der sogenannten Core-Installation dar, bei der auf eine grafische Benutzeroberfläche zugunsten einer stark erweiterten Bedienung per PowerShell verzichtet wird. Der Vorteil hierbei besteht in der Einsparung von Ressourcen, die so für die eigentlichen Server-Aufgaben verwendet werden können. Der Kunde kann wählen, ob er Windows Server 8 mit GUI installiert, das Betriebssystem aber ohne aktive Oberfläche einsetzt, oder diese nutzt. Eine weitere Option ist der vollständige Verzicht auf die Shell, wobei Zusatzprogramme wie etwa der Internet Explorer ebenfalls außen vor bleiben.

Künftig kann der Kunde bei Bedarf die grafische Oberfläche und die weiteren Komponenten flexibel installieren oder wieder entfernen, um so nur die jeweils benötigten Teile von Windows Server 8 einsetzen zu können. So manches Unternehmen entschied sich bisher lieber für eine vollständige Installation, weil oft befürchtet wurde, die grundlegende Core-Installation könne aus irgendwelchen Gründen nicht ausreichen.

Die Steuerung von Windows Server 8 erfolgt nicht mehr mit der altbackenen Microsoft Management Console (MMC), sondern mit dem neuen Server Manager, der auch als Windows 8 Server Dashboard bezeichnet wird. Wie wir bereits vorab berichteten, kommt auch hier das Metro-Design zum Einsatz, das mit seiner reduzierten grafischen Gestaltung dazu beitragen soll, dass Administratoren einen schnellen Überblick zu möglichen Probleme und dem aktuellen Betriebszustand ihrer Systeme erhalten können. Die aktuellen Aufgaben des Servers werden zusammengefasst angezeigt und der Admin kann ohne großen Aufwand Probleme und Benachrichtigungen einsehen.

Wenn es darum geht, die verschiedenen Serveraufgaben zu verwalten, wird die Vielfalt der Einstellmöglichkeiten natürlich deutlich größer, so dass der Admin wie bisher bis ins kleinste Detail Veränderungen vornehmen kann. Die Benachrichtigungen können gefiltert werden, so dass nur da angezeigt wird, was der Nutzer wirklich sehen will. Auf diese Weise schafft Microsoft ausreichend Übersicht, um die Verwaltung mehrerer Server im gleichen Dashboard zu ermöglichen.

PowerShell statt grafischer Benutzeroberfläche
Bei Windows Server 8 lassen sich praktische alle Funktionen des Betriebssystems auch per PowerShell-Scripting steuern und verwalten. Offenbar hat Microsoft einen Großteil des neuen Servers so gestaltet, dass die Features von vornherein primär auf die Kontrolle per PowerShell ausgelegt sind und die Steuerung per normaler Benutzeroberfläche eher eine sekundäre Rolle übernimmt. Teilweise ist die UI bei vielen Features weiterhin sehr rudimentär gehalten, während der volle Funktionsumfang erst mit der PowerShell wirklich nutzbar wird.

Durch eine reduzierte Zahl von Kommandos und eine Vorschlagsfunktion soll die neue Version 3 von PowerShell dennoch auch für eher unerfahrene Administratoren und mit weniger Lernaufwand zu bedienen sein. Will man bestimmte Aufgaben erledigen, gibt man einfach Schlüsselwörter ein, woraufhin ein Menü angezeigt wird, aus dem der Administrator eine Reihe von passenden Kommandos vorschlägt.

Damit die Admins Windows Server 8 künftig komfortabler per PowerShell steuern können, hat Microsoft die Fehlertoleranz gesteigert. Reißt zum Beispiel eine Netzwerkverbindung ab, werden Scripte angehalten und das System versucht über einen Zeitraum von mehreren Minuten die Verbindung wieder herzustellen. Gelingt dies, laufen die Scripte einfach weiter, so dass weniger Wartungsaufwand entsteht.

Mit Hyper-V 3 auf breiter Front gegen VMWare
Microsoft will mit Hyper-V 3 in Windows Server 8 durch eine ganze Reihe von Leistungssteigerungen und neuen Balancing-Features zum Frontalangriff auf VMWare blasen und versprach Neuerungen, die den Bereich der Server-Virtualisierung revolutionieren sollen. Die CPU- und Speicherlast sowie Netzwerk- und Speicherverkehr werden entweder automatisch oder anhand von Richtlinien ausgeglichen verteilt. Hyper-V unterstützt nun bis zu 160 Prozessoren, bis zu 2 Terabyte physischen Arbeitsspeicher und für jede Virtual Machine 32 CPUs und bis zu 512 Gigabyte RAM. Die Leistung kann zudem flexibler verteilt werden, lassen sich virtuelle CPUs doch entfernen und die Gastsysteme können die "Non-Uniform Memory Architecture (NUMA) nutzen, um Aufgaben und Speicher besser zu verteilen.

Anders als bisher soll Hyper-V 3 in Windows Server 8 bei steigender CPU-Zahl die Leistung fast linear steigen. Mit dem neuen VHDX-Format werden virtuelle Laufwerke von bis zu 16 Terabyte unterstützt, die zudem weniger fehleranfällig sein sollen. Hinzu kommt die Möglichkeit, virtuelle Laufwerke inklusive aller dazugehörigen Daten und Speicherzustände ohne eine vorherige Abschaltung in eine andere VM migrieren zu können. Die einzige Unterbrechung im Betrieb erfolgt im Zuge der Umschaltung des Netzwerkadapters von einer zur anderen Virtuellen Maschine, wobei dafür nur eine Millisekunde benötigt werden soll. Dank einer neuen Funktion zum Vervielfältigen von VMs können Duplikate geschaffen werden, ohne das eine VM offline gehen muss.

Weitere Neuerungen:
Microsoft verbessert bei Windows Server 8 auch diverse weitere Funktionen, darunter auch den Umgang mit Speicherlaufwerken. Mit einer neuen Daten-Deduplication-Funktion auf Basis von neuen Algorithmen werden doppelt vorhandene Daten gefunden und zentral verfügbar gemacht, so dass Dateien zwar theoretisch mehrfach vorhanden sein können, ihre Daten aber tatsächlich aus einem zentralen Pool kommen. Ebenfalls neu ist eine grundlegend überarbeitete ChkDsk-Funktion, die Laufwerke auch im Betrieb auf Schäden untersuchen und eventuell defekte Cluster für eine spätere Reparatur markieren kann. Dadurch sollen sich Probleme innerhalb von Sekunden oder Minuten anstelle der bisher nötigen Stunden lösen lassen.

Weitere Verbesserungen gibt es im Bereich des Netzwerk-Management und bei der Netzwerkleistung. Hinzu kommen Neuerungen beim Remote-Zugriff auf Clients, bei dem künftig automatisch anhand der zu übertragenden Bildschirminhalte die richtige Methode (Text, Bilder oder Video) gewählt wird.

Windows Server 8 Developer Preview jetzt für MSDN-Abonnementen
Microsoft bietet die Windows Server 8 Developer Preview seit wenigen Minuten über seine Entwicklernetzwerk MSDN für Abonnementen zum Download an. Eine freie Verfügbarkeit ist derzeit noch nicht gegeben, so dass das Herunterladen nur nach vorheriger Anmeldung möglich ist.

Weitere Informationen: Windows Server 8 Developer Preview Server Rack Server Rack
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