Sweatshop-Vorwürfe gegen Microsoft & seine Partner

Peripherie & Multimedia Tausende Jugendliche und junge Erwachsene arbeiten offenbar für bis zu 15 Stunden am Tag bei Stundenlöhnen von umgerechnet gerade einmal knapp 50 Cent in chinesischen Fabriken an der Produktion von verschiedenen Microsoft Hardware-Produkten. Dies berichtet die Menschenrechtsorganisation National Labor Committee (NCL) in einem jüngst veröffentlichten Bericht, der auf Gesprächen und Fotos basiert, die innerhalb der letzten drei Jahre gesammelt wurden. Konkret soll ein Fabrik des Vertragsfertigers KYE Systems in der chinesischen Stadt Dongguan betroffen sein.

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In dem Bericht sprechen zahlreiche Mitarbeiter von KYE über die schlechten Arbeitsbedingungen. "Wir sind wie Gefangene", hieß es gegenüber NLC. "Wir leben scheinbar nur um zu arbeiten. Wir arbeiten nicht um zu leben. Wir leben kein Leben, sondern arbeiten nur."

Microsoft hat nach eigenen Angaben bereits auf die Vorwürfe reagiert und eine Untersuchung der Arbeitsbedingungen bei KYE Systems angeordnet. Dem Bericht des NLC zufolge arbeiten in dem Werk vor allem junge Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Ihr Arbeitstag erstreckt sich angeblich von 7:45 bis 22:55 Uhr.

In dieser Zeit haben sie keine Möglichkeit, die Toilette aufzusuchen und müssen mit einer unzureichenden Verpflegung aus den Werkskantinen vorlieb nehmen. Die Arbeiter sind in 14-köpfigen Gruppen in Schlafräumen untergebracht, für die sie eigenes Bettzeug erwerben müssen.

Die hygienischen Bedingungen sind angeblich äußerst unzureichend, da sich die Mitarbeiter mit Hilfe von Schwamm und Eimer "duschen" müssen. Viele der jungen weiblichen Angestellten müssen zudem immer wieder mit sexueller Belästigung rechnen. Während der Arbeitszeit werden bis zu 1000 Arbeiter in Räumen von rund 600 Quadratmetern Größe untergebracht.

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Zu den Microsoft-Produkten, die bei KYE Systems gefertigt werden, gehören unter anderem die LifeCam VX-7000, die Basic Optical Mouse und die Wireless Notebook Laser Mouse 6000. Darüber hinaus baut KYE auch diverse Produkte für HP, Samsung, Foxconn, Acer, Logitech und ASUS.

Besonders problematisch sei bei der Fertigung bei KYE, dass die Arbeiter nicht den Auftraggeber Microsoft für die schlechten Bedingungen verantwortlich machen, sondern die Schuld ausschließlich bei ihrem Arbeitgeber sehen. Dies sei darauf zurück zu führen, dass die Mitarbeiter einfach nicht wissen, wie bedeutend die Unternehmen sind, für die produziert wird.

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Laut dem Bericht des NLC werden immer wieder auch Minderjährige bei KYE in der Produktion eingesetzt. Diese würden über Kooperationen mit Schulen angeworben und müssen oft wie ihre älteren Kollegen bis zu 15 Stunden arbeiten, obwohl dies eigentlich verboten ist.

Zu den extremen Arbeitsbedingungen kommt eine schlechte Bezahlung. So sind die Mitarbeiter nach eigener Auskunft gezwungen, massiv Überstunden zu machen, da das Grundgehalt mit nicht einmal 100 Euro im Monat sonst nicht ausreicht.

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Unter Umständen sei Microsoft noch nicht einmal vorzuwerfen, dass der Konzern die schlechten Bedingungen bei KYE Systems wissentlich akzeptiere. So sei es durchaus üblich, dass auch die westlichen Auftraggeber von den chinesischen Vertragsfertigern systematisch getäuscht werden. Dazu werden die Mitarbeiter gezwungen, gegenüber den Prüfern von Microsoft & Co falsche Angaben zu machen, die den Eindruck erwecken, sie seien mit ihren Jobs zufrieden.

Die harten Bedingungen sorgen nach Angaben des NLC dafür, dass viele Mitarbeiter KYE Systems schon nach wenigen Monaten wieder verlassen. Microsoft nimmt die Vorwürfe gegen seinen Vertragsfertiger nach eigenem Bekunden sehr ernst und will umgehend ermitteln, ob sie Bestand haben. Sollte KYE wie berichtet gegen Microsofts Vorgaben zu den Arbeitsbedingungen verstoßen, werde auch eine Beendigung des Geschäftsverhältnisses in Erwägung gezogen.

Die Firma KYE Systems stammt eigentlich aus Taiwan und ist hierzulande vor allem unter ihrer Handelsmarke Genius bekannt. Das Unternehmen bietet unter dieser Marke auch selbst diverse Peripheriegeräte wie Mäuse, Webcams und ähnliches auf dem deutschen Markt an.

Weitere Informationen: The National Labor Committee
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