Statt Notebook: Mobile-Setup mit Mac Mini und dicker Powerbank

Powerbanks kennt jeder: Je nach Kapazität sind sie in klein oder groß verfügbar, mitunter passen besonders kompakte Modelle sogar in die Hosetasche. Die ReVolt HSG-900 hingegen kommt extra mit Handgriff daher, da sie mit ihren 600 Watt in keine Hosentasche der Welt passen dürfte. Die Powerbank bietet neben drei USB-Ports (2x USB-A, 1x USB-C) und einem Zigarettenanzünder auch eine normale Steckdose. Hierüber können eine Vielzahl an Geräten angeschlossen und betrieben bzw. aufgeladen werden. Wer im Video zum Xgimi Horizon Pro genau aufgepasst hat, konnte die kleine Powerbank in Verbindung mit jenem bereits in Aktion sehen. Möchte man also bspw. im Garten ohne eine Steckdose Kinostimmung aufkommen lassen, lässt sich einfach die ReVolt Powerbank anschließen und der Beamer mit jener betreiben. Erfreulicherweise ist zwar ein Betriebsgeräusch der Powerbank zu vernehmen, allerdings geht dies in Outdoor-Situationen schnell verloren und wird folglich nicht mehr wahrgenommen. Die Laufzeit hängt natürlich ganz von der Leistungsaufnahme der Geräte ab, die angeschlossen werden. Brauchen diese mehr Strom oder sollen länger laufen, kann sich der Griff zur nächst höheren Variante, der HSG-1000, lohnen.

Die Verwendungszwecke einer solchen Powerbank sind vielfältig: Gerade Menschen, die gerne campen, können die HSG-900 im Wohnmobil als (Not-) Stromaggregat verwenden. Im Gegensatz zum Green Cell 2000VA läuft die ReVolt Powerbank aber deutlich länger und ist um ein vielfaches leichter: Statt 11,5 Kilo bringt es die HSG-900 auf nur 4 Kilogramm. Während das Mitführen des Green Cell-Gerätes schnell zum Workout wird, wirkt die ReVolt Powerbank im Vergleich nahezu wie ein Leichtgewicht, auch wenn man die 4 Kilogramm im Handgepäck natürlich bemerken wird. Wird das PureWave 2000A verwendet, arbeitet der Lüfter deutlich lauter, als es bei der HSG-900 der Fall ist. Die Verwendungsmöglichkeiten gehen aber noch weiter: Neben dem Entertainment-System oder Wasserkocher können auch Geräte, an die man vielleicht zuerst gar nicht denkt, mit der Powerbank verwendet werden: die Rede ist vom heimischen Computer.

PC-Setups gibt es viele: Die einen haben nur ein Notebook, die anderen hingegen einen Standrechner und kein Notebook. Wer besonders viel produktiv mit seinen Geräten arbeitet, besitzt eventuell beides. Je nach Größe des Desktop-PC ist das heute vorgestellte Setup gar nicht möglich, aber in bestimmten Fällen lässt es sich erstaunlich leicht realisieren. Das trifft auch auf den Mac Mini von Apple und seiner mobilen Nutzung zu. Die Gründe, warum man seinen Desktop-PC unterwegs verwenden möchte, können vielfältig sein. Zwar handelt es sich beim kleinsten Mac gleichzeitig auch um die günstigste Möglichkeit, ins Apple-Universum einzusteigen, jede weitere Anschaffung eines weiteren Mac-Gerätes schlägt aber ein teils sehr tiefes Loch in den Geldbeutel. Nicht jeder möchte diese Zusatzinvestition tragen. Der Mac Mini macht einem die Entscheidung gegen ein zweites Gerät denkbar einfach: nur ein paar Kabel trennen, ab in die Tasche und los gehts. Die Verwendung des Mac Minis außerhalb der eigenen Wohnung kann aber auch andere Gründe haben: Viele Menschen haben im Sommer dieses Jahres mit neuen MacBooks gerechnet. Wer sich gerade sowieso ein Gerät anschaffen wollte, verfolgte die Vielzahl an Gerüchten, die selbstsicher vorgetragen wurden und deswegen realistisch klangen. Manch einer, wie etwa unser Kollege Timm Mohn, verkaufte in freudiger Erwartung sogar sein eigenes MacBook, damit jenes nach der Vorstellung der neuen MacBooks nicht drastisch an Wert verliert. Doch es kam anders: Apple stellte keine neuen MacBooks im Rahmen der WWDC vor. Nicht nur unser Kollege musste im Folgenden kreativ werden.

Im Vorfeld zu diesem Video sind die verschiedenen Komponenten des Setups bereits in eigenen Videos auf WinFuture vorgestellt worden. Neben dem HSG-900 von ReVolt besteht das Setup aus der Satechi M1. Die Bluetooth-Maus ist kompakt und schnell in die Tasche gesteckt. Im Gegensatz zum Magic Touchpad muss man sich keine Sorgen machen, dass die M1 beim Transport leicht beschädigt werden könnte. Die Powerbank muss auch einen Bildschirm mit Strom versorgen: der EZM-200 verfügt über ein 15,3 Zoll Full-HD Panel und kann entweder direkt am Mac oder über die USB-Ports der Powerbank mit Strom versorgt werden. Ein eigenes USB-Netzteil ist nicht nötig. Mit dem Uperfect 17 Zoll-Monitor wäre diese Verwendung nicht möglich gewesen, da jener auf ein eigenes 30 Watt Netzteil angewiesen ist. Wer das Setup gern noch etwas kleiner halten möchte, kann auch den EZM-100 verwenden. Hierbei handelt es sich um ein 14,1 Zoll Full-HD Display, welches ebenso über USB mit Strom versorgt wird. Im Falle des EZM-100 spart man sich unterwegs sogar ein Kabel, da Bild und Strom entgegen der Anleitung auch über nur ein Kabel läuft. Baut man den Mac Mini am heimischen Schreibtisch ab, kann man auch direkt die Tastatur in die Tasche stecken. Im Falle des heutigen Setups handelt es sich (meist) um die mobile Bluetooth-Tastatur für den Mac von Satechi. Das Keyboard ist schnell verbunden und kann, wenn die interne Batterie leer ist, entweder via USB am Mac Mini oder aber auch an der Powerbank geladen werden.

Fernab davon, ob man sich auf Vorstellungsgerüchte im Sommer verlassen hat oder nicht, kann die Verwendung eines einzelnen Gerätes im Alltag aber viele Vorteile haben: Setzt man nur auf einen PC, muss man sich nie Gedanken machen, welche Projektdateien sich auf welchem Gerät befinden und hat diese garantiert immer dabei. Im Betrieb kann man auf dem Display des HSG-900 ständig ablesen, wie hoch die aktuelle Leistungsaufnahme gerade ist und wie lange die Powerbank bei gleichbleibender Last noch laufen würde. In der Regel schwankt die Restlaufzeit-Anzeige folglich stark, da sich der Wert ständig neu berechnet. Mit dem Mac Mini und teils intensivem Videoschnitt kommt die HSG-900 auf 8 Stunden und 49 Minuten Laufzeit. Da es sich um einen Intel Mac Mini handelt, ist davon auszugehen, dass die neuen M1 Geräte deutlich länger laufen. Nichtsdestotrotz: Verwendet man ein Notebook bzw. MacBook zum Videoschnitt, kann man dem Akku in der Regel quasi beim in die Knie gehen zuschauen. Fast 9 Stunden Video- und Audiobearbeitung hat noch kein MacBook auf die leichte Schulter genommen.

Inzwischen sind die neuen MacBooks wirklich vorgestellt. Die Verwendung der Powerbank in Verbindung mit Mac Mini kommt, dem schlechter werdenden Wetter geschuldet, langsam immer weniger vor. Trotzdem muss der Mac Mini immer noch von Zeit zu Zeit vom Schreibtisch weichen: Auch Apple hat im Zuge des Chip-Mangels mit Lieferengpässen zu kämpfen. Nach knapp fünf Monaten mit dem Setup sind deweil genug Erfahrungen für die kritische Betrachung des Setups gesammelt worden: Trotz Case am Bildschirm oder einer Transporttasche für den Mac Mini muss man sich im Klaren sein, dass die Geräte deutlich mehr bewegt werden und dadurch ggf. auch früher bzw. einfacher Macken bekommen, als es beim reinen Desktop-Betrieb der Fall wäre. Die Phase des Mobile Mac sieht man dem Mac Mini nach fast einem halben Jahr auf jeden Fall an. Den Auf- oder Abbau, bspw. in der S-Bahn, überlegt man sich zwei Mal, da die Inbetriebnahme des Mac Mini deutlich mehr Arbeitsschritte beinhaltet, als es bei einem einfachen Notebook der Fall wäre. Das im Video vorgestellte Setup kann weiter verbessert werden: Den Mac Mini muss man nicht zwangsläufig im Original-Karton transportieren. Drittanbieter bieten eigens auf den Mac Mini zugeschnittene Transportcases an. Setzt man auf eine Maus statt dem Magic Touchpad, empfiehlt sich ein eigenes Mauspad, statt hierfür das Case vom Auvisio EZM-200 zu verwenden. Wünschenswert wäre es, wenn die Powerbank nicht nur über die Anzeige, sondern auch über Warntöne signalisiert, wann sich der Akku dem Ende neigt. Hat man kein wachsames Auge auf das Display, kann man schnell vom Ende der Laufzeit überrascht werden.

Je nachdem, ob und welche Geräte in einem Haushalt verfügbar sind, kann ein "Mobile Mac"-Setup, wie heute vorgestellt, erst mal bedeuten, dass weitere Invesitionen getätigt werden müssen: Die Powerbank ist mit knapp 400 Euro die größte Invesition. Verwendet man den Mobile Mac vor allem im ICE oder Hotel, kann man sich die Ausgaben für jene therotisch sparen. Die Powerbank wird vor allem interessant, wenn man bspw. in einem Park oder in der S-Bahn mit dem System arbeiten will. Letztere verfügen zumeist immer noch über keine Steckdosen am Platz. Auch beim Campingausflug kann die Powerbank mit Steckdosenanschluss nützlich sein. Überdies hat man mit der HSG-900 aber auch ein Notstromaggregat an der Hand, wenn dann doch mal der Strom ausfallen sollte.

Vorteile

  • Nur ein Gerät für alle Arbeiten am Computer
  • Komplettes Setup kann zu Hause und unterwegs verwendet werden
  • Spart trotz extra Anschaffungen Geld im Vergleich zu einem extra Notebook
  • Powerbank auch in größeren Varianten verfügbar
  • Trotz leistungshungrigen Tasks lange Akkulaufzeit

Neutral

  • Aufwendiger Auf- und Abbau (im Vergleich zu einem MacBook)
  • Gesteigertes Betriebsgeräusch
  • Keine akustische Warnung bei niedrigem Akkustand

Nachteile

  • Nimmt mehr Platz auf dem Tisch ein

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