Notbremse: Boeing setzt wieder auf Menschen statt auf Roboter

Die Robotisierung der Industrie läuft vielleicht doch nicht so schnell und gradlinig, wie gelegentlich befürchtet wurde. Der Flugzeug-Hersteller Boeing beispielsweise macht einen Rückzieher und setzt erstmal wieder auf Menschen statt Maschinen. mehr... Flugzeug, Boeing 787, Dreamliner, Qatar Air Bildquelle: Boeing Italia Flugzeug, Boeing 787, Dreamliner Flugzeug, Boeing 787, Dreamliner Boeing Italia

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
sogar noch in der aktuellen ausgabe der aero gelesen, über faub. ich dachte mir da bereits, dass das nicht ideal sein kann. es wird ja doch alles vom menschen dutzendfach nachkontrolliert, und wenn dann ein prozentsatz x fehlerhaft ist, wird nur geld verbrannt. finde die "rückbesinnung" äußerst gut.
 
Wenn man Robotter dazu einsetzt, die Menschliche Arbeitskraft zu entlasten, ohne sie zu ersetzen, ist es eh am besten - zumindest in Bereichen, in denen die Arbeit nicht so simpel und stubide ist, dass Menschen selbst zu Robotern werden mit der Zeit.

Die Produktivität des Menschen steigt, ohne ihn dabei zu überlasten, aber man hat trotzdem einen "kreativ" denkenen Menschen im Prozess, der auf unvorhergesehende Probleme reagieren und selbst Entscheidungen treffen kann.

Das Beste aus 2 Welten.
 
@pcfan: Ja, recht hast Du. Roboter sind gut geeignet, wiederkehrende Standard-Aufgaben zu automatisieren. So gesehen, wäre das Setzen der Nieten gut geeignet. --- Aber nur weil ich einen Roboter einsetze wird es nicht unbedingt besser. Roboter sind doof und erkennen Fehler nur, wenn ich als Mensch das vorgegeben einprogrammiert habe. Das Erkennen komplexer Zusammenhänge und Abwägungen oder Bewertungen sind keine Fähigkeiten von Robotern. Man braucht also Menschen, die qualifiziert entscheiden können. Roboter sind also nur Handlanger. Dein letzter Satz trifft es genau.
 
@Nunk-Junge: Das einsetzen von Nieten bei Flugzeugen würde ich jetzt nicht mal so sehr als Standard ansehen.

Das aufschrauben des Deckels auf die Zahnpastatube am Ende des Fließbands schon.

Der Unterschied:

Ein Flugzeug hat vermutlich tausende Nieten und jede ist an einer eigenen Position und muss nach dem Setzen nochmal genau geprüft und ggf. Nachbearbeitet werden.
Wenn nur eine nicht korrekt ist, kann es hier um hunderte Menschenleben gehen.

Meine Idee wäre, dass der Roboter zusammen mit einem Menschen da durch geht.
Der Mensch leitet den Robotter und "sagt ihm" wo die Nieten hin sollen, mit welcher Kraft, wieß heiß, usw.
Der Mensch prüft dann, ob alles passt und entscheidet, dass man zur nächsten Niete geht.
 
@pcfan: Ich bin jetzt kein Experte für Flugzeugbau, aber ich hätte Nieten als Standard angesehen. In der Autombilbranche hat man zum Beispiel das Schweißen der Karosserie auch an Roboter gegeben und dort sind auch die Karosserien immer anders. Trotzdem sind die Ergebnisse besser als ein Mensch es manuell machen könnte. Aber wie gesagt bin ich mit dem Flugzeugbau nur wenig vertraut.
 
Autsch, wenn ich das schon wieder lese habe ich die Befürchtung das Boing die falsch gesetzten Nieten einfach billig nachgearbeitet hat. Ich traue dieser Firma sogar zu falsch genietetes Material das eigentlich ausgetauscht werden müsste einfach auf die billigste Art und unstandardisiert zu fixen und damit vielleicht erneut Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Mal schauen wann die ersten 777 der neuen Generation vom Himmel fallen oder Leute aus dem Flugzeug gesaugt werden. Wäre nicht das erste mal das die Flugbegleiterin die eben noch im Gang stand und servierte, plötzlich weg ist weil sich paar Meter Dach und Seitenwand gelöst haben.
 
@JemandA: Wenn du damit auf den Aloha-Airlines-Flug 243 einer Boeing 737-200, am 28. April 1988, anspielst sollte dir auch bewusst sein, dass war ein Einzelfall, weil zu dem Zeitpunkt die große Anzahl von Starts und Landungen ( Druckzyklen der Kabine ) in Verbindung mit der sehr salzhaltigen Umgebungluft noch nicht ausreichend im Bewustsein war. Tragisch ja, aber bei zukünfigen Flugzeugen wurde die Wartungsintervalle intensiviert.
Kurz gesagt hatte das nichts mit Herstellung sondern mit dem anschließenden Umgang des Fluggerätes zu tun.
 
@feuerlocke: Ich gebe dir da vollkommen Recht, dass das Problem auf Grund von Unwissenheit in der Branche.... nun aber es passieren eben auch wissentlich Fehler und das waren bei Boing einfach zu viele in letzter Zeit. Diese Firma ist einfach viel zu Profitgierig. Ich hoffe inständig dass sie die Max Serie nie wieder in die Luft bekommen. Das Problem ist nämlich in der Wurzel nicht die Fehlerhafte Software, oder fehlerhafte Sensoren, sondern dass das Fluggerät ohne die Software und Sensoren fluguntauglich sind, weil man etwas dran montiert hat dass dort nicht dran gehört: Viel zu große Triebwerke in völlig irrsinnigem Winkel die die Lage des Fluggeräts in Gefahr bringen. Und alles nur aus Profitgier.
 
Boeing ist da nicht der einzigste. Kenne in der Medizin einige Bereiche, wo man ebenfalls die "Notbremse" gezogen hat und wieder versucht, auf Menschen zu setzen. Problem dabei ist, dass man lange den Nachwuchs außer acht gelassen hat und jetzt viele Qualifizierte Mitarbeiter fehlen. Roboter/Maschienen können aktuell nicht in jedem Bereich eingesetzt werden, da sie nur auf Programmierbare Szenarien reagieren können. Wenn davon was abweicht, sind sie dann auch nutzlos und der Mensch muss wieder ran. Auch die Teils höheren Kosten werden gerne erstmal unter den Teppich gekehrt.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen