Was ist da bloß los? Weiterer Gründer verlässt Blizzard

Frank Pearce, Mitbegründer des Computerspiele-Entwicklers Blizzard Entertainment, verlässt überraschend das Unternehmen. Das hat Pearce in einem Abschiedsbrief an die Community auf der Blizzard-Webseite selbst verkündet. mehr... Logo, Blizzard, Activision, Entwicklerstudio Bildquelle: Blizzard Logo, Blizzard, Activision, Entwicklerstudio Logo, Blizzard, Activision, Entwicklerstudio Blizzard

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Blizzard ist nach Bioware das nächste legendäre Studio, welches von einem Konzern die Seele ausgesaugt bekommt. Das ist nicht nur in der Gaming-Branche so. Wenn nur noch Zahlen zählen, stirbt jegliche Leidenschaft. Traurig was der Kapitalismus mit der Welt macht.
 
@feikwf: Komerz killt halt leidenschaft, ist aber schon lange bekannt. Tja könnte doch für ein Indie die changse sein.
 
@MancusNemo: ... zumindest auf dem PC. Alledings, auch ein Blizzard hat ja mal klein angefangen.

Mein bisheriger Lieblings-Publisher / Entwickler Paradox wächst auch ziemlich schnell. Noch haben sie den Bezug zur Community, wie lange das so bleibt müssen wir aber abwarten, ich fürchte auch hier schlimmes.
 
@feikwf: Genau so ist's. Spieleentwicklung ist ein perfektes Beispiel, wie Kapitalismus eine schöne Sache ruiniert. Seit die ganz Großen mitbekommen haben, dass in der Branche Milliarden stecken, gehts stetig bergab. Games sind kein Produkt aus Leidenschaft von Entwicklern sondern Fließband Ware. Möglichst schnell 75% von einem Spiel auf den Markt werfen, übers Jahr die Restlichen 25% als Saison Pass verkaufen und nebenbei noch ein paar Lootboxen rein, um Kinder abzuzocken.
 
@xxMSIxx: Es liegt doch einzig und alleine an uns Spielern, dass eine solche Entwicklung erfolgreich ist.
 
@Memfis: dann liegts auch einzig am Verbraucher, dass wir einen Klimawandel erleben
 
@Memfis: "Alleine an uns Spielern"? Wenn in der heutigen Zeit ein Spiel nicht gut verkauft wird, liegt es aus der Sicht des Publishers nur an den Spielern. Und dem entsprechend wird gehandelt: Es werden neue Möglichkeiten eröffnet, den "Verlust" zu kompensieren. Und das bedeutet für den Spieler nie etwas Gutes. Es reicht ja auch nicht mehr aus, das ein Spiel die Entwicklungskosten + Gewinn einbringt. Es muss die völlig hoch gestochenen Prognosen immer übertreffen. In diesem Szenario kann der Spieler/Käufer ja nur verlieren!
 
@feikwf: Kapitalismus lebt von den Kunden. Wenn die Kunden keine Leidenschaft mehr bezahlen wollen, sondern ihr Geld lieber für generische Free2Play bzw. Mobile-Spiele ausgeben, dann ist das nicht primär die Schuld der Entwickler. Der Spiele-Markt wandelt sich und "alte" Spiele haben es heute schwer, sich finanziell zu tragen. Der Aufwand für ein aus der Masse herausragendes Spiel ist enorm und der Wille, dafür Geld auszugeben, ist bei vielen Spielern nicht mehr gegeben.
Kapitalismus hat viele Probleme, aber ein Vorteil ist, dass jeder Kunde mit seinem Geldbeutel entscheiden kann, wohin sich die Firmen entwickeln. Und beim Gaming scheint die Mehrheit der Menschen halt in Richtung FastFood zu gehen. Für "alte Hasen" und Fans vom klassischen Gaming sieht es da düster aus.
Pferdeliebhaber mussten auch Rückschläge einstecken, als das Auto sich durchsetzte.
 
@Runaway-Fan: Es gibt aber immer noch Reitställe (=Indiestudios) - und das ist auch gut so.
 
@Runaway-Fan: Der Vergleich ist schlecht, denn das Auto war ja eine Weiterentwicklung im positiven Sinne (wenn wir jetzt die Umweltbelastung mal außen vor lassen). Bei der Entwicklung in Richtung Fast-Food-Gaming kann von Fortschritt ja wohl kaum die Rede sein.
 
@DON666: Die CD war ein Fortschritt im Vergleich zur LP. Die Reihe lässt sich ewig fortsetzen. Es gibt immer Änderungen, die Vor- und Nachteile mit sich bringen und nur alleine der Umstand, wie wichtig einem selbst die Vor- oder Nachteile sind, machen die Änderungen gut oder schlecht.
 
mehr und mehr leute verlassen blizzard.

sieht für mich aus wie ein zeichen der resignation :(
 
@stf: Man interpretiert halt gern die wildesten Geschichten rein.. Warum muss der Herr unbedingt bis 67 auf seinem Posten weitermachen wenn er ausgesorgt hat. Es gibt genug positive Gründe sich nach all der Zeit auch mal etwas anderem zu widmen, es muss überhaupt nicht heißen dass der Laden kurz vorm explodieren ist oder es persönliche Skandale gab.
 
@jackii: Laut text klingt es aber halt mal nicht so als wenn er frohen Herzens in die Rente spaziert.
 
@jackii: Der Zufall wäre aber zu groß. Activision nimmt, nach ansonsten erfolgreichen Jahren, Blizzard an die Leine. Neue CEO mit nur Zahlen vor Augen wurde vor kurzem angeheuert. Ein anderer hochrangiger Mitarbeiter hat Blizzard kürzlich verlassen. Diablo Immortal hat einen Empfang nicht wesentlich wärmer als Battlefront 2. Es kann natürlich alles nur Zufall sein, vor der Kulisse des üblichen Videospielbusiness ist die Sache allerdings recht klar: Der Mann hat keinen Bock auf den Kurs weg von Kreativität.
 
Kapitän zum Ingenieur:" Die Titanic ist unsinkbar!". Ingenieur zum Kapitän:" Sie wurde aus Stahl gebaut, ich versichere ihnen, sie kann!" Persönlich hoff ich es ja nicht das Blizzard "untergeht", aber es sieht doch sehr nach "Alle man von Bord, rette sich wer kann" aus. Bei aller Kritik die man äußern kann, vor allem an der WoW BFA Erweiterung, Blizzard schuf mit die erfolgreichsten und besten Spiele aller Zeiten. Daher schade, aber nun, von Quelle und Schlecker hatte man sich das auch nicht vorstellen können. Vielleicht sollte man an die verbleibenden Mitarbeiter schon mal Trillerpfeifen ausgeben…
 
@Yoda2019: Vom Untergang ist Blizzard noch so weit entfernt wie Apple oder Microsoft. Ja, man kann viel Meckern. Aber selbst die schlechtesten Spiele bzw. Erweiterungen von Blizzard sind immer noch besser als ein Großteil der Konkurrenz.
 
@Runaway-Fan: Blizzard ist bereits aufm Weg nach unten, Apple & Microsoft sind es, allen Hassern zum Trotz, nicht.
 
So ein Mist: ich habe mir vor einer Weile Warcraft III: Reforged gekauft. Mal sehen ob es überhaupt fertig wird und wenn ja wann.
 
@zivilist: Keine Angst, das wirst du bekommen und noch diesen Herbst wenn ich das richtig im Kopf habe.
 
Blizzard wird nicht untergehen, das ganz sicher nicht,

Aber Blizzard wird zu etwas, was die Gründer nicht mittragen wollen.

Seitdem es Actiblizzard ist, geht es mit der Firma stetig bergab was die Moral angeht.
War es früher noch Blizzards Motto:

Wir brauchen lange für ein Spiel. Dafür ist es danach von wirklich hoher Qualität. Unsere Kunden schätzen das, warten Geduldig, und kaufen das Spiel dann auch, selbst wenn es sehr lange dauert. Die Kasse Stimmt. Die Mitarbeiter sind Bezahlt, alle Projekte haben genügend Budget und ein ordentlicher Gewinn springt auch noch dabei heraus.

Actiblizzards Motto:
Wir nennen unseren Aktionären Zeiten, an denen bestimmte Auszahlungen in bestimmter höhe anstehen, damit diese Geld für uns Locker machen.
Wir scheißen auf unsere Kunden, wir sehen zu das wir die Software, in welchem Zustand auch immer, raus bringen, um die Vereinbarten Zeiträume für die Dividende einhalten zu können. Da der Zustand nicht stimmt, wird ein großer Teil des Budgets für Marketing verwendet um einen Hype zu schaffen, bei dem die finale Qualität irrelevant wird, da die Verkäufe trotzdem stimmen.

Denn nur so verdienen wir Geld: Nicht direkt durch Verkäufe, sondern durch immer neue Investitionen durch Aktionäre, die dann durch die Verkäufe hoffentlich refinanziert werden. Die Verantwortlichen haben sich aus dem Geldtopf der Aktionäre erstmal schön einen Batzen raus genommen. Wenn es dann mit der Dividende mal nicht klappt, ist nicht zu deren Schaden. Nur dann gibts in Zukunft vielleicht weniger Geld. Und da man immer gleich Abschöpft, müssen dann halt Mitarbeiter gehen, Studios schließen usw...

Zusammengefasst: Das Geld ist durch die Aktionäre schon vorhanden. Das Management bedient sich daraus fürstlich. Es ist daher sekundär ob sich die Software gut verkauft, da es nur noch darum geht, das Investierte Geld wieder herein zu bekommen. Ist das nicht der Fall, ist es auch egal, denn die Kasse bei denen die meinen, auf sie komme es an, stimmt ja. Es besteht daher kein Interesse an Qualität, sondern nur daran diese Finanzierungsrunden immer und immer wieder zu wiederholen. Für die Verkaufszahlen gibt es das Marketing, denn das Marketing kompensiert die nicht vorhandene Qualität vom finanziellen her besser, als in bessere Qualität zu investieren.

Gilt allgemein für Actiblizz, EA, Bethesda, Konami und co...

Blizzard war halt mal anders. In einem Meer voller Haie war es ein Delphin. Wird nun aber zusehends auch zum Hai.

Ich habe völliges Verständnis dafür, das viele das mit ihren Wertvorstellungen und Moral nicht vereinbaren können.
 
ich habe blizz schon vor jahren den rücken gekehrt.
diese monetarisierung der blizz spiele hat längst ea stufe erreicht!

die zeit, wo man blizz spiele blind kaufen konnte, ist lange vorbei. der niedergang hat mit jay wilson u. d3 begonnen.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen