Featured Snippets: Google gibt Fake-Inhalten einen seriösen Anstrich

Google, Logo, Suchmaschine Bildquelle: Sean Kenney
Eine hohe Medienkompetenz ist nicht erst dann nötig, wenn es darum geht, den Wahrheitsgehalt von Inhalten auf etwas dubiosen Webseiten zu überprüfen. Schon bei Google wird sie auf eine hohe Probe gestellt, wenn die Suchmaschine versucht, Fragen direkt zu beantworten. In diversen Fällen wird der Nutzer nicht einfach nur über Ergebnislisten auf andere Seiten verweisen, sondern bekommt eine direkte Antwort auf seine Frage gezeigt. "Featured Snippets" heißt die dahinterstehende Funktion. Der Algorithmus holt sich dafür einen Textbaustein von einer als besonders relevant angesehenen Seite und präsentiert ihn direkt als Information. Das hat für Google den Vorteil, dass die User auf der Suchseite bleiben und vielleicht gleich die nächste Anfrage stellen.

Allerdings besteht hier das Problem, dass die eingeblendeten Informationen erst einmal nicht überprüft werden. Lediglich Hinweise auf falsche Angaben führen zuweilen dazu, dass manuell eingegriffen wird. Das geht aus einer Reportage von The Outline hervor. So kommt es, dass unbedarfte Nutzer immer wieder mit klaren Falschmeldungen versorgt werden.

Ein Beispiel dafür ist die Frage nach US-Präsidenten, die Mitglieder im Ku Klux Klan waren. Google lieferte hier direkt vier Namen ehemaliger Staatschefs. Allerdings gibt es in der Realität keine Hinweise darauf, dass überhaupt je ein Mitglied des KKK im Weißen Haus saß. Warren Harding beispielsweise taucht zwar in der Namensliste auf, tat sich aber eher damit hervor, dass er Gesetzgebungen gegen die Lynch-Justiz der rassistischen Organisation vorantrieb.

Featured Snippets: Google ist wenig verlässlichFeatured Snippets: Google ist wenig verlässlichFeatured Snippets: Google ist wenig verlässlichFeatured Snippets: Google ist wenig verlässlich
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Feiertags-Termine sind glaubhaft

Weitgehend verlässlich sind die direkten Antworten Googles dann, wenn man beispielsweise das genaue Datum eines kommenden Feiertages wissen will. Bei komplexeren Fragestellungen sollte man hingegen sehr vorsichtig sein. Denn immer wieder schaffen es Seiten, auf denen Verschwörungstheorien oder Propaganda verbreitet wird, sich gut im Google-Index zu platzieren und die Inhalte für die Featured Snippets zu liefern.

Das ist auch in diversen anderen Themenbereichen der Fall. So liefert Google durchaus auch wissenschaftlich unhaltbare Behauptungen über die Gefahren von Impfungen, die von einer Esoterik-Content-Farm übernommen werden. Weniger folgenschwer ist hingegen der Versuch, eine einfache Antwort auf die komplexe Frage zu geben, wie man erfolgreich zu einem Date kommt. Ein andermal liefert die Suchmaschine einen Monty Python-Witz als Begründung, warum Feuerwehr-Fahrzeuge rot sind.

Die Featured Snippets werden so vor allem deshalb zum Problem, weil die Inhalte scheinbar direkt von einem vertrauenswürdigen Unternehmen wie Google präsentiert werden. Viele Nutzer dürften ohne entsprechende Hinweise kaum auf die Idee kommen, dass die Angaben ungeprüft von irgendeiner Seite übernommen wurden, die es gerade zu einem guten Index-Ranking brachte. Google, Logo, Suchmaschine Google, Logo, Suchmaschine Sean Kenney
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