Toshiba am Abgrund: Man versucht nur zu retten, was zu retten ist

Um den japanischen Elektronikkonzern Toshiba steht es nicht gut. Das Unternehmen wird unter anderem durch den kürzlich bekannt gewordenen Bilanzierungs-Skandal wohl einen Verlust ausweisen müssen, der viele Milliarden Dollar höher liegt als bisher angenommen.
Ifa, Toshiba, IFA 2015, 2-in-1-Tablet
Eine ganze Zeit lang waren problematische Zahlen geschönt, versteckt und ihre Bilanzierung herausgeschoben worden. Als dies letztlich aufflog, musste der damalige Konzernchef Hisao Tanaka seinen Posten abgeben. Damals war von einem finanziellen Volumen in Höhe von etwas über einer Milliarde Dollar die Rede.

Toshiba DynaPad N72Toshiba DynaPad N72Toshiba DynaPad N72Toshiba DynaPad N72

Die Auswirkungen dessen und die sonstigen Ergebnisse verschiedener Geschäftsbereiche sind aber weitaus schlimmer. Bei der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei geht man nun davon aus, dass Toshiba jetzt wohl eine Prognose für das im März endende Geschäftsjahr vorlegen wird. Und hier ist mit einem Verlust in Höhe von 4,04 Milliarden Dollar zu rechnen.

Das vorhergehende Jahr hatte das Unternehmen bereits mit einem Fehlbetrag von rund 311 Millionen Dollar abgeschlossen. Und es ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Lage kurzfristig ändern ließe. Um das Unternehmen zumindest halbwegs zu stabilisieren, soll ein umfassendes Restrukturierungsprogramm durchgeführt werden, bei dem gleich mehrere große Firmenbereiche abgestoßen werden.

Fest steht bereits, dass die Herstellungs-Kapazitäten für Fotosensoren an den Konkurrenten Sony verkauft werden. Hinzu kommen noch inoffizielle Berichte darüber, dass die PC-Sparte ausgegliedert und mit der von Fujitsu, sowie der Ex-Sony-Abteilung Vaio zusammengelegt wird. In anderen Bereichen soll eine konzerninterne Lösung gefunden werden - so beispielsweise bei Fernsehern und anderer Unterhaltungselektronik. Hier werden dem Vernehmen nach Massenentlassungen die Folge sein, die durch Abfindungen und Ausgaben für Neustrukturierungen voraussichtlich ein weiteres Loch von 1,6 Milliarden Dollar in die Kassen reißen werden.
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