Lumia 950 in ersten Tests:
Microsoft muss viel Kritik einstecken
Microsoft hat in den USA offensichtlich vor kurzem die Sperrfrist für die ersten Tests des neuen Microsoft Lumia 950 auslaufen lassen, so dass nun die ersten US-Journalisten und -Blogger ihre Meinung zum "kleinen" neuen Windows-10-Flaggschiff abgeben können. Die Testergebnisse fallen dabei durchaus etwas durchwachsen aus, während das Potenzial der Continuum-Funktion bei vielen für Begeisterung sorgt.
The Verge: Billige Anmutung, scharfes Display & zu wenig Apps
Beim oft für seinen angeblichen Einschlag zugunsten von Apple kritisierten US-Portal The Verge kommt das Lumia 950 in vielerlei Hinsicht nicht gut weg. So kritisiert Autor Dan Seifert, dass das Gerät wegen der Verwendung von Kunststoff als Gehäusematerial eine billige Anmutung hat. Auch kritisiert er das "langweilige" Design und die fehlende App-Auswahl, ein Problem, das bei Windows auf Smartphones ja schon lange besteht. Auch sei Continuum bisher nur wenig nützlich, weil es kaum Apps gibt, die die Darstellung auf einem größeren Display unterstützen.
Windows Hello, also die Anmeldung per Infrarot-Sensor und einer Aufnahme der Iris des Nutzers, sei noch recht langsam und man muss das Gerät ungewohnt nah an das Gesicht halten, damit das Ganze funktioniert, heißt es weiter. Seifert fielen allerdings auch einige positive Punkte auf, zu denen das scharfe Display, die "schnelle Performance" und die von ihm als "zuverlässig" bezeichnete Kamera gehören. Allerdings konnten auch die Kameras trotz PureView-Technik und ähnlichem nicht überzeugen, sondern sind ihm zu langsam und von der Bildqualität nur Durchschnitt.
Die Kritik des US-Bloggers geht wohl vor allem auf den dünnen Kunststoff der Cover zurück, denn ihm gelang es aus nicht näher genannten Gründen, das Material um das Loch für den USB-Type-C-Port schnell und dauerhaft zu verbiegen, was ihn sehr an der Qualität zweifeln lässt. Der Preis sei mit 599 Dollar auch in den USA noch zu hoch für das, was das Lumia 950 aktuell bieten könne, so das ziemlich vernichtende Urteil.
Wall Street Journal: Kann ein Telefon ein Computer sein?
Joanna Stern, einst Review-Spezialistin bei Engadget & Co, lobt Microsoft in ihrem Test des Lumia 950 für das neue Continuum-Feature, weil vor allem Word, Excel und die anderen Office-Apps das Potenzial der Neuerung zeigen. Andererseits kritisiert auch sie die magere App-Unterstützung. Auch weist sie darauf hin, dass mehrere Tabs den Snapdragon 808 im Lumia 950 schnell in die Knie zwingen können, wenn man das Gerät an einem externen Display betreibt.
Die Hardware sei hingegen überzeugend, denn das Gerät funktioniere flüssig und ruckelfrei als Smartphone und erreiche dabei eine für den ganzen Tag ausreichende Laufzeit. Auch die Kamera konnte sie überzeugen, denn die 20-Megapixel-Kamera könne gerade bei schlechter Ausleuchtung sogar bessere Resultate liefern als etwa das iPhone von Apple. Noch sei zwar das Potenzial groß, in Sachen Umsetzung könne das Lumia 950 aber auch ein weiteres Mal nicht überzeugen.
Microsoft Lumia 950 (links) und Microsoft Lumia 950 XL
PhoneArena: Guter erster Eindruck
Bei den durchaus neutralen Kollegen von PhoneArena liegt das Lumia 950 wie in den meisten anderen Fällen wohl ebenfalls erst seit einigen wenigen Tagen vor. Das Gerät kommt in den ersten Eindrücken recht gut weg, wenn man vom App-Mangel absieht. Immerhin habe sich die Lage aber deutlich gebessert in den letzten Jahren, so dass nun durchaus mehr Apps verfügbar sind als zuvor. Continuum begeistert auch hier, wobei auch die Unterstützung für Miracast-fähige Empfänger betont wird, dank der das Lumia 950 mit Einschränkungen (Lag und niedrigere Auflösung) seinen Desktop auch drahtlos auf einen Fernseher oder ein anderes externes Display bringen kann.
Der Test-Autor merkt außerdem an, dass die Apps von Windows 10 Mobile aktuell noch häufig mit einem "Refresh-Problem" kämpfen. Hört man zum Beispiel mit einer Streaming-App eine angepasste Radiostation und verlässt dann kurz die App, kann man bei einer Rückkehr in die App nicht an der gleichen Stelle weiterhören. Anscheinend werden die Inhalte bei vielen Apps einfach bei jedem erneuten Aufrufen (auch beim Multitasking) neu geladen. Windows Hello kommt durchaus gut weg, denn die Technik funktioniert angeblich gut und kann durchaus überzeugen. Selbst bei wenig Licht klappt so die Anmeldung am Gerät gut, heißt es.
Pocketnow: Kapitän Zweifon ist positiv überrascht
Kollege Michael Fisher, manchem vielleicht besser bekannt als Captain2Phones, ist ebenfalls durchaus angetan vom Lumia 950 und vor allem einmal mehr dem Continuum-Modus. Das Gerät selbst sei "beinahe zu leicht", während der Kunststoff zwar an "gute alte Nokia-Zeiten" erinnere, aber nicht die gleichen Hochwertigkeit vermittelt wie früher. Die neue Hardware glänze durch gute Performance und auch das Display lässt Windows 10 Fisher zufolge ziemlich gut aussehen, schrieb er.
Lumia 950 & 950 XL: Mancher Tester kann dem Design...
... kaum etwas abgewinnen. Kritik am Material kommt dazu
Die PureView-Kamera sei ebenfalls äußerst vielversprechend, auch wegen ihrer professionellen Einstellungsmöglichkeiten. Windows Hello fiel offensichtlich ebenfalls positiv auf. Continuum sei vor allem dann nützlich, wenn man mal schnell einen Text in Word verfassen muss, ein Video in großer Form schauen will oder auch eine volle Übersicht aller Kalendereinträge erhalten möchte. Das Ganze sei höchst beeindruckend, so Fisher, vor allem wenn man sich klar macht, dass das Alles nur mit einem Smartphone möglich sei.
Er warnt allerdings auch vor frühen Bugs - das Double-Tap zum Aufwecken des Geräts funktioniert nicht, SD-Karten werden nicht erkannt und Screenshots können nicht gespeichert werden, so zumindest ein Teil der von ihm bemerkten Kinderkrankheiten. Außerdem deute sich in Sachen Energiebedarf ein weiteres mögliches Problem an: nach nur 25 Minuten beim Lesen eines nur aus Text bestehenden Artikels auf hellem Hintergrund sei der Akku bereits 11 Prozent leerer gewesen, heißt es. Auf den ersten Blick wirke das Lumia 950 wie eine Art Prototyp eines Smartphones für das noch immer junge Windows 10 Mobile.
ArsTechnica: Nicht der erhoffte Durchbruch
Peter "Dr.Pizza" Bright, Microsoft-Spezialist bei Ars Technica, hat sich das Lumia 950 ebenfalls schon ausführlich ansehen können. Das Gerät sei ein "nettes Telefon" und verfüge über ein sehr gutes Display und eine großartige Kamera, heißt es von ihm. Das Design sei zwar nicht spannend, fühle sich aber solide an und auch Windows 10 Mobile werde mit der Zeit sicherlich besser werden. Der Iris-Scanner für Windows Hello ist nach Brights Meinung allerdings keine gute Idee, weil er (noch) nicht immer zuverlässig funktioniert. Stattdessen wäre wohl ein Fingerabdruckleser besser gewesen, heißt es.
Continuum sei für ihn faszinierend, so Bright, doch auch hier bremst der Mangel an Apps. Auch der hohe Preis sei kritikwürdig, da man ähnlich ausgestattete Geräte mit Android bereits für weniger Geld bekommen könne. Aktuell füllt das Gerät "nur" die riesige Lücke am oberen Ende von Microsofts Lumia-Produktreihe und bietet den Fans einen sinnvollen Upgrade-Pfad. Mit Blick auf den Gesamtmarkt sei es aber unwahrscheinlich, dass das Gerät neue Kunden von anderen Plattformen zum Umstieg bewegen könne.
Microsoft Lumia 950 Im MicrosoftStore Vorbestellen Microsoft Lumia 950 XL Im MicrosoftStore Vorbestellen
Beim oft für seinen angeblichen Einschlag zugunsten von Apple kritisierten US-Portal The Verge kommt das Lumia 950 in vielerlei Hinsicht nicht gut weg. So kritisiert Autor Dan Seifert, dass das Gerät wegen der Verwendung von Kunststoff als Gehäusematerial eine billige Anmutung hat. Auch kritisiert er das "langweilige" Design und die fehlende App-Auswahl, ein Problem, das bei Windows auf Smartphones ja schon lange besteht. Auch sei Continuum bisher nur wenig nützlich, weil es kaum Apps gibt, die die Darstellung auf einem größeren Display unterstützen.
Windows Hello, also die Anmeldung per Infrarot-Sensor und einer Aufnahme der Iris des Nutzers, sei noch recht langsam und man muss das Gerät ungewohnt nah an das Gesicht halten, damit das Ganze funktioniert, heißt es weiter. Seifert fielen allerdings auch einige positive Punkte auf, zu denen das scharfe Display, die "schnelle Performance" und die von ihm als "zuverlässig" bezeichnete Kamera gehören. Allerdings konnten auch die Kameras trotz PureView-Technik und ähnlichem nicht überzeugen, sondern sind ihm zu langsam und von der Bildqualität nur Durchschnitt.
Die Kritik des US-Bloggers geht wohl vor allem auf den dünnen Kunststoff der Cover zurück, denn ihm gelang es aus nicht näher genannten Gründen, das Material um das Loch für den USB-Type-C-Port schnell und dauerhaft zu verbiegen, was ihn sehr an der Qualität zweifeln lässt. Der Preis sei mit 599 Dollar auch in den USA noch zu hoch für das, was das Lumia 950 aktuell bieten könne, so das ziemlich vernichtende Urteil.
Wall Street Journal: Kann ein Telefon ein Computer sein?
Joanna Stern, einst Review-Spezialistin bei Engadget & Co, lobt Microsoft in ihrem Test des Lumia 950 für das neue Continuum-Feature, weil vor allem Word, Excel und die anderen Office-Apps das Potenzial der Neuerung zeigen. Andererseits kritisiert auch sie die magere App-Unterstützung. Auch weist sie darauf hin, dass mehrere Tabs den Snapdragon 808 im Lumia 950 schnell in die Knie zwingen können, wenn man das Gerät an einem externen Display betreibt.
Die Hardware sei hingegen überzeugend, denn das Gerät funktioniere flüssig und ruckelfrei als Smartphone und erreiche dabei eine für den ganzen Tag ausreichende Laufzeit. Auch die Kamera konnte sie überzeugen, denn die 20-Megapixel-Kamera könne gerade bei schlechter Ausleuchtung sogar bessere Resultate liefern als etwa das iPhone von Apple. Noch sei zwar das Potenzial groß, in Sachen Umsetzung könne das Lumia 950 aber auch ein weiteres Mal nicht überzeugen.
Microsoft Lumia 950 (links) und Microsoft Lumia 950 XL
PhoneArena: Guter erster Eindruck
Bei den durchaus neutralen Kollegen von PhoneArena liegt das Lumia 950 wie in den meisten anderen Fällen wohl ebenfalls erst seit einigen wenigen Tagen vor. Das Gerät kommt in den ersten Eindrücken recht gut weg, wenn man vom App-Mangel absieht. Immerhin habe sich die Lage aber deutlich gebessert in den letzten Jahren, so dass nun durchaus mehr Apps verfügbar sind als zuvor. Continuum begeistert auch hier, wobei auch die Unterstützung für Miracast-fähige Empfänger betont wird, dank der das Lumia 950 mit Einschränkungen (Lag und niedrigere Auflösung) seinen Desktop auch drahtlos auf einen Fernseher oder ein anderes externes Display bringen kann.
Der Test-Autor merkt außerdem an, dass die Apps von Windows 10 Mobile aktuell noch häufig mit einem "Refresh-Problem" kämpfen. Hört man zum Beispiel mit einer Streaming-App eine angepasste Radiostation und verlässt dann kurz die App, kann man bei einer Rückkehr in die App nicht an der gleichen Stelle weiterhören. Anscheinend werden die Inhalte bei vielen Apps einfach bei jedem erneuten Aufrufen (auch beim Multitasking) neu geladen. Windows Hello kommt durchaus gut weg, denn die Technik funktioniert angeblich gut und kann durchaus überzeugen. Selbst bei wenig Licht klappt so die Anmeldung am Gerät gut, heißt es.
Pocketnow: Kapitän Zweifon ist positiv überrascht
Kollege Michael Fisher, manchem vielleicht besser bekannt als Captain2Phones, ist ebenfalls durchaus angetan vom Lumia 950 und vor allem einmal mehr dem Continuum-Modus. Das Gerät selbst sei "beinahe zu leicht", während der Kunststoff zwar an "gute alte Nokia-Zeiten" erinnere, aber nicht die gleichen Hochwertigkeit vermittelt wie früher. Die neue Hardware glänze durch gute Performance und auch das Display lässt Windows 10 Fisher zufolge ziemlich gut aussehen, schrieb er.
Lumia 950 & 950 XL: Mancher Tester kann dem Design...
... kaum etwas abgewinnen. Kritik am Material kommt dazu
Die PureView-Kamera sei ebenfalls äußerst vielversprechend, auch wegen ihrer professionellen Einstellungsmöglichkeiten. Windows Hello fiel offensichtlich ebenfalls positiv auf. Continuum sei vor allem dann nützlich, wenn man mal schnell einen Text in Word verfassen muss, ein Video in großer Form schauen will oder auch eine volle Übersicht aller Kalendereinträge erhalten möchte. Das Ganze sei höchst beeindruckend, so Fisher, vor allem wenn man sich klar macht, dass das Alles nur mit einem Smartphone möglich sei.
Er warnt allerdings auch vor frühen Bugs - das Double-Tap zum Aufwecken des Geräts funktioniert nicht, SD-Karten werden nicht erkannt und Screenshots können nicht gespeichert werden, so zumindest ein Teil der von ihm bemerkten Kinderkrankheiten. Außerdem deute sich in Sachen Energiebedarf ein weiteres mögliches Problem an: nach nur 25 Minuten beim Lesen eines nur aus Text bestehenden Artikels auf hellem Hintergrund sei der Akku bereits 11 Prozent leerer gewesen, heißt es. Auf den ersten Blick wirke das Lumia 950 wie eine Art Prototyp eines Smartphones für das noch immer junge Windows 10 Mobile.
ArsTechnica: Nicht der erhoffte Durchbruch
Peter "Dr.Pizza" Bright, Microsoft-Spezialist bei Ars Technica, hat sich das Lumia 950 ebenfalls schon ausführlich ansehen können. Das Gerät sei ein "nettes Telefon" und verfüge über ein sehr gutes Display und eine großartige Kamera, heißt es von ihm. Das Design sei zwar nicht spannend, fühle sich aber solide an und auch Windows 10 Mobile werde mit der Zeit sicherlich besser werden. Der Iris-Scanner für Windows Hello ist nach Brights Meinung allerdings keine gute Idee, weil er (noch) nicht immer zuverlässig funktioniert. Stattdessen wäre wohl ein Fingerabdruckleser besser gewesen, heißt es.
Continuum sei für ihn faszinierend, so Bright, doch auch hier bremst der Mangel an Apps. Auch der hohe Preis sei kritikwürdig, da man ähnlich ausgestattete Geräte mit Android bereits für weniger Geld bekommen könne. Aktuell füllt das Gerät "nur" die riesige Lücke am oberen Ende von Microsofts Lumia-Produktreihe und bietet den Fans einen sinnvollen Upgrade-Pfad. Mit Blick auf den Gesamtmarkt sei es aber unwahrscheinlich, dass das Gerät neue Kunden von anderen Plattformen zum Umstieg bewegen könne.
Microsoft Lumia 950 Im MicrosoftStore Vorbestellen Microsoft Lumia 950 XL Im MicrosoftStore Vorbestellen
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