Life Log - die totale Überwachung der Menschheit

Der folgende Text stammt aus der Printausgabe des Spiegels (Ausgabe 23/03) und wurde von der Internetseite bluemerlin-security.de veröffentlicht. Vielen Dank an BlackNight, der uns darauf aufmerksam gemacht hat.
Offenbar planen die US amerikanischen Falken einen neuen Vorstoß zur Überwachung und Erfassung von riesigen Datensätzen, die zunehmend ungeheuere Dimensionen erreichen.

Wer nicht für uns ist, ist unser Feind.

Ein grotesker Satz, der noch einmal mehr nachdenklich macht, wenn er zu einem Motto der stärksten Militärmacht der Welt gemacht wurde, und ein Satz, der ahnen lässt, was der freiheitsliebenden Netzgemeinde noch bevorsteht. Die Zeit nach dem 11. September hat aber offenbar das Leben in den USA verändert. Das Land und die Menschen überwachen, spionieren und denunzieren und begeistern sich für Vorstöße der Falken im Lande, die ein Land der totalen Überwachung für lebenswert erachten.

Neugierig waren US amerikanische Geheimdienste schon immer. Bereits in den 60er Jahren wuchsen Radar-Geräte aus dem Erdboden, die groß genug waren um auch in entfernten Ländern Wirtschaftsunternehmen zu spionieren. ECHOLON nannte sich die Technik, mit der Datenmassen bewegt werden konnten. Was folgte war Carnivore, eine Technik, die lange Zeit als Geheimwaffe galt und in der Öffentlichkeit nicht mehr als ein Strategiepapier der US amerikanischen Falken, die hinter jeder Nachricht den Versuch eines Komplotts zur Kompromittierung des Staates vermuteten. Seit allerdings bereits im Jahr 2000 ein US-Distriktrichter auf Antrag der Datenschutzorganisation EPIC eine Veröffentlichung der Technik verfügt hat, werden seitdem alle 45 Tage Teile der Dokumentation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und was das ganze Ausmaß erst deutlich macht.

Nach dem 11. Semptember wird praktisch alles überwacht, egal ob Telefonate, Email, Kreditkartenverkehr oder Daten, die in öffentlichen Einrichtungen, Universitäten und Bibliotheken erfasst werden. "Regime-Gegner" werden systematisch von FBI und Geheimdiensten verhört und eingeschüchtert. Die, die sich gegen den Präsidenten stellen und die Frechheit besitzen, Petitionen gegen einen Krieg zu unterzeichen, der Öl-Interessen befriedigt, mehr nicht.

Jetzt plant die Regierung eine neue Offensive mit dem Namen "Terrorist Information Awareness". Eine Technik mit dem wenig sagenden Namen "Life Log", mit der eine Datei riesigen Ausmaßes entstehen würde und die praktisch alles aufnimmt. Fernsehsendungen, jeglicher Email-Verkehr, Telefonate, und jede angeklickte Internet Seite, die ohne Umwege analysiert und auf spezifische Verhaltensmuster überprüft wird. Geplant ist offenbar auch, die Sammlung von Daten aus Reiseunternehmen, Finanzinstituten und Behörden zu erlauben.

Die treibende Kraft ist ein Justizminister namens John Ashcroft, ein ehemals mittelmäßiger Politiker aus Missouri. Der passte in Bushs Konzept, weil er aus dem Süden des Landes kommt, absolut regierungstreu ist und sich im Kampf für schärfere Gesetze zum Wohle der Todesstrafe einen Namen gemacht hat.

Was sich in den Köpfen irrational denkender Politiker zusammen braut, dürfte das Netz zunehmend wie eine Lawine überrollen. Erste Anzeichen hierfür sind bereits jetzt zu erkennen, wenn an und für sich kleine Web-Projekte plötzlich hohen Besuch von US amerikanischen Militärs bekommen und sich Log-Files von Firewallsystemen mit außergewöhnlichen Aktivitäten füllen. Wir berichteten darüber.

Anonymität wird zunehmend wichtiger. Nicht, weil man als Einzelner Dinge zu verbergen hat, sondern um den Einzelnen vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Für den Browser-Verkehr stehen hierfür bereits erprobte und sichere Techniken zur Verfügung. JAP ist zum Beispiel eine der Möglichkeiten, sich anonym im Netz zu bewegen. JAP ist kostenlos und schützt die Privatsphäre durch eine Proxy-Kaskade, die jede Identifikation fehlschlagen lässt.

JAP finden Sie unter: TU Dresden


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