Windows als Open Source? Beim "neuen" Microsoft ist alles möglich
Der Microsoft-Manager Mark Russinovich hat eine interessante Diskussion angestoßen: Es geht um die Möglichkeit, Windows in Zukunft als Open Source anzubieten. "It's definitely possible" - es ist definitiv möglich, erklärte Russinovich im Rahmen eines Konferenz-Panels.
Vielleicht liegt es an der Ruhe durch die Oster-Woche, vielleicht an dem heiklen Thema. Doch die Medien bauschen derzeit das Statement von Mark Russinovich auf, als ob es hier und jetzt eine neuen Ära anbrechen lassen könnte. Windows als Open Source, quelloffen, frei zugänglich. Es wäre zugegebenermaßen nicht nur eine überraschende Kehrtwende, denn vor noch gar nicht allzu langer Zeit echauffierte sich Ex-CEO Steve Ballmer über Open Source Angebote und nannte sie sogar ein Krebsgeschwür.
Azure-Manager Mark Russinovich stößt das Thema Windows als Open Source neu an.
Es wäre ein kompletter Neustart in dem Unternehmen - das sich allerdings auch tatsächlich gerade neu erfindet, um gestärkt in die Zukunft zu gehen.
Mehr dazu: 40 Jahre Microsoft: Bill Gates gratuliert mit Brief an Belegschaft
Mark Russinovich ist als CTO von Microsoft Azure nicht wirklich am Geschehen rund um Windows beteiligt. Als hochrangiger Manager hat er aber einen guten Einblick in die Zukunftsstrategien des Unternehmens. Ob es Russinovich mit der Stellungnahme zu Windows aber wirklich ernst war, bezweifelten einige aufmerksame Leser bei Venture Beat, da Russinovich sich ausgerechnet am 1. April äußerte. Das war der Termin für das Panel bei der diesjährigen ChefCon, einem Branchentreffen, bei dem Open Source ein großes Thema war.
Russinovich unterstrich dabei, dass man von einem neuen Microsoft rede, bei dem alle Richtungen offen stehen und man über alle Möglichkeiten laut nachdenke.
"It's definitely possible. It's a new Microsoft. Literally every conversation you can imagine about what should we do with our software: open, not open, services. It's happened."
Ob man nun Windows in absehbarer Zukunft als ein Open Source Produkt sehen wird, bleibt zu bezweifeln. Es ist aber auch kein unantastbares Thema mehr. Microsoft hat allerdings schon heute mehr als 1.000 Software Repositories bei Github, mit denen Entwickler weltweit arbeiten können. Zudem wurde Ende vergangenen Jahres das .NET Framework komplett auf Open Source umgestellt.
Mehr dazu: Interessante Forderung: Internet Explorer sollte Open Source werden
Danke an die Leser für die Übermittlung dieses Themas!
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Thema:
Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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