Revenge Porn-Seitenbetreiber will, dass seine Bilder verschwinden
Der Macher einer mittlerweile geschlossenen so genannten "Revenge Porn"-Seite fordert von Google, dass der Suchmaschinenbetreiber Links zu Seiten, die ihn zeigen und über ihn berichten, entfernt. Craig Brittain beruft sich dabei auf Urheberrecht (DMCA) und hat gegen News-Seiten, die über die Schließung der Seite berichtet haben, entsprechende Anträge eingereicht.
Darüber haben zahlreiche Medien berichtet und auch den Macher der Seite, Craig Brittain, gezeigt. Ihm hatte die FTC verboten, "öffentlich Nackt-Videos oder -Fotos von Menschen ohne deren explizites Einverständnis zu teilen". Doch Brittain geht nun gegen insgesamt 23 Links per DMCA-Beschwerde vor, die ihn (bekleidet) im Rahmen der Berichterstattung zeigen.
2013 gab Brittain dem US-Sender CBS noch freiwillig ein Interview...
Wie Ars Technica unter Berufung auf Chilling Effects berichtet, will er, dass Google die Links entfernt, da diese eine "unerlaubte Nutzung" von Informationen darstellten und die Fotos "kein Fair Use" seien - Google ignoriert diese Beschwerde aber.
Die Ironie hört an dieser Stelle nicht auf: Brittain fordert auch die Entfernung des Links zur FTC-Entscheidung, also jener US-Behörde, die ihm das Recht entzogen hat, seine Seite zu betreiben. Ars Technica merkt an, dass die Argumentation Brittains nicht einmal in der EU und dem europäischen "Recht auf Vergessenwerden" standhielte.
Der letzte Aspekt dieser Geschichte: Der (eher junge) Mann hat sich damit ein ziemliches Eigentor geschossen, da die Berichterstattung zu dieser kuriosen Urheberrechtsbeschwerde die Anzahl der Berichte über ihn sicherlich potenzieren wird.
Oh Ironie
Als Revenge Porn bezeichnet man Webseiten, auf denen enttäuschte Ex-Liebhaber (zumeist sind es Männer) Nacktaufnahmen ihrer ehemaligen Partnerinnen veröffentlichen. Das geschieht natürlich stets ohne die Erlaubnis der Betroffenen. IsAnybodyDown.com war eine derartige Seite, sie wurde im Januar aber von der Federal Trade Commission (FTC) geschlossen.Darüber haben zahlreiche Medien berichtet und auch den Macher der Seite, Craig Brittain, gezeigt. Ihm hatte die FTC verboten, "öffentlich Nackt-Videos oder -Fotos von Menschen ohne deren explizites Einverständnis zu teilen". Doch Brittain geht nun gegen insgesamt 23 Links per DMCA-Beschwerde vor, die ihn (bekleidet) im Rahmen der Berichterstattung zeigen.
2013 gab Brittain dem US-Sender CBS noch freiwillig ein Interview...
Wie Ars Technica unter Berufung auf Chilling Effects berichtet, will er, dass Google die Links entfernt, da diese eine "unerlaubte Nutzung" von Informationen darstellten und die Fotos "kein Fair Use" seien - Google ignoriert diese Beschwerde aber.
Die Ironie hört an dieser Stelle nicht auf: Brittain fordert auch die Entfernung des Links zur FTC-Entscheidung, also jener US-Behörde, die ihm das Recht entzogen hat, seine Seite zu betreiben. Ars Technica merkt an, dass die Argumentation Brittains nicht einmal in der EU und dem europäischen "Recht auf Vergessenwerden" standhielte.
Der letzte Aspekt dieser Geschichte: Der (eher junge) Mann hat sich damit ein ziemliches Eigentor geschossen, da die Berichterstattung zu dieser kuriosen Urheberrechtsbeschwerde die Anzahl der Berichte über ihn sicherlich potenzieren wird.
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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