Islam kein besonderer Nährboden für Netz-Zensur
Muslimische Staaten gelten als Hort der Internet-Zensur. Die angenommene Korrelation zwischen der vorherrschenden Religion und den staatlichen Einschränkungen des Zugangs zu Inhalten im Netz basieren jedoch auf antiislamischen Vorbehalten.
Das zeigte nun eine Untersuchung der US-Organisation Freedom House. Diese konnte keine Anhaltspunkte dafür finden, dass die Zensur besonders ausgeprägt ist, wenn in einem Land mehrheitlich Muslime leben und auch die Politik und die Kultur von dieser Religion geprägt sind. Die Annahme eines solchen Zusammenhanges könnte nach Ansicht der Autoren der Studie sogar gefährlich sein, weil sie andere bestehende Vorurteile scheinbar stützt.
In einer Bewertung des Grades der Zensur in verschiedenen Ländern kam der - ohne Frage islamische - Iran auf den obersten Platz. An Platz zwei steht hingegen das säkularen, eher christlich geprägte Kuba, gefolgt von China, in dem es keine klare Mehrheits-Religion gibt. Dem folgen mit Syrien und Usbekistan zwar erneut zwei islamisch geprägte Staaten. Eine nicht weniger starke Zensur gibt es aber auch im christlichen Äthiopien und den buddhistischen Ländern Myanmar und Vietnam.
Schon hier zeigt sich, dass Zensoren in quasi jedem Kulturraum auf ähnlichem Niveau anzutreffen sind. Würde man den Islam aber trotzdem als besonderen Nährboden für die Unterdrückung freier Kommunikation ansehen, müsste ein Blick ans andere Ende der Rangliste, an dem Estland, die USA und Deutschland stehen, im Umkehrschluss das Christentum geradezu zu einer Quelle der Liberalität machen - was unter Berücksichtigung der konservativen Vertreter dieser Religion etwas absurd sein dürfte.
Die Autoren der Studie arbeiten statt dessen heraus, dass insbesondere der Entwicklungsstand und die politische Kultur eines Landes direkt mit der Ausprägung der Zensur zu tun haben. So wird eine Diktatur schlicht alles in Bewegung setzen, um einen freien, unkontrollierten Austausch ihrer Bürger zu unterbinden - auf welche Religion oder Ideologie sie sich auch immer bezieht.
Und insbesondere in islamischen Ländern, die seit dem arabischen Frühling in Richtung Demokratie aufbrechen - wie Libyen oder Tunesien - gibt es äußerst positive Entwicklungen hinsichtlich eines Abbaus von Zensur, hieß es. Staaten hingegen, die zwar formal demokratisch sind, in denen aber ein elitärer Klüngel seine Macht stetig verfestigt, gehen hingegen einen anderen Weg - wie etwa das christliche Russland.
In einer Bewertung des Grades der Zensur in verschiedenen Ländern kam der - ohne Frage islamische - Iran auf den obersten Platz. An Platz zwei steht hingegen das säkularen, eher christlich geprägte Kuba, gefolgt von China, in dem es keine klare Mehrheits-Religion gibt. Dem folgen mit Syrien und Usbekistan zwar erneut zwei islamisch geprägte Staaten. Eine nicht weniger starke Zensur gibt es aber auch im christlichen Äthiopien und den buddhistischen Ländern Myanmar und Vietnam.
Schon hier zeigt sich, dass Zensoren in quasi jedem Kulturraum auf ähnlichem Niveau anzutreffen sind. Würde man den Islam aber trotzdem als besonderen Nährboden für die Unterdrückung freier Kommunikation ansehen, müsste ein Blick ans andere Ende der Rangliste, an dem Estland, die USA und Deutschland stehen, im Umkehrschluss das Christentum geradezu zu einer Quelle der Liberalität machen - was unter Berücksichtigung der konservativen Vertreter dieser Religion etwas absurd sein dürfte.
Die Autoren der Studie arbeiten statt dessen heraus, dass insbesondere der Entwicklungsstand und die politische Kultur eines Landes direkt mit der Ausprägung der Zensur zu tun haben. So wird eine Diktatur schlicht alles in Bewegung setzen, um einen freien, unkontrollierten Austausch ihrer Bürger zu unterbinden - auf welche Religion oder Ideologie sie sich auch immer bezieht.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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