BITKOM fordert beherzten Aufbau von Smart Grids
"Der Aufbau von intelligenten Netzen wird das vielleicht größte und komplexeste Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik sein. Und gleichzeitig das wichtigste", sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. Die Anfangsinvestitionen beziffert er auf 130 Milliarden Euro. Trotz der hohen Summe sollten Politik und Wirtschaft den Aufbau intelligenter Netze ganz oben die Agenda setzen, hieß es.
Die Forderungen beschränken sich dabei nicht auf den bereits breit diskutierten Umbau der Stromnetze. Der Ausbau von Verkehrstelematik beispielsweise könnte nach Ansicht des BITKOM die Zahl der Unfälle auf deutschen Straßen um etwa eine Million pro Jahr senken. Finanziell würde die Einführung von intelligenten Verkehrsnetzen Wirtschaft und Verbraucher jährlich um etwa elf Milliarden Euro entlasten, so die Schätzung.
Die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen könnte zusätzlich die Krankenkassen um jährlich fast eine Milliarde Euro entlasten. Insgesamt würden sich die Investitionen in diesem Bereich nach Berechnungen des Verbandes nach etwa sechs Jahren amortisieren.
Den parallelen Aufbau von verschiedenen Netzinfrastrukturen bezeichnete Scheer als "Herkulesaufgabe". Zu ihrer Bewältigung müsse man dauerhaft ressort- und branchenübergreifend zusammenarbeiten. "Die intelligenten Netze können wir nicht nach Flickschuster-Manier aufbauen", kritisierte Scheer das bisherige Herangehen. "Wir müssen endlich das Silodenken in Politik und Wirtschaft überwinden." Er schlug vor, einen Nationalen Infrastrukturrat, bestehend aus relevanten Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, zu gründen, der den Prozess steuert.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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