Silizen: Wunderstoff Graphen erhält Konkurrenz

Forschung & Wissenschaft Graphen brachte seinen Entwicklern den Nobelpreis und gilt als eines der vielversprechendsten Materialien für die Zukunft des Computings und der Nanotechnologie. Jetzt hat der Stoff Konkurrenz bekommen: Das Silizen. Graphen ist im Grunde eine sehr dünne Schicht Graphit. Die Kohlenstoffatome sind dabei in einer Struktur von sechseckigen Waben angeordnet. Wissenschaftlern der Wright State University in Dayton im US-Bundesstaat Ohio hatten bereits 2007 die Idee entwickelt, die gleiche Struktur mit dem großen Bruder des Kohlenstoffs, dem Silizium, zu erzeugen, berichtete 'Science News'.

Dies ist Forschern vom Institut für Wissenschaften und Technologie im japanischen Ishikawa nun gelungen. Wie der dort arbeitende Wissenschaftler Antoine Fleurence auf einer Konferenz der American Physical Society im texanischen Dallas ausführte, habe man einen Silizen-Layer auf einer keramischen Oberfläche aus Zirkonium-Diborid herstellen können.


Silizen-Aufnahme

Vieles deutet darauf hin, dass Silizen ähnliche elektronische Eigenschaften ausweist, wie Graphen. So konnten erste Untersuchungen bereits belegen, dass auch das Silizium-Gatter über einen Dirac-Kegel verfügt, der einen sehr leichten Fluss von Elektronen durch das Material und damit die Schaffung sehr flexibler elektronischer Bauelemente ermöglicht.

Graphen lässt sich bisher allerdings noch deutlich leichter herstellen als Silizen. Das Silizium-basierte Material hätte allerdings den Vorteil, dass es sich sehr gut in die bestehende Elektronik-Industrie einfügen würde, die bereits über zahlreiche praktische Anwendungen in der Verarbeitung von Silizium verfügt.
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